S. Wiegand-Grefe 1, P. Geers 2, F. Petermann 2, A. Plass 1
1 Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf
2 Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, Universität BremenKinder psychisch kranker Eltern sind als Risikogruppe für die Entwicklung eigener psychischer Erkrankungen bekannt. In der Arbeit werden Zusammenhänge zwischen der elterlichen psychiatrischen Diagnose sowie dem Schweregrad, der Komorbidität und der Chronizität als unspezifische Erkrankungsmerkmale sowie der Expositionsdauer und den psychischen Auffälligkeiten der Kinder untersucht. Die psychischen Auffälligkeiten der Kinder von 62 stationär psychiatrisch behandelten Eltern werden aus Elternsicht (CBCL), die elterlichen Diagnosen (ICD-10), die Komorbidität und der Schweregrad (CGI) im Arzturteil erfasst. (continue reading…)
Tag: Komorbidität
Kinder psychisch kranker Eltern: Merkmale elterlicher psychiatrischer Erkrankung und Gesundheit der Kinder aus Elternsicht
Komorbidität von Sucht und anderen psychischen Störungen – Grundlagen und evidenzbasierte Therapie
E. Gouzoulis-Mayfrank
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinik KölnDas Vorkommen von 2 oder mehr psychischen Erkrankungen bei einem Individuum (Komorbidität, Doppeldiagnose) ist keine seltene Ausnahme, sondern ein häufiges und klinisch-therapeutisch relevantes Phänomen, zumal komorbide Patienten überzufällig häufig schwere Krankheitsausprägungen aufweisen und eine intensive therapeutische Betreuung benötigen, die den Besonderheiten beider bzw. aller psychischen Störungen und ihrer wechselseitigen Beziehungen Rechnung tragen muss. In der vorliegenden Übersicht werden die Grundlagen der Komorbidität von Sucht mit anderen psychischen Störungen behandelt. Es werden die Prävalenzdaten (continue reading…)
Psychische Komorbidität bei Tinnitus
Gerhard Goebel
Kernaussagen
- Psychische Belastungen und behandlungsbedürftige psychische Störungen sind v. a. beim dekompensierten Tinnitus häufige Komorbiditäten. Diese Beeinträchtigungen sind nicht nur als Reaktion auf den Tinnitus zu verstehen, sondern sie sind in ein komplexes, miteinander interagierendes Beziehungsgefüge eingebunden. In der Anamnese sollten besonders bei Patienten mit einem dekompensierten Ohrgeräusch mögliche komorbide psychische Erkrankungen Beachtung finden.
- In der aktuellen AWMF-Leitlinie Tinnitus der HNO-Fachgesellschaft ist der Thematik psychischer Störung großer Raum gegeben worden. Es manifestiert sich der Brückenschlag zwischen somatischer und psychischer Sichtweise der Therapie von chronisch Tinnitusbetroffenen. Ähnlich bestehen (continue reading…)
Selbstverletzendes Verhalten und komorbide psychische Störungen: ein Überblick
Selbstverletzendes Verhalten beschreibt die Schädigung des eigenen Körpers ohne Suizidabsicht. Bekannt ist, dass selbstverletzendes Verhalten mit verschiedenen psychischen Störungen assoziiert ist; bislang fehlt es an einer systematischen Aufarbeitung. Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. 21 der gesichteten 1298 Studien erfüllten die vorgegebenen Auswahlkriterien. (continue reading…)
Systematische Literaturanalyse zur rehabilitativen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale
In der umfassenden Literaturrecherche wurden in den relevanten Datenbanken Leitlinien, Metaanalysen und Reviews wie auch Primärstudien zum Thema Asthmatherapie bei Kindern und Jugendlichen gesammelt, analysiert und bewertet. Soweit möglich, wurde die Auswahl der Primärstudien auf kontrollierte randomisierte Interventionsstudien beschränkt. Es wurden diejenigen Verfahren identifiziert, deren Wirksamkeit in der Behandlung von Asthma bronchiale empirisch nachgewiesen ist, die also „evidenzbasiert” sind (ärztliche Leistungen im engeren Sinn wie Diagnostik und medikamentöse Therapien ausgeschlossen). In der Literatursuche konnten 152 methodisch hochwertige Studien zu Behandlung von Asthmaerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen selektiert werden. Für die Therapieformen Patientenschulung, Elternschulung, (continue reading…)
