Es ist ein bestimmtes Patientenkollektiv, dem das besondere Augenmerk von Dr. Axel Schüler-Schneider gehört. “Bei allen besonders engagierten Patienten, die viel Verantwortung von sich aus übernehmen und ihre Arbeit stets zu mehr als 100 Prozent erledigen, ist erhöhte Aufmerksamkeit ratsam”, so der Frankfurter Internist und Burnout-Experte.
Denn nach seinen Erfahrungen merken Patienten meist zu spät, dass sie Gefahr laufen “auszubrennen” und vielleicht bereits eine Depression haben. Männer seien durch eine oft sehr starke berufliche Identifikation hier noch mehr gefährdet als Frauen – trotz deren häufiger Doppelbelastung durch Familie und Beruf.
Gerade als Hausarzt kenne man seine Patienten meist so gut, dass stressbedingte körperliche und psychische Veränderungen auffallen, kombiniert mit einem Rückzug von Hobbys und anderen Interessen.Schüler-Schneider rät dann, diese Patienten gezielt anzusprechen, sich Zeit für eine Beratung zu nehmen und falls nötig auch schnell an einen Facharzt weiter zu überweisen.
Tag: Burnout
Stressgeplagten helfen Sport und gesunde Ernährung
Stress und Burnout bei Bankmanagern
Gerade im Bankenbereich hat die Wirtschaftskrise eine Veränderung im Erleben und Verhalten der Mitarbeiter hervorgerufen. Subjektiv empfundener Stress und die individuell vorhandenen oder fehlenden Ressourcen zum gesundheitsfördernden Umgang mit den Belastungen beeinflussen das Risiko, ein Burnout-Syndrom zu entwickeln. In der vorliegenden Studie wurden vier potenzielle Einflussfaktoren auf das Vorliegen von Burnout-Symptomen untersucht und analysiert: soziale Unterstützung, durch die Organisation erfahrene Unterstützung (organisationale Unterstützung), (continue reading…)
Das Cancer Fatigue Syndrom – eine Übersicht
Cancer Related Fatigue (CRF) stellt das häufigste Krebs- und Krebstherapie-assoziierte Symptom mit großem Einfluss auf die Lebensqualität dar. Hohen Prävalenzzahlen unter adjuvanter Therapie (70-92%) und in palliativen Erkrankungsstadien sowie eine gehäufte Persistenz auch in krankheitsfreien Intervallen (20-36% nach 1-8 Jahren) stehen immer noch unzureichende Therapieangebote in der alltäglichen medizinischen Versorgung gegenüber. Aufgrund des gehäuften chronischen Verlaufs und der Komplexizität der Beschwerden, wie auch der unzureichenden Therapie von CRF-Patienten, besteht ein großer Bedarf an multimodal konzipierten Rehabilitationsmaßnahmen, welche allerdings ihren Stellenwert erst in klinischen Studien belegen müssen.
Quelle: Thieme eJournals – Abstract
Cancer Fatigue, gestörte Ruhe/Aktivitäts-Regulation und Schlafstörungen bei Patientinnen mit nicht metastasiertem Mammakarzinom – eine Pilotstudie
Neuere Studien verdeutlichen, dass Cancer Related Fatigue (CRF) einen großen Einfluss auf die Lebensqualität von nicht metastasierten Mammakarzinom-Patientinnen auch Jahre nach adjuvanter Therapie hat. Bisher finden sich kaum Untersuchungen, die den Stellenwert des Ruhe/Aktivitätsrhythmus geprüft haben. In unserer Studie wurden hierzu die Skalen zur autonomen Regulation (aR) (Subskala Ruhe/Aktivitätsrhythmus (RA.aR)), die Cancer Fatigue Skala (CFS-D) und das Schlafprotokoll der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) eingesetzt.
Bei 16 Mammakarzinom-Patientinnen, 17 altersgematchten Kontrollen und (continue reading…)
Kindheitstraumatisierungen, psychische Beschwerden und Diagnosen bei Patienten in einer psychosomatischen Universitätsambulanz
1 439 Patienten des Ambulanz- und Konsildienstes einer psychosomatischen Universitätsklinik wurden mit dem Childhood Trauma Questionnaire (CTQ) nach emotionalem und sexuellem Missbrauch, körperlicher Misshandlung sowie emotionaler und körperlicher Vernachlässigung befragt. Die Kindheitstraumatisierungen wurden zu psychischen Diagnosen und psychischer Belastung in Beziehung gesetzt. 41,4% der Patienten berichteten über Kindheitstraumatisierungen, sie litten stärker unter sozialen Ängsten, Distress und psychosomatischen Beschwerden als Patienten ohne klinisch relevante Traumatisierung. Es fanden sich Zusammenhänge zwischen emotionalem Missbrauch und depressiven Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen; körperlicher Misshandlung und somatoformen Störungen sowie sexuellem Missbrauch und Posttraumatischen Belastungsstörungen. Übereinstimmend mit anderen Studien fanden wir spezifische Zusammenhänge zwischen bestimmten Dimensionen der Traumatisierung, Diagnosen und der Beschwerdenstärke.
