{"id":9589,"date":"2015-06-19T06:09:20","date_gmt":"2015-06-19T04:09:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychologie-aktuell.info\/reha\/?p=9589"},"modified":"2015-06-16T20:46:21","modified_gmt":"2015-06-16T18:46:21","slug":"unterschiedliche-ausgangsbelastungen-in-der-medizinischen-rehabilitation-moeglichkeiten-der-flexibilisierung-am-beispiel-der-reha-nachsorge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psychologie-aktuell.info\/reha\/2015\/06\/unterschiedliche-ausgangsbelastungen-in-der-medizinischen-rehabilitation-moeglichkeiten-der-flexibilisierung-am-beispiel-der-reha-nachsorge\/","title":{"rendered":"Unterschiedliche Ausgangsbelastungen in der medizinischen Rehabilitation: M\u00f6glichkeiten der Flexibilisierung am Beispiel der Reha-Nachsorge"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><span class=\"b\">Hintergrund:<\/span> Das Nachsorgekonzept Neues Credo wurde interdisziplin\u00e4r und praxisnah f\u00fcr Patienten mit chronischem R\u00fcckenschmerz (cRS) entwickelt. Es sieht eine Fokussierung der Reha-Nachsorge schon w\u00e4hrend des Aufenthalts und eine l\u00e4ngerfristige Begleitung der Rehabilitanden nach Abschluss der Reha vor. In einer multizentrischen, kontrollierten L\u00e4ngsschnittstudie zeigte sich, dass Rehabilitanden der Interventionsgruppe (IG) Reha-Inhalte und -Ziele im Jahr nach der Reha signifikant besser im Alltag umsetzen konnten und dass sie signifikant bessere Langzeiteffekte erreichten [Deck et al., 2012]. Es gibt aber auch Rehabilitanden, die vom Neuen Credo nicht profitierten, weil sie mit geringen Belastungen die Reha antraten. Unter der Annahme, dass geringer beeintr\u00e4chtigte Rehabilitanden eine weniger aufwendige Nachsorge ben\u00f6tigen als Rehabilitanden mit gr\u00f6\u00dferen Beeintr\u00e4chtigungen wurde in einer Folgestudie die Nachsorgestrategie flexibilisiert. Untersucht wird, ob die IG trotz Flexibilisierung nachhaltigere Effekte erreicht als die Kontrollgruppe (KG) ohne das Nachsorgekonzept.<\/p>\n<p><span class=\"b\">Methode:<\/span> Es wurde eine bizentrische, prospektive, kontrollierte L\u00e4ngsschnittstudie mit 3 Messzeitpunkten durchgef\u00fchrt. Die Flexibilisierung der Nachsorge erfolgte anhand der Auspr\u00e4gungen in den Hauptzielgr\u00f6\u00dfen Funktionsbehinderungen im Alltag (FFbH-R) und Einschr\u00e4nkungen der Teilhabe (IMET) zu Beginn der Reha. Die beiden Instrumente wurden als Hauptzielgr\u00f6\u00dfen gew\u00e4hlt, da sie sich in zahlreichen Rehabilitandenstichproben bew\u00e4hrt haben. F\u00fcr den FFbH-R liegen dar\u00fcber hinaus Referenzdaten aus unterschiedlichen Patienten- und Bev\u00f6lkerungsstichproben vor. Rehabilitanden, die geringe Beeintr\u00e4chtigungen aufwiesen, erhielten nur die Elemente des Neuen Credo w\u00e4hrend des Klinikaufenthalts, Rehabilitanden mit relevanten Einschr\u00e4nkungen erhielten das komplette Neue Credo \u00fcber einen Zeitraum von 12 Monaten nach der Reha. Zur Evaluation der Wirksamkeit wurden die Daten der Kontrollgruppe aus der Vorg\u00e4ngerstudie [Deck et al., 2012] herangezogen. Auch in dieser Stichprobe wurden die Rehabilitanden hinsichtlich ihrer Beeintr\u00e4chtigungen gruppiert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In die Analysen wurden die Rehabilitanden eingeschlossen, die keine relevanten Beeintr\u00e4chtigungen aufwiesen (IG N=81; KG N=157).<\/p>\n<p><span class=\"b\">Ergebnisse:<\/span> Hinsichtlich der Langzeiteffekte ergab sich f\u00fcr die prim\u00e4re Zielgr\u00f6\u00dfe FFbH-R ein signifikant positiver Intragruppen-Effekt f\u00fcr die IG, die KG erreicht 12 Monate nach der Reha wieder den Ausgangswert. Beim IMET ergibt sich f\u00fcr die IG ebenfalls ein signifikanter Intragruppeneffekt, die KG ver\u00e4ndert sich im Zeitverlauf nicht. Es lassen sich bei beiden Outcomegr\u00f6\u00dfen keine signifikanten Interaktionseffekte feststellen. Bei den sekund\u00e4ren Zielgr\u00f6\u00dfen ergaben sich f\u00fcr die IG in allen Outcomes Intragruppen-Effektst\u00e4rken kleiner bis mittlerer Gr\u00f6\u00dfenordnung, die KG erreicht bei der H\u00e4lfte dieser Outcomes Intragruppen-Effekte kleiner Gr\u00f6\u00dfenordnung.<\/p>\n<p><span class=\"b\">Schlussfolgerungen:<\/span> Rehabilitanden, die mit eher geringen Beeintr\u00e4chtigungen die Rehabilitation erreichen, verstetigen die Reha-Effekte auch mit einer reduzierten Nachsorgestrategie. Nachsorge-Angebote sollten demzufolge dem individuellen Bedarf angepasst werden. Rehabilitanden, die mit relativ gutem Gesundheitszustand die Reha antreten, scheinen von einer intensiven Nachsorge keinen zus\u00e4tzlichen Nutzen zu ziehen.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.thieme-connect.de\/DOI\/DOI?10.1055\/s-0034-1394447\">Thieme E-Journals &#8211; Die Rehabilitation \/ Abstract<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hintergrund: Das Nachsorgekonzept Neues Credo wurde interdisziplin\u00e4r und praxisnah f\u00fcr Patienten mit chronischem R\u00fcckenschmerz (cRS) entwickelt. Es sieht eine Fokussierung der Reha-Nachsorge schon w\u00e4hrend des Aufenthalts und eine l\u00e4ngerfristige Begleitung der Rehabilitanden nach Abschluss der Reha vor. 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