{"id":320,"date":"2009-02-23T20:00:00","date_gmt":"2009-02-23T19:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reha-psychologie.net\/reha\/2009\/02\/wie-aussagekraftig-sind-kundenbefragungen-in-der-medizinischen-rehabilitation-von-psychisch-kranken\/"},"modified":"2009-02-23T20:00:00","modified_gmt":"2009-02-23T19:00:00","slug":"wie-aussagekraftig-sind-kundenbefragungen-in-der-medizinischen-rehabilitation-von-psychisch-kranken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychologie-aktuell.info\/reha\/2009\/02\/wie-aussagekraftig-sind-kundenbefragungen-in-der-medizinischen-rehabilitation-von-psychisch-kranken\/","title":{"rendered":"Wie aussagekr\u00e4ftig sind Kundenbefragungen in der medizinischen Rehabilitation von psychisch Kranken?"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>In Deutschland haben Kundenbefragungen im Rehabilitationsbereich mittlerweile hohe politische Bedeutung, seit die Deutsche Rentenversicherung das Patientenurteil als einen zentralen Ergebnisparameter definiert hat. Sowohl die theoretische Konzeptualisierung als auch die empirische Befundlage legen die Vermutung nahe, dass es sich bei Patientenzufriedenheit um ein \u00fcberwiegend von subjektiven Faktoren abh\u00e4ngiges Konstrukt handelt, das nur wenig mit den objektiven Gegebenheiten der Versorgung zu tun hat.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIm Rehabilitationszentrum Herzogs\u00e4gm\u00fchle wurde erstmals im Fr\u00fchjahr 2007 eine detaillierte Kundenbefragung (Rehabilitanden mit psychischen St\u00f6rungen) im Rahmen des internen Qualit\u00e4tsmanagements durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Unter Ber\u00fccksichtigung der theoretischen \u00dcberlegungen und existierenden empirischen Befunde zur inhaltlichen Dimensionierung der Patientenzufriedenheit wurde ein einrichtungsspezifischer Fragebogen konstruiert. Befragt wurden 46 \u00fcberwiegend m\u00e4nnliche Rehabilitanden mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren. Die Mehrheit der Befragten weist eine schizophrene oder affektive St\u00f6rung auf. <\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Befragung im Rehabilitationszentrum zeigen, dass die Rehabilitanden differenziert geurteilt haben und die empirisch \u00fcblicherweise gefundene positive Verzerrung der Urteile nur teilweise auftrat. Dar\u00fcber hinaus best\u00e4tigte sich die Hypothese, dass Behandlungszufriedenheit und die Beurteilung der Qualit\u00e4t eine unterschiedliche inhaltliche Dimensionierung aufweisen. W\u00e4hrend Zufriedenheit vom Urteil \u00fcber die Wirksamkeit der Behandlung abh\u00e4ngig ist, ist das Qualit\u00e4tsurteil von der Einsch\u00e4tzung der Kompetenz des Behandelnden abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Schlussfolgerung\/Konsequenzen: Insbesondere die Urteile unserer Rehabilitanden zur Qualit\u00e4t sind im Rahmen der internen und externen (Kostentr\u00e4ger) Qualit\u00e4tssicherung zu ber\u00fccksichtigen. Der Stand der Theoriebildung sowie die empirische Befundlage zur Patientenzufriedenheit legen dar\u00fcber hinaus eine Einbettung der Befragung in ein umfassendes Konzept zur Ma\u00dfnahmeevaluation im Sinne von Effectiveness-Forschung nahe. Die Validierung der Patientenurteile im Rehabilitationszentrum an objektiven, behandlungsbezogenen Outcomeparametern ist deshalb vorgesehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.thieme-connect.com\/DOI\/DOI10.1055\/s-0028-1082298\">Thieme eJournals &#8211; Abstract<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland haben Kundenbefragungen im Rehabilitationsbereich mittlerweile hohe politische Bedeutung, seit die Deutsche Rentenversicherung das Patientenurteil als einen zentralen Ergebnisparameter definiert hat. 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