Soziale sind die Grundlage für ein erfolgreiches soziales Miteinander. Externalisierende Verhaltensstörungen zeichnen sich durch ein Scheitern des zwischenmenschlichen Umgangs aus; deshalb erweist sich die Betrachtung der Rolle der sozialen Kognition als fruchtbar zum Verständnis externalisierender Symptome sowie ihrer Ätiologie und Behandlungsmöglichkeiten. In dem vorliegenden Beitrag wird zunächst die klinische Theorie der erläutert und dann mit den Forschungsergebnissen zu externalisierenden Verhaltensstörungen im Feld der „theory of mind“ und zur sozialen verbunden. Es zeigt sich, dass je nach Ausprägung proaktiver bzw. reaktiver unterschiedliche Defizite der sozialen Kognition dokumentiert werden. Allerdings ist die der trotz der maßgeblichen Veränderung der sozialen Kognition, die auch neurobiologisch belegt ist, bislang wenig untersucht worden. Daher wird eine Analyse von zwei Studien vorgestellt, die Mentalisierungsfähigkeiten von spätadoleszenten Gewalttätern mit den reflexiven Fähigkeiten einer Kontrollgruppe vergleichen. Hierzu wurden Adult Attachment Interviews mit 42 jungen Männern geführt, die nach der Reflective Functioning Scale ausgewertet wurden. Es zeigt sich, dass signifikant schlechter mentalisieren können als eine gleichaltrige Kontrollgruppe. Dies ist unabhängig von der der Teilnehmer. Instrumentell proaktive und psychopathische Tendenzen weisen ebenfalls einen deutlichen Zusammenhang zu niedrigen reflexiven Fähigkeiten auf. Die Ergebnisse verweisen auf die Bedeutsamkeit eines Therapieangebots für externalisierende Verhaltensstörungen in der Adoleszenz, das Mentalisierungsfähigkeiten fördert.

Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag