Künstlerische Therapeuten im Gesundheitswesen

Die Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien (BAG KT) hatten die Durchführung einer Berufsgruppenanalyse Künstlerische Therapeutinnen und Therapeuten im Format einer Online-Erhebung beschlossen. Hierzu wurde ein Fragebogen für alle Fachrichtungen Künstlerischer Therapien entwickelt, der neben soziodemografischen Angaben, Angaben zu der Qualifikation, zu den Tätigkeitsbereichen, zu Kennzeichen der Klientel, zum institutionellen Rahmen und Setting sowie zur Vergütung erfasst. Es liegen 2 303 auswertbare Datensätze vor. Im Fokus stehen hier die Künstlerischen Therapeuten, die im Gesundheitswesen gemäß SGB tätig sind (N=2134). 83% sind weiblich. 56% sind in der Akut- und Heilbehandlung, gefolgt von den Bereichen Rehabilitation und Kinder- und Jugendhilfe, tätig. Den größten Anteil haben in allen Bereichen die Fachrichtungen Musik- und Kunsttherapie. Einen Hochschulabschluss in künstlerischem Therapieverfahren weisen 57% auf, irgendeinen Hochschulabschluss haben 83%. Die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde besitzen 42%. Qualitätssicherende Maßnahmen werden von fast allen angewendet. Die Ergebnisse unterstreichen die Implementierung der Künstlerischen Therapien im Gesundheitswesen.

Quelle: Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

Einfluss von Teamarbeit auf Wohlbefinden und emotionale Erschöpfung von Mitarbeitern in der medizinischen Rehabilitation

Ziel der Studie: Emotionale Erschöpfung und Wohlbefinden von Mitarbeitern sind Indikatoren, welche im Zusammenhang mit der hohen Prävalenz psychischer und psychosomatischer Erkrankungen bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen von Bedeutung sind. Teamarbeit kann das Wohlbefinden der Mitarbeiter positiv beeinflussen. Dies ist jedoch im Bereich der Rehabilitation noch unzureichend belegt. Ziel der vorliegenden Studie war es, Aspekte von Teamarbeit als Prädiktoren für Wohlbefinden und emotionale Erschöpfung bei Mitarbeitern in deutschen Rehabilitationskliniken zu untersuchen.

Methodik: Die Daten wurden in insgesamt 10 Rehabilitationskliniken in Südwestdeutschland erhoben, davon wurden die Mitarbeiterfragebogen aus 9 Kliniken (n=306, 70% weiblich, 68% zwischen 40 und 59 Jahre alt) mittels multipler linearer Regression ausgewertet.

Ergebnisse: Die Mitarbeiter berichteten moderate Maße an emotionaler Erschöpfung und hohes Wohlbefinden. Die Ergebnisse der Regressionsanalysen zeigen, dass Zusammenhalt (β=0,27, p<0,001), Teamorganisation (β=0,19, p<0,01) und Alter (β=0,13, p<0,05) der Mitarbeiter einen bedeutsamen Teil der Varianz von Wohlbefinden aufklären konnten (F[3, 244]=19,38, p<0,05). Durch das Kriterium Zusammenhalt (β=− 0.37, p<0,001) konnte die emotionale Erschöpfung der Mitarbeiter bedeutsam vorhergesagt werden (F[1, 244]=39,19, p<0,001).

Schlussfolgerung: Diskutiert werden die Auswirkungen der interpersonellen und strukturellen Aspekte von Teamarbeit, sowie die potentielle Relevanz von Interventionsmaßnahmen zur Verbesserung der Teamarbeit, um eine Steigerung des psychischen Wohlbefindens der Mitarbeiter zu erreichen.

Quelle: Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

Die Zukunft der medizinisch–rehabilitativen Versorgung im Kontext der Multimorbidität – Teil I: Begriffsbestimmung, Versorgungsfragen und Herausforderungen

Hintergrund: Multimorbide Personen mit 2 und mehr chronischen Krankheiten mit sozialmedizinischer Relevanz, rücken immer mehr in den Vordergrund der rehabilitativen Versorgung.

