Landespsychotherapeutentag Baden-Württemberg 2018 – Psychotherapie in Institutionen – Herausforderungen und Perspektiven

(LPK BW) Der Landespsychotherapeutentag 2018 richtet seine Aufmerksamkeit auf die Vielfalt der Tätigkeitsfelder sowie die zukünftigen Herausforderungen der Psychotherapie in Institutionen. Psychotherapeutische Kompetenz in Institutionen wird sehr geschätzt und ist nicht mehr wegzudenken — nicht zuletzt hat sich die Anzahl der Stellen in dieser Zeit vervielfacht. Eine spannende Frage, wie sich das Berufsfeld weiterentwickeln wird.

Incl. Vortrag und Arbeitsgruppe zum Thema Rehabilitation

Tagungsprogramm Landespsychotherapeutentag 2018 - Stuttgart (21 Downloads)

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Kulturabhängigkeit der Einstellung gegenüber psychotherapeutischer Behandlung bei Türkeistämmigen und Personen ohne Migrationshintergrund

Ziel Die vorliegende Arbeit vergleicht die Einstellung zur Inanspruchnahme psychotherapeutischer Hilfe bei in Deutschland lebenden Personen ohne und mit türkischem Migrationshintergrund. Dabei werden auch geschlechts- und störungsspezifische sowie soziodemographische Unterschiede hinsichtlich der Aufgeschlossenheit gegenüber psychotherapeutischen Behandlungen mitberücksichtigt.

Methoden Im Rahmen dieser Studie wurden türkeistämmige (n=129) Personen und Probanden ohne türkischen Migrationshintergrund (n=129) mit dem Fragebogen zu Einstellungen gegenüber der Inanspruchnahme psychotherapeutischer Hilfe, dem Fragebogen zur sozialen Unterstützung, der Kurzversion der Symptom-Checkliste mit den Teilskalen Angst, Depression und Somatisierung sowie einem soziobiografischen Fragebogen untersucht.

Ergebnisse Die Einstellung gegenüber einer psychotherapeutischen Behandlung ist bei Menschen mit türkischem Migrationshintergrund weniger positiv als bei Menschen ohne Migrationshintergrund. Frauen, Depressive, Menschen mit einer hohen sozialen Unterstützung, einer hohen Schulbildung und mit eigenen Kindern stehen einer psychotherapeutischen Behandlung aufgeschlossener gegenüber.

Diskussion Die Einstellung zur Inanspruchnahme psychotherapeutischer Hilfe wird von soziodemografischen, geschlechts- sowie störungsspezifischen und insbesondere von kulturspezifischen Faktoren beeinflusst.

Schlussfolgerung Diese Befunde verdeutlichen die Notwendigkeit einer breiteren Aufklärung der Gesellschaft über Psychotherapie und des Aufbaus interkultureller Beratungsmöglichkeiten für Migranten.

Thieme E-Journals – PPmP – Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie / Abstract

Schmerzbewältigung: Gute Soforteffekte durch Achtsamkeit und Selbsthypnose

Achtsamkeit kann das Schmerzempfinden positiv beeinflussen. Was aus experimentellen Settings bereits bekannt war, hat eine US-Studie jetzt auch für Klinikpatienten mit starken Schmerzen bestätigt. Auch Selbsthypnose schnitt gut ab.

Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Behandlung depressiver Störungen: Hausärzte als „Weichensteller“

Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Konsultationsanlässen in der primärärztlichen Versorgung. Hausärzte übernehmen dabei eine wichtige Schlüsselrolle. Wie häufig depressive Störungen in Deutschland tatsächlich von ihnen erkannt und behandelt werden, haben Trautman und sein Team jetzt in einer epidemiologischen Querschnittstudie genauer betrachtet.

Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Selbstmitgefühl und Depression – Zusammenhänge und Interventionen

„Als Niemand im Nichts“, antwortete einst ein depressiver Patient im Erstgespräch auf die Frage, wie er sich fühle. Mit diesem Bild illustrierte er eindrücklich, wieso Depressionen auch als erlebte „Losigkeit“ bezeichnet werden: Neben Freud-, Antriebs- oder Interessenlosigkeit spielt auch Wertlosigkeit eine zentrale Rolle. Diese Wertlosigkeit mit viel Selbstkritik und wenig Selbstmitgefühl ist bei Menschen, die an Depression leiden, oft anzutreffen.

Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Achtsamkeit – Basis einer guten Traumatherapie

Achtsamkeit ist ein vieldeutiger Begriff, hinter dem sich ein Geisteszustand, eine Haltung, eine Methode, eine Interventionstechnik oder eine spezifische Meditationsform verbergen kann. Die monastische Achtsamkeitspraxis unterscheidet sich z.B. erheblich von der klinischen. Somit muss im therapeutischen Kontext geprüft werden, welche Intention verfolgt wird und in welcher Weise die Förderung von bewusster Präsenz vermittelt werden kann. Achtsamkeit entzieht sich letztlich aber einer vollständigen begrifflichen Erfassung, da es sich um einen nonverbalen Erfahrungsbereich handelt.

Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Bewegung als Weg zur Achtsamkeit und Selbstfürsorge

Achtsamkeit impliziert auf den ersten Blick Ruhe, Kontemplation und Selbstversunkenheit. Ein Blick auf die dabei eingesetzten Techniken wie Yoga und Tai Chi macht schnell deutlich, dass sich körperliche Aktivität und Achtsamkeit keineswegs ausschließen, sondern in enger Beziehung stehen. In dem Beitrag wird diese analysiert und erste Überlegungen zu einer „achtsamkeitsorientierten Bewegungsförderung“ werden vorgestellt.

Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Achtsamkeitspraxis und ihre Bedeutung in der Psychotherapie

Die Bedeutung der Achtsamkeit in der Psychotherapie ist aktueller denn je. Dieser Artikel legt den Fokus weniger auf die achtsamkeitsähnlichen Konzepte, die in vielen psychotherapeutischen Ansätzen vorhanden sind, sondern geht in erster Linie auf Verfahren ein, die umfangreichere formelle und informelle Achtsamkeitsübungen integrieren. Dabei stellt sich die Fragen: Was sind künftige Entwicklungen und Herausforderungen in diesem Feld?

Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Selbstfürsorge – Was hindert uns daran und wie lässt sie sich fördern? Friederike Potreck-Rose

Selbstfürsorge findet vor dem jeweiligen soziokulturellen Hintergrund statt. Warum ist es so schwierig, dem Rat der Ratgeber zu folgen? Und warum hilft ein weiterer Ratgeber uns auch nicht weiter? In diesem Beitrag geht es darum, das Scheitern von ernst gemeinten Plänen für mehr Selbstfürsorge im therapeutischen Prozess besser zu verstehen und daraus therapeutische Schritte abzuleiten, dem Scheitern vorzubeugen oder entgegenzuwirken.

Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Gründung einer „Europäische Gesellschaft für Klinische Psychologie und psychologische Behandlung“

DGPs-Rundmail an KL
Liebe Kollegin, Lieber Kollege,

wie Sie vielleicht mitbekommen haben, haben wir im letzten Jahr eine Europäische Gesellschaft für Klinische Psychologie und psychologische Behandlung gegründet (European Association for Clinical Psychology and Psychological Treatment; EACLIPT). Dies erschien notwendig, da wir unsere wissenschaftlichen und akademischen Interessen gerade auf Europäischer Ebene oftmals nur sehr schlecht einbringen konnten und unser Feld durch verfahrensspezifische europäische Verbände zersplittert ist. Alle anderen psychologischen Subdisziplinen haben zum Teil bereits seit vielen Jahren eine Europäische Gesellschaft. Deshalb brauchen wir eine schlagkräftige Europäische Gesellschaft auch für unser Feld. Sie können dazu beitragen, dass diese Gesellschaft sich möglichst einflussreich für unsere Interessen einsetzt, indem sie unsere (inter-)nationalen Kooperationen verbessert, bei Europäischen Institutionen (z.B. EU Forschungsförderung) Präsenz zeigt und sich auch internationalen Organisationen z.B. Weltgesundheitsorganisation) als "Affiliated Association" anbietet:
Werden Sie Mitglied bei der EACLIPT.

