J. Dirmaier und M. Härter
Eine stärkere Selbstbeteiligung im Gesundheitswesen wird aufgrund eines veränderten Rollenverständnisses, wegen zunehmender Therapiemöglichkeiten im Zuge des medizinischen Fortschritts, aus ethischen und medizinrechtlichen Überlegungen sowie auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse gefordert. Es lassen sich unterschiedliche Ebenen einer Selbstbeteiligung identifizieren: Beteiligung an medizinischen Entscheidungsprozessen, Beteiligung am Management von Erkrankungen sowie Beteiligung auf Systemebene. Die Umsetzung dieser Konzepte (continue reading…)
Tag: Forschung
Stärkung der Selbstbeteiligung in der Rehabilitation
Erfassung dysfunktionaler Kognitionen zum Body Checking
Karolin Neubauer, Caroline Bender, Brunna Tuschen-Caffier, Jennifer Svaldi, Jens Blechert
Empirische Befunde zeigen, dass körperbezogenes Kontrollverhalten und die zugrunde liegenden Kognitionen eine zentrale Rolle in der Aufrechterhaltung von Essstörungspsychopathologie spielen.
Eine deutschsprachige Version der Body Checking Cognitions Scale (BCCS) soll teststatistisch überprüft werden. (continue reading…)
Vernetzung als Forschungsgegenstand und Qualitätsmerkmal der Rehabilitation
W. Mau
Die Rehabilitation hat sich im sektoral gegliederten Gesundheits- und Sozialversicherungssystem zahlreichen Herausforderungen zu stellen. Probleme an Schnittstellen zwischen der Rehabilitation und verschiedenen Akteuren und Versorgungsbereichen wurden in mehreren Studien analysiert. In wissenschaftlichen Projekten und in der Qualitätssicherung sind lösungsorientierte Ansätze zur Vernetzung der Rehabilitation insbesondere bei der Versorgung von chronisch Kranken und Menschen mit Behinderungen von Interesse. Deshalb widmet sich dieser Beitrag exemplarischen Studien, aus deren Schnittstellenanalysen Lösungsansätze ableitbar sind oder die konkrete Vernetzungsaktivitäten untersuchen. (continue reading…)
Wissenschaftliche Neurobildgebung in der Medizin
Die Möglichkeit, Funktionen im Gehirn abzubilden, hat unser Verständnis einer ganzen Reihe von neurologischen Krankheiten grundsätzlich neu geprägt beziehungsweise uns in die Lage versetzt, klassische Hypothesen über die Funktionsweise des Gehirns zu überprüfen. Durch die Neurobildgebung wurden die für Migräne und andere primäre Kopfschmerzen verantwortlichen Hirnregionen ermittelt, die Schaffung neuer Kopfschmerz-Klassifikationen mit ähnlichen Behandlungsstrategien (wie die Trigemino-autonomen Kopfschmerzen) angestoßen, die Diagnose und das Verständnis der Pathophysiologie beim Parkinson-Syndrom verbessert, Kompensationsmechanismen nach Hirnschädigungen und der subklinische Progress bei neurodegenerativen Krankheiten aufgedeckt. (continue reading…)
Erfolgsfaktoren integrierter Versorgungsprozesse in der Endoprothetik: Ergebnisse einer qualitativen Prozessanalyse
Charakteristisch für das deutsche Gesundheitssystem ist eine Desintegration der verschiedenen Leistungsbereiche im medizinischen und pflegerischen Behandlungsprozess. Mit der „integrierten Versorgung” (IV) hat der Gesetzgeber die Möglichkeit einer sektorenübergreifenden Leistungs- und Vergütungsform eröffnet (GKV-Gesundheitsmodernisierungsgesetz, § 140a-d SGB V) und damit die Voraussetzungen für eine engere Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Leistungserbringern der Gesundheitsversorgung geschaffen. Organisationsübergreifende und interdisziplinäre Arbeitszusammenhänge erfordern den Aufbau neuer Strukturen, um die unterschiedlichen Kompetenzen, Ressourcen und Interessen der beteiligten Kooperationspartner effektiv zu koordinieren. Ziel der Studie war die Identifizierung von Faktoren erfolgreicher Kooperationsbeziehungen im Rahmen integrierter Versorgungsleistungen bei Knie- und Hüftgelenkersatz. Am Beispiel des (continue reading…)
DGRW-Update: Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen. Was gibt es Neues in der kardiologischen Rehabilitation?