Methodik: Nach Klärung der Begriffsbestimmung von Multimorbidität im rehabilitativen Kontext und orientierender Literaturauswertung zu deren Prävalenz und Folgen wurden ausgehend von einem kasuistischen Beispiel besondere Anforderungen und allgemeine Herausforderungen für die Leistungsgestaltung sowie für die rehabilitative Versorgung herausgearbeitet und im Ärztlichen Sachverständigenrat der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) konsentiert.

Ergebnis: Der Handlungsbedarf bei multimorbiden Versicherten reicht von der funktionsbezogenen, individuellen Bedarfsermittlung über die Zuweisungspraxis, Rehabilitationsdurchführung und -nachsorge bis zur Reintegration der Rehabilitanden in den Sozialraum.

Quelle: Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

Soziale Ungleichheit bei der Inanspruchnahme onkologischer Versorgungsangebote

Fragestellung: Die vorliegende Studie untersucht, inwieweit soziale Ungleichheiten bei der Inanspruchnahme von Maßnahmen nach akutstationärer Behandlung bei Prostata- und Brustkrebspatienten bestehen.

Methodik: Die Daten stammen aus einer prospektiven, multizentrischen Beobachtungsstudie. Studienteilnehmer waren 483 primärerkrankte Patienten mit Brust- oder Prostatakrebs (UICC-Stadien 0-IV) im Alter zwischen 18 und 65 Jahren. Die Patienten wurden nach der Operation sowie 6 Monate später schriftlich zur Inanspruchnahme psychosozialer Maßnahmen, medizinischer Rehabilitation und alternativkomplementärer Medizin (CAM) befragt. Der soziale Status wurde durch die Indikatoren Beruf, Bildung und Einkommen erfasst. Zudem wurde der Krankenversichertenstatus abgefragt. Für die Analyse wurden logistische Regressionen getrennt nach Tumorlokalisation unter Kontrolle von Alter und erkrankungsbezogenen Faktoren wie Erkrankungsschwere und psychische Komorbidität durchgeführt.

Ergebnisse: Die Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit und der Inanspruchnahme variieren in Abhängigkeit der erfassten Ungleichheitsindikatoren und der nachstationären Versorgungsangebote. Am stärksten und konsistentesten sind die Zusammenhänge bei der Inanspruchnahme von CAM. Diese Angebote werden verstärkt durch Patienten mit einem hohen sozialen Status und privater Krankenversicherung in Anspruch genommen. Bei der Rehabilitation zeigen sich hingegen eher schwache und inkonsistente Ungleichheiten. Zudem sind die Ungleichheiten bei Prostatakrebspatienten schwächer ausgeprägt als bei Brustkrebspatientinnen.

Schlussfolgerung: Es bestehen inkonsistente soziale Ungleichheiten bei der Inanspruchnahme von Maßnahmen nach akutstationärer Behandlung bei Prostata- und Brustkrebspatienten. Es bleibt zu klären, inwieweit diese Ungleichheiten auf Zugangsbarrieren, unterschiedliche Informiertheit oder unterschiedliche Präferenzen zurückzuführen sind.

Quelle: Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

Psychosoziale Belastungen, Stressempfinden und Stressbewältigung von Studierenden der Sozialen Arbeit: Ergebnisse einer quantitativen Studie

