{"id":4811,"date":"2012-02-13T06:44:24","date_gmt":"2012-02-13T05:44:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychologie-aktuell.info\/reha\/?p=4811"},"modified":"2012-01-15T12:15:23","modified_gmt":"2012-01-15T11:15:23","slug":"psychosoziale-einflussfaktoren-fur-die-inanspruchnahme-medizinischer-rehabilitationsmasnahmen-bei-patienten-mit-einer-prostatakrebserkrankung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychologie-aktuell.info\/reha\/2012\/02\/psychosoziale-einflussfaktoren-fur-die-inanspruchnahme-medizinischer-rehabilitationsmasnahmen-bei-patienten-mit-einer-prostatakrebserkrankung\/","title":{"rendered":"Psychosoziale Einflussfaktoren f\u00fcr die Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitationsma\u00dfnahmen bei Patienten mit einer Prostatakrebserkrankung"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong><span class=\"contrib\">C. Lehmann et al.<\/span><\/strong><br \/>\nDie Behandlung einer Prostatakrebserkrankung f\u00fchrt zu zum Teil langandauernden k\u00f6rperlichen und psychischen Beeintr\u00e4chtigungen. Dennoch nimmt nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Patienten eine Rehabilitationsma\u00dfnahme in Anspruch; die empirische Datenlage zu den Gr\u00fcnden hierf\u00fcr ist bislang \u00e4u\u00dferst begrenzt. Die vorliegende Studie zielte daher unter explorativer Zielsetzung auf die Identifikation von Einflussfaktoren der Inanspruchnahme einer Rehabilitationsma\u00dfnahme bei Patienten mit einem Prostatakarzinom.<!--more--><br \/>\nDargestellt werden die Ergebnisse des ersten Erhebungszeitpunktes einer prospektiven multizentrischen Studie zur Evaluation ambulanter onkologischer Rehabilitationsma\u00dfnahmen. Untersucht wurden n=242 Prostatakrebspatienten in ambulanter bzw. station\u00e4rer Rehabilitation (Inanspruchnehmer), und n=253 Patienten, die keine Rehabilitation durchf\u00fchrten (Nichtinanspruchnehmer), mittels standardisierter Selbstbeurteilungsverfahren zu Beginn der Rehabilitationsma\u00dfnahme bzw. nach Abschluss der Prim\u00e4rtherapie. Erfasst wurden folgende, aus vorliegenden Daten bei anderen Indikationsbereichen und klinischer Expertise abgeleitete unabh\u00e4ngige Variablen: Autonomiestreben (TPF), Selbstwirksamkeitserwartung (GSE), Distress (Distress-Thermometer), Angst und Depressivit\u00e4t (HADS-D), Lebensqualit\u00e4t (SF-8), soziale Unterst\u00fctzung (SSUK), Rehabilitationsmotivation: \u00c4nderungsbereitschaft, Informationsstand, Skepsis bez\u00fcglich einer Rehabilitationsma\u00dfnahme (PAREMO-20). Die erkrankungs- und behandlungsbezogenen Daten (Krankheitsstadium, Art und Anzahl weiterer Erkrankungen, Prim\u00e4rtherapien) der Patienten wurden von den behandelnden \u00c4rzten dokumentiert.<br \/>\nEs zeigen sich nur wenige signifikante und bedeutsame Unterschiede zwischen Rehabilitanden und Nichtinanspruchnehmern. Patienten, die keine Reha-Ma\u00dfnahme durchf\u00fchrten, leiden h\u00e4ufiger unter komorbiden Erkrankungen des Verdauungssystems (18% vs. 2%, w=0,25). Beide Patientengruppen berichten deutliche Einschr\u00e4nkungen ihrer Lebensqualit\u00e4t, insbesondere in k\u00f6rperlicher Hinsicht. Nichtinanspruchnehmer geben signifikant h\u00f6here Werte auf der Skala \u201eSkepsis\u201c des PAREMO-20 an als Rehabilitanden (eta\u00b2=0,19). Die Skala \u201eSkepsis\u201c wird auch als wesentlicher Pr\u00e4diktor f\u00fcr die Inanspruchnahme einer Rehabilitationsma\u00dfnahme identifiziert (R\u00b2=0,23). Weitere bedeutsame Einflussfaktoren sind das Vorliegen einer zus\u00e4tzlichen gastrointestinalen Erkrankung, Selbstwirksamkeitserwartung und Erwerbsstatus (R\u00b2=0,12 bzw. jeweils R\u00b2=0,02). Mit zunehmender Skepsis gegen\u00fcber dem Rehabilitationserfolg bzw. bei Komorbidit\u00e4t sinkt die Wahrscheinlichkeit der Reha-Inanspruchnahme.<br \/>\nBei Patienten mit Prostatakrebs scheint die subjektive Erwartung hinsichtlich der Effektivit\u00e4t einer Rehabilitationsma\u00dfnahme zur Linderung der Beschwerden neben medizinischen Merkmalen von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung f\u00fcr die Inanspruchnahme zu sein als soziodemografische oder belastungsbezogene Aspekte. In weiteren Studien ist zu kl\u00e4ren, inwieweit sich dieses Ergebnis replizieren l\u00e4sst, sowie die Frage, in welchem Umfang Patienten \u00fcber Ziele und Behandlungskonzepte der medizinischen Rehabilitation aufgekl\u00e4rt werden. F\u00fcr die Praxis ist zu empfehlen, bei Information der Patienten \u00fcber Rehabilitationsma\u00dfnahmen regelhaft neben deren Belastungen auch Erwartungen und Bef\u00fcrchtungen zu explorieren, um so bestehende Zweifel ggf. ausr\u00e4umen und die Versorgung optimieren zu k\u00f6nnen.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.thieme-connect.de\/DOI\/DOI?10.1055\/s-0031-1285893\">Thieme eJournals &#8211; Abstract<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>C. Lehmann et al. Die Behandlung einer Prostatakrebserkrankung f\u00fchrt zu zum Teil langandauernden k\u00f6rperlichen und psychischen Beeintr\u00e4chtigungen. 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