Die aktuelle Inanspruchnahme des ambulanten Gesundheitssystems anhand der Prävalenz von Schmerzen
Die Prävalenz chronischer Schmerzen in Hinblick auf die Versorgungssituation im ambulanten System ist nur unzureichend erforscht.
Daten von 1201 Patienten wurden in sechs unterschiedlichen Facharztpraxen (Allgemeinmedizin, Chirurgie, Innere Medizin, Neurologie, Onkologie, Orthopädie) anhand eines Fragebogens erhoben. Dabei wurden soziodemographische Fakten, Schmerzcharakteristika, psychosoziale Auswirkungen sowie durchgeführte Therapien und deren subjektive Effektivität erfragt. (continue reading…)
Tag: Orthopädie
Chronische Schmerzen in deutschen Facharztpraxen
Schmerzempfindung bei Jugendlichen mit chronischen funktionellen Schmerzen
Die Schmerzempfindung ist ein zentraler Aspekt der Multidimensionalität chronischer Schmerzen. Bis dato gibt es kein validiertes Instrument zur Erfassung der Schmerzempfindung für Jugendliche im deutschsprachigen Raum. Ziel dieser Studie ist es, die bei Erwachsenen etablierte Schmerzempfindungsskala von Geissner (SES) für Jugendliche mit chronischen Schmerzen zu überprüfen und zu adaptieren, um (continue reading…)
Mit Rheuma ins Fitness-Studio?
Bewegungstherapie ist ein wichtiger Teil bei der Behandlung entzündlichen Rheumas. Ziel ist, die Funktion von Gelenken, Muskeln und Bändern und damit die Mobilität zu erhalten. Spezielle Trainingsprogramme berücksichtigen Belastbarkeit und Funktionsstatus der Patienten. Wichtig sei auch ein ärztlicher Check-up.
Darüber hinaus wollen aber vor allem junge Betroffene nicht auf ihren Sport im Fitness-Studio verzichten. Doch dort fehle es oft an fachlicher Expertise, um den speziellen Anforderungen der Erkrankung gerecht zu werden. Zu diesem Fazit kommt Professor Uwe Lange…
Quelle: Mit Rheuma ins Fitness-Studio?
Qualitätsindikatoren für die Versorgung von Patienten mit Rückenschmerzen
Lumbale Rückenschmerzen sind als epidemiologisch, gesundheitsökonomisch und volkswirtschaftlich bedeutsames Gesundheitsproblem prädestiniert für Qualitätssicherungsmaßnahmen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat im Rahmen des Projekts Ambulante Qualitätsindikatoren (QI) und Kennzahlen (AQUIK®) 3 Vorschläge zur Qualitätsmessung der Versorgung von Rückenschmerzenpatienten erarbeitet. Ziel dieser Arbeit ist es, diese darzustellen und kritisch zu bewerten
Die 3 vorgeschlagenen QIs im Bereich Alarmzeichen („red flags“), Bildgebung und Arbeitsunfähigkeitszeiten werden in Bezug auf ihre Evidenzbasierung, Umsetzbarkeit und Epidemiologie bewertet. Dazu werden die den QIs zugrunde liegenden Leitlinien und Originalliteratur, sowie Ergebnisse von Surveys und Beobachtungsstudien zur Leitlinienadhärenz bei Rückenschmerzen herangezogen.
Die AQUIK®-Expertenrunde hat nur Alarmzeichen als umsetzbaren QI beurteilt. Trotz eines 2-stufigen Expertenverfahrens wurden wichtige Aspekte der Epidemiologie, Operationalisierbarkeit und Verfügbarkeit von Routinedaten nicht ausreichend berücksichtigt, sodass (continue reading…)
Validierung der deutschen Version der regionalen Schmerzskala zur Diagnose des Fibromyalgiesyndroms
Die Verwendung der Klassifikationskriterien des Amerikanischen Kollegiums für Rheumatologie (ACR) zur klinischen Diagnose des Fibromyalgiesyndroms (FMS) ist umstritten. Die Regionale Schmerzskala (RPS) wurde zur Diagnose des FMS in der Praxis und in epidemiologischen Studien entwickelt (Survey-Kriterien). Bislang wurde die RPS nicht im deutschsprachigen Raum validiert.
216 Patienten mit FMS, 53 mit einer aktiven rheumatoiden Arthritis (RA) und 60 mit einer depressiven Störung aus klinischen Einrichtungen füllten die RPS aus; 43 Patienten mit FMS füllten die RPS innerhalb von 8 Wochen ein zweites Mal aus. (continue reading…)
Chronische Schmerzen bei Vulvodynie und Pruritus vulvae
Psychotherapeutischen Behandlungsansätze können bei Patientinnen mit chronischen gynäkologischen Schmerzsymptomen indiziert sein. Schmerzzustände (Vulvodynie) und chronischer Juckreiz im Bereich der Vulva (Pruritus vulvae) stellen ein häufiges gynäkologisches Beschwerdebild dar. Zugleich werden die Betroffenen als die schwierigsten Patientinnen in der frauenärztlichen Sprechstunde bezeichnet (Dmoch 2008). Dargestellt werden psychosomatische Erklärungsmodelle und verschiedene Therapieansätze.