Im Rahmen der vorliegenden quantitativen Untersuchung wurden die Daten von 746 Studierenden der Sozialen Arbeit hinsichtlich ihres aktuellen Stresserlebens, erlebter psychosozialer Belastungsfaktoren sowie deren Nutzung spezifischer Bewältigungsverfahren erhoben. Zum Einsatz kam die Perceived Stress Scale (PSS) sowie das Trierer Inventar zum Chronischen Stress (TICS). Die Ergebnisse zeigen, dass ein Drittel der Studierenden unter viel bis extrem viel Stress leidet. Ein Viertel fühlt sich deutlich überfordert und sozial überlastet. Psychosozialen Belastungen durch prägende Ereignisse in der Biografie (z. B. Tod oder psychische Erkrankung von nahen Angehörigen) sind weit mehr als die Hälfte der Studierenden ausgesetzt. Trotz deutlicher Belastungen hat nur ein Viertel schon einmal professionelle Unterstützung in Anspruch genommen. Studierende, die vorwiegend funktionale Bewältigungsstrategien nutzen, weisen u. a. ein geringeres Stressempfinden und geringere Überforderung als Studierende auf, die vorwiegend dysfunktionale Bewältigungsstrategien nutzen. Dieses theoretisch häufig beschriebene und empirisch fundierte Wissen sollte gewinnbringend im Hochschulkontext genutzt werden: Die vermehrte Implementierung von Seminaren zur Stressbewältigung im Studium liegt nahe – das Erlernen funktionaler Bewältigungsstrategien kann zu einer deutlichen Reduktion von Stress und Belastungen unter Studierenden beitragen. Zudem sollten niedrigschwellige psychosoziale Unterstützungsangebote implementiert und ausgebaut werden.

Quelle: Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

Zur Verwendung des sozioökonomischen Status in der Gesundheitsforschung am Beispiel Rückenschmerz – systematisches Review

Ziel der Studie: Welche Indikatoren zur Messung des SES werden in sozialepidemiologischen Studien zum Thema Rückenschmerzen wie häufig eingesetzt, wie wird dies begründet und zeigen sich systematische Unterschiede in den Ergebnissen abhängig von der verwendeten Operationalisierungsweise?

Methodik: Um diese Frage zu beantworten wurde ein systematisches Literaturreview durchgeführt.

Ergebnisse: 13 Aufsätze genügten den Einschlusskriterien. Dabei zeigt sich, dass Bildung am häufigsten als Indikator für den SES verwendet wird gefolgt von Einkommen, Berufsklasse, Berufskategorie und mehrdimensionalem Index. 8 Studien verwendeten mehr als einen Indikator. Begründet wurde die Auswahl in 2 Studien. Ein Vergleich der Effektgrößen der in den unterschiedlichen Studien verwendeten Indikatoren zeigt kein einheitliches Bild.

Schlussfolgerungen: Es ist zu hinterfragen, inwieweit die Verwendung des SES als globales Maß sinnvoll ist. Gemäß den hier vorliegenden Ergebnissen ist zu empfehlen anstelle des SES die jeweils verwendeten Indikatoren zu benennen und, gerade aufgrund der selten erfolgten Begründung, keine über die jeweiligen Indikatoren hinausgehenden Vermutungen anzustellen.

Quelle: Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

Erhöhtes Sterberisiko durch häufiges Fernsehen

Internationale Untersuchungen zur sitzend verbrachten Freizeit kamen zu dem Schluss, dass das Fernsehen in diesem Zusammenhang eine dominierende Rolle spielt. Ob eine Assoziation besteht zwischen Fernsehen und der Gesamtmortalität, konnte in bisherigen epidemiologischen Studien nicht eindeutig nachgewiesen werden. Eine Metaanalyse hat hierzu nun neue Ergebnisse geliefert.

Am J Epidemiol 2015; 182: 908–916

Quelle: Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

Bedeutung willentlicher Steuerungsprozesse in Gutachten zu psychisch bedingter Berufsunfähigkeit

