Motivationale Einschränkungen sind ein zentrales Merkmal der Depression. Zunehmend wird dabei die Bedeutung von Vermeidungszielen betont. Fragestellung: Zeigen depressive Patienten mehr Vermeidungsziele als gesunde Kontrollprobanden? Hängen vermehrte Vermeidungsziele mit Misserfolgserleben zusammen? Depressive Patienten (N = 49) und Kontrollprobanden (N = 49) beantworten Selbstbeurteilungsmaße. Es werden Gruppenvergleiche sowie Zusammenhangsmaße analysiert. Depressive Patienten weisen mehr Vermeidungsziele und höheres Misserfolgserleben auf, zeigen aber vergleichbar viele Annäherungsziele. Vermeidungsziele und Misserfolgserleben korrelieren bedeutsam positiv. Depressive Patienten erscheinen übermotiviert. Neben dem Aufbau von Kompetenzen zur Erreichung von Annäherungszielen sollten depressive Patienten gezielt im Ablösen von Vermeidungszielen unterstützt werden.
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