Nozizeptives System
Damit aus einem nozizeptiven Reiz eine Schmerzempfindung entsteht, ist eine hoch spezialisierte Signalkette nötig, die morphologische und funktionelle Elemente beinhaltet. Dazu zählen das Vorhandensein spezifischer Sensoren für unterschiedliche noxische Reizmodalitäten ebenso wie die Integration bereits auf spinaler Ebene bis hin zum Zusammenlaufen verschiedener Integrationsprozesse in subkortikalen und kortikalen Arealen. In diesem Beitrag werden die an der nozizeptiven Signalverarbeitung beteiligten Strukturen entsprechend ihrer normalen zeitlich-räumlichen Aktivierungsreihenfolge (soweit bekannt) in der Peripherie und im ZNS besprochen. Auf Ebene der (continue reading…)
Veränderte Schmerzschwellen während und nach Opioidentzug bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen
Opioide als stärkste Schmerzmittel nach WHO wurden zunehmend für chronische muskulosklettale Nichttumorschmerzen eingesetzt. Ziel dieser longitudinalen Studie war es, die Schmerzsensitivität von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen (CR) unter Opioidtherapie (OT) im Vergleich zu multimodaler Schmerztherapie (MMST) zu untersuchen, um herauszufinden, welche Therapieoption den Patienten bezüglich Schmerzlinderung besser hilft.
Es wurden 34 opioidpositive (OP) und 33 opioidfreie (OF) Patienten mit CR einer 3-wöchigen MMST unterzogen. Als Kontrolle dienten 28 gesunde Probanden (GP). Vor Therapie und 3 Wochen sowie 6 Monate später wurden Temperaturwahrnehmungen und Schmerzschwellen durch quantitative sensorische Testung (QST) untersucht. (continue reading…)
Neuropathische Schmerzsyndrome und Neuroplastizität in der funktionellen Bildgebung
Neuropathische Schmerzsyndrome sind durch das Auftreten von spontanen und Stimulus-induzierten Schmerzen gekennzeichnet. Stimulus-induzierte Schmerzen (Hyperalgesie und Allodynie) können prinzipiell aus Sensibilisierungsprozessen im peripheren (primäre Hyperalgesie) oder zentralen Nervensystem (sekundäre Hyperalgesie) resultieren. Während die zugrunde liegenden pathophysiologischen Vorgänge am Nozizeptor und die relevanten spinalen synaptischen Prozesse mittlerweile besser verstanden werden, sind die zerebralen Areale, die für die Vermittlung von Hyperalgesie und Allodynie relevant sind, noch Gegenstand kontroverser Diskussion. In den letzten Jahren haben sich insbesondere durch den Einsatz von funktionellen bildgebenden Methoden (funktionelle Magnetresonanztomographie, fMRT; Magnetenzephalographie, MEG; Positronenemissionstomographie, PET) neue Einblicke in fehlgeleitete Verarbeitungsprozesse von neuropathischen Schmerzsyndromen ergeben. In dieser Übersicht werden verschiedene Mechanismen erläutert, (continue reading…)
F45.41 Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Die Genese und Aufrechterhaltung der meisten chronischen Schmerzsyndrome ist weder monokausal somatisch noch monokausal psychologisch, sondern multifaktoriell. Die ICD-10-GM Version 2009 wurde um die Diagnose “Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren” erweitert, weil die bisherige diagnostische Klassifikation den biopsychosozialen Charakter chronischer Schmerzen nicht wiedergegeben hat. Für die Mehrzahl der Patienten ist eine Dichotomisierung in psychisch vs. organisch bedingte Schmerzen unzutreffend und mit dem gültigen Wissensstand nicht vereinbar. Mit der Erweiterung der Klassifikation wird in angemessener Weise zum Ausdruck gebracht, dass psychischen Faktoren oftmals eine wichtige Bedeutung im Chronifizierungsprozess und bei der Behandlung zukommt. In der vorliegenden Kodierhilfe werden verschiedene Aspekte der neu eingeführten Diagnose präzisiert und mögliche differenzialdiagnostische Probleme diskutiert. Dazu gehört v. a. die Abgrenzung von Diagnosen, die im Zusammenhang mit Schmerz häufig gestellt werden, und Empfehlungen, wie und ob Komorbiditäten kodiert werden können und sollen. Gleichzeitig werden klinisch relevante Schmerzsyndrome von Schmerz als Alltagsphänomen abgegrenzt. Abschließend werden der Kontext, in dem diese Diagnose gestellt wird, und spezifische Probleme im Zusammenhang mit dem DRG-System diskutiert.