www.eaclipt.org

Die Mitgliedschaft wird natürlich auch mit vielen Vorteilen bezüglichen des akademischen Austausches verbunden sein, Kongressvergünstigungen usw., auf die wir an dieser Stelle nicht eingehen, sondern auf die Homepage verweisen. Aber das Wichtigste ist: Diese Gesellschaft muss stark gemacht werden durch möglichst viele Mitglieder. Im Jahr 2018 werden auch keine
Mitgliedsbeiträge erhoben; wir werden anstreben, ab 2019 Mitgliedsbeiträge auf einem Minimum zu halten (25 -30 Euro?).

Noch eine zusätzliche Information: Diese Europäische Gesellschaft wird ab Januar 2019 auch ein eigenes open access journal betreiben (Clinical Psychology in Europe – Untertitel: The Official Journal of the European Association of Clinical Psychology and Psychological Treatment). Erfahrungsgemäß sind gerade die ersten zwei Jahre für eine neue Zeitschrift etwas anstrengend,
anschließend erwarten wir jedoch ein hochangesehenes internationales Journal. Erfreulicherweise können wir dank der Unterstützung durch ZPID für dieses Journal anbieten, dass Open Access Publikationen ohne jegliche "article processing charges" erfolgen können. Wenn jemand ein Manuskript hierfür anmelden mag (gerne auch ein Update zu einem bestimmten Thema, eine Verschriftlichung des Habil-Vortrags oder ähnliches) bitte bei Winfried Rief oder Cornelia Weise anmelden (weise@uni-marburg.de). Offizielle Einreichungen werden bei www.PsychOpen.eu ab 01.07.2018 möglich sein.

In der Hoffnung auf eine zahlreiche Unterstützung durch die Mitglieder der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie verbleiben wir mit besten Grüßen,

Winfried Rief (GER), Gerhard Andersson (SWE; President), Céline Douillez (FRA), Thomas Ehring (GER), Andreas Maercker (CH), Claudi Bockting (NL), Roman Cieslak (POL)

Achtsamkeit & Selbstfürsorge

In unserem alltäglichen Sprachgebrauch ist der Begriff „achtsam“ meist konnotiert mit „besondere Beachtung schenken“ oder „sorgfältig, vorsichtig sein“. Die Tradition des Buddhismus, aus der die Kernbelehrung der Achtsamkeit kommt, fasst darunter jedoch weitaus mehr: Achtsamkeit ist das Gewahrsein des gegenwärtigen Moments, ohne diesen zu bewerten in „gut“ oder „schlecht“ – das neutrale Beobachten und Erleben des Augenblicks, so wie er tatsächlich ist. Dies bedeutet, dass selbst bei negativen körperlichen Empfindungen, Gefühlen oder Gedanken der Impuls zurückgestellt wird, diese sofort einordnen zu wollen oder sie zu verurteilen. Stattdessen ist eine wesentliche Komponente der Achtsamkeitslehre ihre Akzeptanz, d. h. die Willensbereitschaft, auch schmerzhafte Aspekte da sein zu lassen. Trotz der zahlreichen Methoden, etwa der Achtsamkeitsmeditation, durch die Achtsamkeit geübt werden kann, ist sie weniger eine Technik; vielmehr ist Achtsamkeit eine „Seinsweise“, in der vom „Tun“ zum „Sein“ gewechselt wird, d. h. das Erleben vor dem Handeln steht. Damit erlaubt uns Achtsamkeit, Situationen mit Offenheit zu begegnen, selbst wenn Gefühle wie Angst oder Ärger damit verbunden sind.

Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract