Psychotherapeuten dürfen Alkohol-, Drogen- oder Medikamenten abhängige Patienten künftig auch dann auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung behandeln, wenn diese noch nicht abstinent sind. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) heute in Berlin beschlossen.
Allerdings greift die Ausnahmeregelung nur dann, wenn der Patient bereits Schritte unternommen hat, um von seinem Suchtmittel loszukommen. Die psychotherapeutische Behandlung ist zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung bei noch bestehender Abhängigkeit laut G-BA nur dann zulässig, wenn der Patient innerhalb von maximal zehn Behandlungsstunden abstinent werden kann. Sollte der Patient rückfällig werden, sollen die Kassen die Psychotherapie nur dann weiter erstatten, wenn er unverzüglich geeignete Behandlungsmaßnahmen ergreift.
Tag: Sucht
Ambulante Psychotherapie bei Suchterkrankungen auch ohne Abstinenz möglich
Psychische Komorbidität bei chronisch somatischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter
M. Erhart, A. Weimann, M. Bullinger, M. Schulte-Markwort und U. Ravens-Sieberer
Der vorliegende Beitrag untersucht emotionale und Verhaltensprobleme bei Kindern und Jugendlichen mit chronisch somatischen Erkrankungen. Im bundesweiten repräsentativen Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) wurden bei 11.529 7- bis 17-Jährigen chronisch somatische Erkrankungen erfragt und extremes Übergewicht gemessen. Ein spezieller Versorgungsbedarf (CSHCN), emotionale und Verhaltensprobleme (SDQ) sowie personale, soziale und familiäre Ressourcen wurden erfragt. (continue reading…)
Tabakrauchen und Alkoholkonsum bei Patienten mit Kehlkopfteilresektion fünf Jahre nach der Diagnose Kehlkopfkrebs
Helge Danker, Esther Herrmann, Judith Keszte, Alexandra Meyer, Dorit Wollbrück, Andreas Dietz, Eberhard F. Meister, Cornelia Wulke, Susanne Singer
Tabak- und Alkoholkonsum sind Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Kehlkopfkrebs. Post-operativ fortgesetztes Risikoverhalten kann negative gesundheitliche Auswirkungen haben. Ziel der Arbeit waren die Beschreibung des Alkohol- und Tabakkonsums von Patienten nach krebsbedingter Kehlkopfteilresektion und die Identifizierung von Bedingungen, die die Wahrscheinlichkeit gesundheitlichen Risikoverhaltens beeinflussen. (continue reading…)
Komorbidität von Sucht und anderen psychischen Störungen – Grundlagen und evidenzbasierte Therapie
E. Gouzoulis-Mayfrank
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinik KölnDas Vorkommen von 2 oder mehr psychischen Erkrankungen bei einem Individuum (Komorbidität, Doppeldiagnose) ist keine seltene Ausnahme, sondern ein häufiges und klinisch-therapeutisch relevantes Phänomen, zumal komorbide Patienten überzufällig häufig schwere Krankheitsausprägungen aufweisen und eine intensive therapeutische Betreuung benötigen, die den Besonderheiten beider bzw. aller psychischen Störungen und ihrer wechselseitigen Beziehungen Rechnung tragen muss. In der vorliegenden Übersicht werden die Grundlagen der Komorbidität von Sucht mit anderen psychischen Störungen behandelt. Es werden die Prävalenzdaten (continue reading…)
Gesundheitsbezogene Lebensqualität und Posttraumatische Belastungsstörungen bei in der DDR politisch Inhaftierten
Politische Verfolgung war und ist Realität in unserer Welt. Diese Studie untersucht die Effekte von politischer Inhaftierung in der DDR auf die heutige Lebensqualität und auf das Vorliegen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
Bei einer Stichprobe von 157 ehemals politisch inhaftierten Personen wurden die Lebensqualität und Symptome der PTBS (continue reading…)