Die Rolle der Partner bei der Bewältigung einer Tumorerkrankung
Obwohl zur Bewältigung von Tumorerkrankungen viele Studien durchgeführt wurden, weiß man über den Einfluss der Partner und Partnerinnen auf den Bewältigungsprozess des Patienten bisher wenig. In der vorliegenden Studie wurden verschiedene Partner- und Partnerschaftsmerkmale hinsichtlich ihres Einflusses auf das Bewältigungsergebnis des Patienten untersucht. An 688 Patienten des Universitäts-KrebsCentrums Dresden wurden Fragebögen verschickt. Für 226 Patienten und Partner liegen auswertbare Datensätze vor. Es zeigte sich eine Korrelation zwischen dem Bewältigungsergebnis des Patienten und der psychischen Belastung des Partners hinsichtlich Angst, Depressivität und Symptomen einer Anpassungsstörung. Somit stellte sich die Komorbidität des Partners als Einflussfaktor auf das Bewältigungsergebnis des Patienten heraus. Ein weiterer Einflussfaktor war die Zufriedenheit mit der Kommunikation in der Partnerschaft. Eine psychische Komorbidität des Partners und die Kommunikation innerhalb der Partnerschaft scheinen sich auf die Bewältigung einer Tumorerkrankung auszuwirken. Die Einbeziehung der PartnerInnen in die psychoonkologische Betreuung scheint daher sinnvoll.
Quelle: Thieme eJournals – Abstract
Körperdysmorphe Störung
Der aktuelle Stand des Wissens im Hinblick auf Klassifikation, Symptomatik, Diagnose, Verlauf, Epidemiologie, Nosologie, Genese und Therapie der körperdysmorphen Störung, früher bekannt unter dem Namen „Dysmorphophobie”, wird dargestellt. Dabei stellt sich heraus, dass wenig dafür spricht, das Krankheitsbild je nach dem Vorliegen wahnhafter Symptome verschiedenen Krankheitsgruppen zuzuordnen, wie dies in den internationalen Klassifikationssystemen geschieht. Der gemeinsame Affekt ist die Scham, die in den Teufelskreis aus Selbstbeobachtung und Befangenheit führt. Die empirischen Daten bestätigen den immer wieder geäußerten klinischen Eindruck, dass es sich um ein einheitliches Syndrom handelt. Aktuelle Untersuchungen weisen zudem auf die klinische Bedeutung von Komorbiditäten, insbesondere der Depression, hin.
Quelle: Thieme eJournals – Abstract
Rolle der körperlichen Aktivität und Inaktivität für die Entstehung und Therapie der juvenilen Adipositas
Der Nutzen von körperlicher Aktivität ist in jedem Alter unbestritten. Mit unterschiedlichen Messmethoden wird aber heute meist eine Reduktion von Bewegung/Zunahme von Inaktivität bei Kindern und Jugendlichen beschrieben. Eine Folge ist die Abnahme der körperlichen/motorischen Leistungsfähigkeit, eine weitere die Steigerung von Übergewicht beziehungsweise der Körperfettmasse. Infolgedessen finden sich assoziierte Komorbiditäten, wie zum Beispiel eine Insulinresistenz bis hin zum Vollbild des metabolischen Syndroms. Daher werden neben (continue reading…)
Wie, wann und warum verändern sich Menschen in der Psychotherapie? Forschung zu integrativen und allgemeinen Ansätzen in der Psychotherapie
In der Literatur lassen sich verschiedene Arten der Integration in der Psychotherapie unterscheiden: theoretische Integration, assimilative Integration und technischer Eklektizismus. Hierfür werden drei vielversprechende praktische Ansätze beispielhaft skizziert. Die Forschung zu Unterschieden zwischen Therapieansätzen ergibt ein gemischtes Bild: Im Durchschnitt scheinen verschiedene Therapieformen häufig (continue reading…)