Die Studie untersucht, in welcher Form und welchem Umfang willentliche Prozesse in Gutachten zur Beurteilung psychisch bedingter Berufsunfähigkeit dokumentiert und in gutachterliche Bewertungen integriert sind. Da psychische Störungen durch das Verhältnis aus willentlichen und der willentlichen Steuerung entzogenen Prozessen bestimmt sind und Leistungseinschränkungen noch stärker als die Störungen selbst willentlicher Steuerung unterworfen sind, sollten Gutachten ausreichende Informationen zur Steuerungsfähigkeit enthalten. 110 medizinische und psychologische Gutachten zu psychisch bedingter Berufsunfähigkeit wurden von 6 Auswertern anhand eines standardisierten Auswertungsleitfadens in Bezug auf Merkmale der willentlichen Steuerungsfähigkeit evaluiert. Angaben zu psychopathologischen, der willentlichen Steuerung entzogenen Merkmalen waren vollständiger dokumentiert als Angaben zu gesteuerten Prozessen. Häufigste Indikatoren erhaltener Steuerungsfähigkeit waren offensichtliche Merkmale des Bewältigungs- und Leistungsverhaltens und der Inanspruchnahme von Therapie. Angaben zu kognitiven und emotionalen Bedingungen willentlichen Verhaltens waren selten. Eine wertneutrale Integration willentlich gesteuerter Prozesse in die Einschätzung der Berufsunfähigkeit ist unter diesen Bedingungen erschwert.

Quelle: Bedeutung willentlicher Steuerungsprozesse in Gutachten zu psychisch bedingter Berufsunfähigkeit: Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie: Vol 64, No 3

Zusammenhänge zwischen Leistungsprognosen, Ergebniseinschätzungen, erzielten Leistungen in Konzentrationstests und subjektiver Auffassung der eigenen Konzentrationsfähigkeit.

Die Studie überprüfte anhand mehrerer Konzentrationstests die Beziehungen zwischen Konzentrationseinschätzungen im Alltag, aktuellen subjektiven Leistungsprognosen vor sowie Ergebniseinschätzungen nach der Testung mit den erzielten Leistungen in den Konzentrationstests. In der Regel lassen sich signifikante Korrelationen zwischen Testergebnis und Leistungsprognose wie auch Ergebniseinschätzung finden, wenn die Testperson hinreichend über die Anforderungen des speziellen Konzentrationstests informiert ist. Bei einigen Tests sind Alltagskonzentration und das Ergebnis im Konzentrationstest unabhängig voneinander sein, bei andern lassen sich signifikante Zusammenhänge nachweisen. Persönlichkeitsvariablen stehen jedoch in einem erkennbar engeren Zusammenhang mit Alltagskonzentration als die objektive Konzentrationsfähigkeit. Die subjektive Einschätzung der Konzentration im Alltag fällt umso schwächer aus, je höher der Neurotizismus und je geringer die Gewissenhaftigkeit ausgeprägt sind.

Quelle: Zusammenhänge zwischen Leistungsprognosen, Ergebniseinschätzungen, erzielten Leistungen in Konzentrationstests und subjektiver Auffassung der eigenen Konzentrationsfähigkeit.

Stellenangebot: Psychologen (m/w) – in Orthopädisch-Rheumatologisch-Unfallchirurgische Rehabilitationsklinik mit Spezieller Schmerztherapie (59505 Bad Sassendorf)

Wir sind eine Orthopädisch-Rheumatologisch-Unfallchirurgische Rehabilitationsklinik mit Spezieller Schmerztherapie, AHB- und BGSW-Klinik mit Sitz in Bad Sassendorf (nahe Dortmund). Unsere medizinische, therapeutische und pflegerische Kompetenz liegt schwerpunktmäßig bei der erfolgreichen Rehabilitation nach Operationen von Knie- und Hüftgelenken, Wirbelsäuleneingriffen, schweren Unfallverletzungen und Amputationen.
Unsere Patienten werden von Rentenversicherern, gesetzlichen Krankenkassen und Berufsgenossenschaften
zur Rehabilitation eingewiesen. Im Rahmen des schmerztherapeutischen Schwerpunktes werden chronische
Schmerzpatienten nach multimodalem Ansatz behandelt.
Zur Unterstützung unseres Psychologischen Dienstes suchen wir
ab sofort einen

Psychologen (m/w)
– in Voll- oder Teilzeit (Ø 20 Std./Woche) –

Continue reading ‚Stellenangebot: Psychologen (m/w) – in Orthopädisch-Rheumatologisch-Unfallchirurgische Rehabilitationsklinik mit Spezieller Schmerztherapie (59505 Bad Sassendorf)‘

Dieser Artikel ist sichtbar bis: 12.08.2017