Prävalenz von traumatischen Stresserfahrungen und seelischen Erkrankungen bei in Deutschland lebenden Kindern von Asylbewerbern
Während Untersuchungen in Krisenregionen gezeigt haben, dass Flüchtlingskinder häufig unter psychischen Erkrankungen leiden und behandlungsbedürftig sind, liegen bis zum jetzigen Zeitpunkt noch kaum Kenntnisse über die Situation in Deutschland bei Kindern von Asylbewerbern vor. Wie hoch ist die Prävalenz von psychischen Erkrankungen und damit der Behandlungsbedarf bei Flüchtlingskindern in Deutschland? (continue reading…)
Prognosemodelle zur beruflichen Wiedereingliederung von Rehabilitanden nach beruflichen Bildungsmaßnahmen
Berufliche Rehabilitationsmaßnahmen bezwecken die Integration der Rehabilitanden in das Erwerbsleben. Für 3 Formen beruflicher Bildungsmaßnahmen – außerbetriebliche Umschulung in Berufsförderungswerken, innerbetriebliche Umschulung nach dem dualen System, berufliche Anpassungsqualifizierungen – wurde die berufliche Wiedereingliederung der Rehabilitanden nach Abschluss der Bildungsmaßnahme untersucht. (continue reading…)
Mentalisierung und externalisierende Verhaltensstörungen in der Adoleszenz
Soziale Kognitionen sind die Grundlage für ein erfolgreiches soziales Miteinander. Externalisierende Verhaltensstörungen zeichnen sich durch ein Scheitern des zwischenmenschlichen Umgangs aus; deshalb erweist sich die Betrachtung der Rolle der sozialen Kognition als fruchtbar zum Verständnis externalisierender Symptome sowie ihrer Ätiologie und Behandlungsmöglichkeiten. In dem vorliegenden Beitrag wird zunächst die klinische Theorie der Mentalisierung erläutert und dann mit den Forschungsergebnissen zu externalisierenden Verhaltensstörungen im Feld der „theory of mind“ und zur sozialen Informationsverarbeitung verbunden. Es zeigt sich, dass je nach Ausprägung proaktiver bzw. reaktiver Aggressivität (continue reading…)
Sexuelle Sucht?
Bei einer sexuell süchtigen Symptomatik mit Störungscharakter sollten deviante (Paraphilien) von nichtdevianten Formen unterschieden werden. Für die nichtdevianten Formen wird von den Autoren der Terminus Paraphilie-verwandte Störung verwendet. Ätiologisch ist eine Interaktion von erhöhter biologischer Vulnerabilität, Bindungs- und Beziehungsstörungen, Störungen der Affektregulation und Kontrolle sexueller Erregbarkeit von Bedeutung. Es gibt Menschen, die auf Depressivität und Ängstlichkeit eher mit Steigerung sexueller Erregbarkeit reagieren und mit sexueller Aktivität versuchen, negative Emotionen zu bewältigen. Auch die Bedeutung des sexuellen Stimulus selbst darf nicht übersehen werden. Neben spezifischer Psychotherapie und dem Besuch von Selbsthilfegruppen bieten medikamentöse Ansätze insbesondere mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern eine zusätzliche Hilfe.
Epidemiologie des Substanzkonsums und der Suchterkrankungen in Deutschland
Die Zielsetzung des vorliegenden Überblicks ist die Darstellung der Epidemiologie des Konsums der vier Substanzgruppen Alkohol, Tabak, illegale Drogen und Medikamente in Deutschland. Im Einzelnen geht es um folgende Fragen: 1. Welche Bedeutung haben der Konsum psychotroper Substanzen sowie Suchtstörungen für die gesundheitliche Gesamtbelastung der Bevölkerung im Vergleich zu anderen Erkrankungen beziehungsweise Störungen? 2. Wie hoch sind die Prävalenzen des Konsums dieser vier Substanzgruppen, der entsprechenden Suchtstörungen und Folgeerkrankungen in Deutschland? 3. Wie viele Menschen mit einer substanzbezogenen Störung sind in Behandlung? 4. Wie hoch sind die Kosten substanzbezogener Störungen?
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