{"id":4362,"date":"2011-11-13T08:11:06","date_gmt":"2011-11-13T06:11:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychologie-aktuell.info\/reha\/?p=4362"},"modified":"2011-11-08T20:28:34","modified_gmt":"2011-11-08T18:28:34","slug":"medizinische-rehabilitation-bei-alteren-versicherten-55plus-ergebnisse-einer-qualitativen-studie-mit-rehabilitanden-und-reha-klinikern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychologie-aktuell.info\/reha\/2011\/11\/medizinische-rehabilitation-bei-alteren-versicherten-55plus-ergebnisse-einer-qualitativen-studie-mit-rehabilitanden-und-reha-klinikern\/","title":{"rendered":"Medizinische Rehabilitation bei \u00e4lteren Versicherten (55plus): Ergebnisse einer qualitativen Studie mit Rehabilitanden und Reha-Klinikern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong><span class=\"contrib\">T. Kr\u00fcger-Wauschkuhn, N. Pohontsch, R. Deck<\/span><\/strong><br \/>\nDie Alterung der deutschen Bev\u00f6lkerung, die Morbidit\u00e4tsentwicklung und begrenzte Ressourcen erfordern ein gesundheits- und gesellschaftspolitisches Umdenken. Aufgrund der Zunahme von chronischen und multiplen Erkrankungen in h\u00f6herem Alter und der Ausweitung der Lebensarbeitszeit wird die \u00adBedeutung der medizinischen Rehabilitation \u00adzunehmen. Da sich die Zusammensetzung der Rehabilitanden analog zur Entwicklung der Bev\u00f6l\u00adkerung ver\u00e4ndert, stellt sich die Frage, ob das \u00adBehandlungsprogramm der Rehabilitation den Erfordernissen und Bed\u00fcrfnissen \u00e4lterer Rehabilitanden gerecht wird und welcher Anpassungsbedarf m\u00f6glicherweise besteht.<br \/>\nIm Rahmen von 18 leitfadengest\u00fctzten Fokusgruppen mit insgesamt 62 Rehabilitanden unterschiedlicher Indikationen im Alter&gt;55 Jahre wurden Bed\u00fcrfnisse und Erwartungen an die Rehabilitation sowie Verbesserungsvorschl\u00e4ge erfragt. Im Unterschied <!--more-->zu einer vorausgegangenen quantitativen Studie, in der die Reha-Bed\u00fcrfnisse und Reha-Angebote von j\u00fcngeren und \u00e4lteren Rehabilitanden einander gegen\u00fcbergestellt wurden, handelte es sich hier um eine qualitative Studie, in der ausschlie\u00dflich Rehabilitanden der h\u00f6heren Altersgruppe befragt wurden. Die Ergebnisse wurden mit Experten in 3 multidisziplin\u00e4r besetzten Gruppendiskussionen diskutiert. Die Gespr\u00e4che wurden auf Tontr\u00e4ger aufgenommen, transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet.<br \/>\nDie Untersuchung zeigte vielf\u00e4ltige Bed\u00fcrfnisse der Rehabilitanden bez\u00fcglich des Behandlungsablaufs auf. Der Wunsch nach einer st\u00e4rkeren Patientenorientierung, insbesondere durch bessere Informierung und Mitspracherecht bei Therapieentscheidungen, spielte dabei eine zentrale Rolle. Ein konkreter, individueller Nachsorgeplan und regelm\u00e4\u00dfige Nachbefragungen k\u00f6nnten nach Ansicht der Rehabilitanden eine optimale Integration der Rehabilitationsinhalte in den Alltag erm\u00f6glichen und somit die Nachhaltigkeit der Rehabilitation steigern. Aus \u00adExpertensicht waren viele der ge\u00e4u\u00dferten Bed\u00fcrfnisse nachvollziehbar und berechtigt. Unter den aktuell bestehenden Bedingungen (zeitliche und personelle Restriktionen, Leitlinien) sei eine Umsetzung der rehabilitandenseitig ge\u00e4u\u00dferten Vorschl\u00e4ge jedoch nur schwer realisierbar. Aus Sicht der Rehabilitanden und Experten sollten berufsbezogene Angebote und Hilfen bei der Umsetzung der Reha-Empfehlungen im Beruf intensiviert werden. Konsens herrschte auch hinsichtlich einer Ausweitung und Intensivierung der Nachsorge. Entgegen unseren Annahmen spielten ausschlie\u00dflich auf das Alter bezogene Schwerpunkte aus Sicht beider Gruppen eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch zeigten sich einige Bereiche, in denen die \u00e4lteren Rehabilitanden Optimierungsbedarf sahen. Die Probleme, die sich auf das Rehabilitationsgeschehen generell bezogen, stehen zwar nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Alter, k\u00f6nnten aus unserer Sicht dennoch \u00e4ltere Rehabilitanden st\u00e4rker belasten.<br \/>\nDie Optimierung einzelner Aspekte des R\u00adehabilitationsgeschehens mit Blick auf nachhaltige Behandlungserfolge bei \u00e4lteren Rehabilitanden sollte in Erw\u00e4gung gezogen werden. Eine Schl\u00fcsselrolle kommt dabei der individuellen Unterst\u00fctzung und der F\u00f6rderung von Eigenverantwortung im Umgang mit der Krankheit zu. Besonders f\u00fcr \u00e4ltere Rehabilitanden erscheinen hierf\u00fcr ein bed\u00fcrfnisgerechtes Informationsangebot und ein fester R\u00fcckhalt durch eine strukturierte Reha-Nachsorge, gegebenenfalls in Form einer l\u00e4ngerfristigen Anbindung an die Reha-Klinik, erforderlich.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.thieme-connect.de\/DOI\/DOI?10.1055\/s-0031-1280819\">Thieme eJournals &#8211; Abstract<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>T. Kr\u00fcger-Wauschkuhn, N. Pohontsch, R. Deck Die Alterung der deutschen Bev\u00f6lkerung, die Morbidit\u00e4tsentwicklung und begrenzte Ressourcen erfordern ein gesundheits- und gesellschaftspolitisches Umdenken. 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