A. Kobelt, J. Göbber und F. Petermann
Die psychosomatische, rehabilitative Behandlung von Patienten mit Migrationshintergrund gewinnt zunehmend an Bedeutung. Hauptursache für die bei ihnen beobachteten schlechteren Behandlungsergebnisse in der psychosomatischen Rehabilitation und für erhöhte Berentungszahlen im Vergleich zu deutschen Rehabilitanten sind neben kulturellen Unterschieden vermehrt vorliegende Hemmfaktoren. Im vorliegenden Beitrag werden Perspektiven (continue reading…)
Tag: Migration
Die Bedarfsfrage in der Rehabilitation und die Versorgung neuer Zielgruppen Migranten in der psychosomatischen Rehabilitation
Die Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund in der psychosomatischen Rehabilitation
M.-O. Mösko, S. Pradel und H. Schulz
Untersucht wurde, ob in der stationären Rehabilitation von Patienten mit psychischen/psychosomatischen Störungen Menschen mit Migrationshintergrund seltener behandelt werden, stärker belastet sind, weniger von der Behandlung profitieren und ein höheres Risiko für einen negativen Behandlungserfolg haben. Auf Grundlage einer prospektiven Stichprobe (N=25.066) wurden die Inanspruchnahme, die Symptombelastung, die Behandlungsqualität und der Einfluss von Risikofaktoren untersucht. (continue reading…)
Psychische Erkrankung und Vaterschaft
Michael Grube
Im Gegensatz zur gegenwärtigen theoretischen Auseinandersetzung mit der Vaterrolle und den kollektiven Vaterschaftsrepräsentanzen existieren wenige empirische Untersuchungen zur Vaterschaft von psychiatrisch Erkrankten. An einer psychiatrischen Inanspruchnahmeklientel wurden u. a. die Vaterschaftsfrequenz, die Häufigkeit des Zusammenlebens mit Kindern und andere Aspekte, die mit Vaterschaft assoziiert waren, untersucht. Die im ersten Quartal des Jahres 2005 behandelten 222 männlichen Patienten wurden zu vaterschaftsrelevanten Variablen befragt. Neben einer deskriptiven statistischen Auswertung erfolgte (continue reading…)
Der lange Weg zur kulturellen Integration in der Psychotherapie
Renate Schepker
Im Überblick über die letzten 30 Jahre psychiatrisch-psychotherapeutischer Versorgung von Migranten und ihren Familien haben sich viele negativ diskriminierende Vorannahmen (Defizittheorem, Modernitäts-Paradigma, Migrations-Stress-Paradigma, Kulturdifferenz-Theorem), aber auch positive Diskriminierung in der Fachdiskussion gefunden. Antworten in Hinsicht auf eine möglichst große Freiheit von Ethnisierung oder Kulturalisierung können in einem differenzierteren Wissen, aber auch in der stringenten Befolgung von therapeutischen Grundhaltungen liegen. Viele Vorannahmen (continue reading…)
Psychotherapeutische Institutsambulanzen für Migranten und Flüchtlinge
Ljiljana Joksimovic
Das Angebot der Psychotherapeutischen Institutsambulanzen (PIA) ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich an Kranke richten soll, die von anderen Versorgungsangeboten nur unzureichend erreicht werden. So liegt es auf der Hand, diese vermehrt für psychisch kranke Migranten und Flüchtlinge zu eröffnen. Notwendige fachliche Voraussetzungen für diese Eröffnung wie Integration von Sprach- und Kulturmittlern sowie Integration migrationsspezifischer sozialtherapeutischer Maßnahmen sind aber durch Quartalspauschalen der Kostenträger nicht kostendeckend vergütet. In der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Düsseldorf existiert seit 2003 ein spezifisches Behandlungsangebot für Migranten und Flüchtlinge. Ziel (continue reading…)
Migration, Familie und Kindheit
Haci-Halil Uslucan
Die Beschäftigung mit dem kulturellen Hintergrund des Klienten / Patienten wird für psychosoziale Berufe unausweichlich. Dabei ist anzuerkennen, dass Migrantenfamilien sowohl Defizite als auch bedeutsame Stärken haben, die die Entwicklung ihrer Kinder beeinflussen. Ein Verständnis gelingender Integration von Migranten ist jedoch nicht möglich, ohne gleichzeitig die Haltung der Mehrheitsgesellschaft mit zu berücksichtigen. Interkulturelle Sensibilität und Offenheit sind zentrale Voraussetzungen für das Gelingen therapeutischer / beraterischer Interventionen.
Quelle: Thieme eJournals – Abstract
Sind Vergleiche im Depressions- und Somatisierungsausmaß zwischen Migranten und Deutschen möglich?
Ricarda Mewes, Oliver Christ, Winfried Rief, Elmar Brähler, Alexandra Martin, Heide Glaesmer
Zur Erfassung der psychischen Gesundheit von Migranten im Vergleich zu Deutschen sind Untersuchungen in der Allgemeinbevölkerung zentral. Für diesen Ansatz hat sich die Verwendung des Depressivitäts- und des Somatisierungsmoduls des Patient Health Questionnaire (PHQ-9, PHQ-15) bewährt. Es ist jedoch unklar, ob diese Module bei Migranten das Gleiche messen wie bei Deutschen (Messäquivalenz). Dadurch bleibt es fraglich, (continue reading…)
Psychosomatische Rehabilitation auf Russisch
Alla Shabanova, Volker Köllner
Zu der 10,5 Millionen großen Gruppe der deutschen Bevölkerung mit eigener Migrationserfahrung gehören etwa 3,5 Millionen russischsprachige Menschen. Über diese zweitgrößte Einwanderungsgruppe ist noch wenig bekannt und es besteht großer Bedarf mehr über ihre kulturellen Besonderheiten im Kontext psychotherapeutischer Versorgung zu erfahren. Gerade auf diese Patientengruppe ist das deutsche Gesundheitssystem noch nicht ausreichend vorbereitet. Als schwierig erweisen sich sprachliche Kommunikationsbarrieren, kulturelle Missverständnisse und Voreingenommenheiten. Psychotherapeuten stehen (continue reading…)
Verelendung psychotherapeutischer Rahmenbedingungen
Micha Hilgers
Rolle von Armut und Reichtum in der therapeutischen BeziehungAbhängigkeitsverhältnisse in der Psychotherapeutenausbildung, ihre hohen Kosten sowie die Tabuisierung von Geld und Macht verhindern, dass Psychotherapeuten angemessen mit ihrer Gegenübertragung bei besonders reichen und mächtigen sowie umgekehrt armen Patienten umgehen. Typische Gegenübertragungen und die mit ihnen verbundenen Verstrickungen werden diskutiert. Psychotherapie findet nicht außerhalb der gesellschaftlichen sozialen Entwicklung statt, noch kann sie deren Folgen, besonders für arme, schlecht gebildete, desintegrierte Patienten, kompensieren: Psychotherapie ist kein Ersatz für gescheiterte Sozial-, Familien-, Migrations- oder Bildungspolitik.
Sind Vergleiche im Depressions- und Somatisierungsausmaß zwischen Migranten und Deutschen möglich
Zur Erfassung der psychischen Gesundheit von Migranten im Vergleich zu Deutschen sind Untersuchungen in der Allgemeinbevölkerung zentral. Für diesen Ansatz hat sich die Verwendung des Depressivitäts- und des Somatisierungsmoduls des Patient Health Questionnaire (PHQ-9, PHQ-15) bewährt. Es ist jedoch unklar, ob diese Module bei Migranten das Gleiche messen wie bei Deutschen (Messäquivalenz). Dadurch bleibt es fraglich, ob die Ergebnisse vergleichender Studien richtig interpretierbar sind. In der vorliegenden Arbeit wurden PHQ-9 und PHQ-15 anhand einer großen Stichprobe (je N=271) von Migranten und Deutschen auf Messäquivalenz überprüft. (continue reading…)