Ein Qualitätsziel der medizinischen Rehabilitation ist eine laufende, sich am Patienten und an neuen Forschungsergebnissen orientierende kontinuierliche Weiterentwicklung der Leistungsstandards. Die deutliche Zunahme an Forschungsergebnissen mit Bezug zur Rehabilitation erschwert den Wissenstransfer von Forschungsergebnissen zu den Rehabilitationsträgern und Rehabilitationseinrichtungen. Zudem ist es für die Mitglieder interdisziplinärer Rehabilitationsteams schwierig, bei den zahlreichen auch internationalen Forschungsergebnissen den Überblick zu behalten. Aufgabe der hier berichteten Literaturrecherche ist es, aktuelle nationale und internationale Forschungsergebnisse zur kardiologischen Rehabilitation zu sammeln und zusammenzufassen.
Chronischer Rückenschmerz – Replikation reaktionsdifferenter Gruppen
Die Klassifikation von Rückenschmerzpatienten hinsichtlich ihrer Schmerzreaktionen ist essenziell, da sie ein Prädiktor für den Erfolg der Rehabilitation sein kann. Ziel der Studie war es demnach, die reaktionsdifferenten Gruppen Fröhlicher/Depressiver Durchhalter (FD/DD) und Depressiver Vermeider (DV) – erstmals mit dem begrenzt testökonomischen Kieler Schmerzinventar (KSI) ermittelt – durch praktikablere Methoden der Rehabilitationsforschung zu replizieren.
Die Stichprobe umfasst n=290 Versicherte nach 1. Nukleotomie zu Beginn der medizinischen Rehabilitation (AHB). Die Auswahl der verwendeten Variablen richtete sich nach kognitiv-emotionalen und behavioralen Schmerzcharakteristika. Dabei kamen 14 selektierte Skalen generischer Fragebögen zum Einsatz. (continue reading…)
Wie, wann und warum verändern sich Menschen in der Psychotherapie? Forschung zu integrativen und allgemeinen Ansätzen in der Psychotherapie
In der Literatur lassen sich verschiedene Arten der Integration in der Psychotherapie unterscheiden: theoretische Integration, assimilative Integration und technischer Eklektizismus. Hierfür werden drei vielversprechende praktische Ansätze beispielhaft skizziert. Die Forschung zu Unterschieden zwischen Therapieansätzen ergibt ein gemischtes Bild: Im Durchschnitt scheinen verschiedene Therapieformen häufig (continue reading…)
Lebensqualität und alexithyme Merkmale bei Patienten mit somatoformer Schmerzstörung
Patienten mit einer somatoformen Schmerzstörung weisen häufig eine schlechte gesundheitsbezogene Lebensqualität (QoL) und Schwierigkeiten in der Affektregulation (Alexithymie) auf. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen QoL und alexithymen Merkmalen zu untersuchen. (continue reading…)
Inpatient treatment to online aftercare: E-mailing themes as a function of therapeutic outcomes
The authors applied the meaning extraction method (MEM) to 4,241 e-mails written by 297 participants of an email-based aftercare program following inpatient psychotherapy. Principal-components analysis of the most frequently used nouns in the e-mails yielded nine components: life decisions and coping, relationship conflict, psychological and physical symptoms, family of origin, social and leisure activities, present family and household, treatment, exercise and diet, and work. Relative to men, women focused more on symptoms, exercise and diet, and family of origin, but less on work. Older participants were more likely to e-mail about their present family. Younger participants were more likely to e-mail about their family of origin and exercise and diet. Patients who showed no therapeutic gains during their prior treatment wrote more about symptoms than patients who had improved. The potentials and limitations of the MEM for the analysis of therapy corpora are discussed.