Quelle: Thieme eJournals – Abstract
Versorgungsrealität bei der Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung
Verschiedene stabilisierende und traumafokussierende Verfahren wurden in Behandlungsleitlinien zur posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) empfohlen. Welche Verbreitung haben diese Verfahren im klinischen Alltag? Welche prädiktive Bedeutung hat der Einsatz traumafokussierender Interventionen für die von Therapeuten eingeschätzte Verbesserung der Symptomatik?
In der naturalistischen Studie wurden Selbstberichte von Psychologischen Psychotherapeuten (N = 126) und Informationen über einen Fall ausgewertet, der in den letzten 24 Monaten behandelt wurde. (continue reading…)
Rückblick auf AK-Forum “Ausgebrannt und aufgegeben? Burnout und Depression”
Die Arbeitskammer des Saarlandes hat die Reden und Präsentationen zum Forum im Internet zum Download zur Verfügung gestellt. Am Ende der Seite ist auch ein Link zum ersten Teil der Veranstaltungsreihe: AK-Forum “Wenn die Seele streikt – Psychische Belastungen im Arbeitsleben”
Im Rahmen des AK-Forums (Teil 2) referierte die Fachjournalistin Carola Kleinschmidt, Mitautorin des Buches “Bevor der Job krank macht”. Sie führte auf, wie Selbstüberforderung und Ohnmacht in eine stressbedingte Depression führen können und wie man diesen Teufelskreis unterbricht.
Quelle: Arbeitskammer des Saarlandes – AK-Forum “Ausgebrannt und aufgegeben? Burnout und Depression”
Entwicklungsfaktoren dissozialer Störungen – die Bedeutung des autonomen Stresssystems
In der vorliegenden Übersichtsarbeit wird die Heterogenität dissozialer Störungen im Kindes- und Jugendalter im Hinblick auf Beginn, Symptomatik und Verlauf dargestellt. Es wurde dazu eine selektive Literaturübersicht mit Fokus auf diejenigen Formen von Störungen des Sozialverhaltens erstellt, die durch ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung einer antisozialen Persönlichkeitsstörung gekennzeichnet sind. Bedeutsam für Symptomatik und Prognose von Störungen des Sozialverhaltens scheinen insbesondere Merkmale des autonomen Stresssystems und assoziierter Temperamentmerkmale zu sein.
Quelle: Thieme eJournals – Abstract
Burn-out: Risikofaktoren bei Therapeuten
Die Berufe des Psychologen und Psychotherapeuten gehen mit einem erhöhten Burn-out-Risiko einher. Australische Psychologinnen haben untersucht, welche Rolle berufliche Faktoren dabei spielen. Sie fragten 190 klinische Psychologen und Psychotherapeuten nach spezifischen Belastungen im Beruf und fanden vier Faktoren: Einstellungen, Inflexibilität, Verantwortung und Kontrolle. Beispielsweise führte die Einstellung, dass Patienten in der Therapie nicht zu sehr beansprucht werden oder keinesfalls leiden sollten, zu intensiven Bemühungen, jegliche Art von Aufregung von den Patienten fernzuhalten. Die Befragten erlebten dies auf Dauer als belastend. Aber auch inflexible, dogmatische Haltungen, beispielsweise die Ansicht, dass man das Therapieverfahren nicht wechseln und nicht vom Schema abweichen dürfe, werden als Belastung empfunden. Stress löste außerdem die Vorstellung aus, für die Genesung des Patienten und den Therapieerfolg allein verantwortlich zu sein oder die Therapie nicht ständig unter Kontrolle zu haben.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt: Archiv “Burn-out: Risikofaktoren bei Therapeuten” (10.03.2010)
Immer mehr Soldaten erkranken an Belastungsstörung
Die Zahl der Bundeswehrsoldaten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach Berechnungen des Verteidigungsministeriums, die der “Ärzte Zeitung” vorliegen, ist besonders die Belastung bei Soldaten hoch, die in Afghanistan waren.
Die Armee hat 2009 insgesamt 466 Soldaten mit PTBS gezählt – 418 von ihnen waren aus Afghanistan zurückgekehrt. Im Jahr 2008 waren es 245 Soldaten, von denen 226 zuvor in Afghanistan eingesetzt worden waren. Das ist ein Anstieg von über 90 Prozent binnen eines Jahres.



