Die Angst macht die Symptome

Elektromagnetische Hypersensibilität: Menschen, die in Umgebung eines Computerbildschirms, Handys oder Smartphones spezifische Beschwerden aufweisen, müssen ernst genommen werden. Im Februar wurden unter anderem Dr. Gerald Grundschober und auch das Forum Mobilkommunikation zur Filmpremiere von „Was wir nicht sehen“ im Wiener Metro-Kino geladen. Der Streifen thematisierte das Phänomen elektromagnetische Hypersensitivität (EHS) und wie Menschen damit umgehen, die sich betroffen fühlen. In der darauf folgenden Podiumsdiskussion wurden die scheinbare Gefahr, ihre tatsächliche Ursache und wie man unbegründeten Ängsten begegnen kann, besprochen.

Mit dem Begriff der „elektromagnetischen Hypersensitivität“ (EHS) wird eine sogenannte Elektrosensitivität gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF) bezeichnet. Der Begriff schwirrt oft und gerne durch die Medien. Häufig geben Menschen dann an, in Umgebung eines Computerbildschirms, Handys oder Smartphones ein Auftreten unspezifischer Symptome zu beobachten, die durch ärztliche Untersuchungen keiner konkreten Ursache zugeordnet werden können: Rötungen und Kribbeln der Haut, Nervenzucken oder vegetative Symptome wie Ermattung, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. In vielen Fällen sollen diese Reaktionen nur leicht sein, und der Betroffene versucht, diesen Quellen so weit wie möglich fern zu bleiben. „In manchen Fällen geht es auch soweit, dass Betroffene aus ihrer Sicht „strahlenbelastete“ Umgebungen meiden, in die Isolation gehen, zum Beispiel in entfernte Gegenden, ihre Wohnungen mit Folien abschirmen sowie teilweise sogar Kleidung aus Strahlenschutzmaterial im Alltag tragen“, berichtet Dr. Gerald Grundschober, Oberarzt an der Klinischen Abteilung für Erwachsenenpsychiatrie am Universitätsklinikum Tulln.

Quelle: Die Angst macht die Symptome – Springer Professional Media, Bereich Medizin

N-Male-Studie – Neues Projekt: medizinische und psychosoziale Bedürfnisse männlicher Brustkrebspatienten

Die medizinischen und psychosozialen Bedürfnisse von männlichen Brustkrebspatienten stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts, das unter dem Namen N-MALE im April 2016 startete. Das Vorhaben findet unter der Leitung der Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn statt; als weitere Partner nehmen das Netzwerk Männer mit Brustkrebs e.V., Forscher der Uniklinik Köln, das Brustzentrum des Klinikums der Universität München sowie der Bereich Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) teil.

Quelle: Thieme E-Journals – Senologie – Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie / Abstract

Hindernisse und Voraussetzungen für die Vermittlung älterer, depressiv erkrankter Menschen in Psychotherapie aus Sicht von HausärztInnen

Zielsetzung: Ältere Menschen mit depressiven Erkrankungen nehmen seltener Psychotherapie in Anspruch als jüngere Menschen. HausärztInnen sind für die Vermittlung in psychotherapeutische Behandlung insbesondere für ältere Menschen von großer Bedeutung. Dieser Beitrag präsentiert Ergebnisse zur hausärztlichen Sicht auf die Hindernisse und Voraussetzungen für eine Vermittlung älterer, depressiv erkrankter Menschen in Psychotherapie.

Methodik: Hausärztliche LehrärztInnen wurden mit einem Fragebogen zur Versorgung älterer Menschen (60+) mit depressiven Erkrankungen befragt. In 2 offenen Fragen wurde die Sicht auf Hindernisse und Voraussetzungen für die Vermittlung älterer, depressiv erkrankter Menschen in psychotherapeutische Behandlung erfragt.

Ergebnisse: Die meisten Aussagen betreffen Hindernisse, die auf PatientInnen-Seite wahrgenommen werden, gefolgt von Barrieren, die auf Seiten des Versorgungssystems gesehen werden. Vor allem hinderliche Einstellungen und Emotionen, aber auch funktionale Einschränkungen auf Seiten der PatientInnen wurden als Barriere genannt. Hinsichtlich des Versorgungssystems wurden strukturelle Aspekte, wie fehlende Psychotherapieplätze, aber auch das Handeln der Versorgungsakteure sowie eine ungenügende Kooperation aufgeführt. Als Voraussetzungen wurden spezielle Therapieangebote für ältere Menschen genannt.

Schlussfolgerungen: Der Umgang mit Vorbehalten gegenüber Psychotherapie auf Seiten älterer Menschen erfordert Zeit, die in der hausärztlichen Praxis in der Regel nicht vergütet wird. Kooperationen mit PsychotherapeutInnen werden als wichtige Voraussetzung für eine Vermittlung gesehen, wobei hier unterschiedliche Professionsbilder aufeinandertreffen. Insbesondere für Menschen mit Mehrfacherkrankungen wird der Zugang als schwierig angesehen.

Quelle: Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

Bindung

Bindungstheorie

Die Bindungstheorie geht auf den britischen Kinderpsychiater John Bowlby zurück. Sie bezeichnet es als universelles, primäres menschliches Bedürfnis, enge emotionale Beziehungen einzugehen. In diesem Kontext ist Bindung (engl. attachment) eine soziale Beziehung, die zuerst zwischen Säugling und vorrangiger Bezugsperson entsteht. Bowlbys Erkenntnisse beruhen auf Beobachtungen von Kindern, die lange Zeit von ihren Müttern getrennt waren. Aus biologischer Sicht führt Bindung zum Schutz durch die Eltern, der die Überlebenschancen des Kindes erhöht.

Quelle: Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Psychotherapeuten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Als Antwort auf die Veränderungen der Arbeitswelt und den ­demografischen Wandel spielt in vielen Unternehmen das ­Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) eine zentrale Rolle. Bei der Suche nach externer Unterstützung sind die spezifischen Kompetenzen von Psychotherapeuten sehr gefragt.

Quelle: Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Die Zukunft der medizinisch-rehabilitativen Versorgung im Kontext der Multimorbidität – Teil II: Strukturelle Voraussetzungen und Anforderungen an das rehabilitative Versorgungssystem

Hintergrund: Multimorbide Versicherte mit 2 und mehr chronischen Krankheiten mit sozialmedizinischer Relevanz, rücken immer mehr in den Vordergrund rehabilitativer Versorgung.

Methodik: Nach Klärung von Begriffen, Versorgungsfragen und Herausforderungen der Rehabilitation (Teil I) beschreibt eine Projektgruppe des Ärztlichen Sachverständigenrates der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) vielfältige Handlungsfelder für die rehabilitative Versorgung von Personen mit Multimorbidität.

Ergebnisse: Der Sachverständigenrat empfiehlt ein Bündel möglicher und notwendiger Maßnahmen Diese reichen in ihrer Vielfalt von der Überprüfung des Formularwesens auf valide Identifizierung der rehabilitativen Bedarfe über eine diesbezügliche Sensibilisierung und Kompetenzerweiterung des involvierten Personals der Sozialleistungsträger und der Rehabilitationseinrichtungen bis hin zu einer Berücksichtigung von Multimorbidität in Leitlinien sowie Klärung noch offener Forschungsfragen.

Quelle: Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

Baroreflexsensitivität und chronischer Schmerz

Die Interaktion von kardiovaskulären Dynamiken und der Schmerzwahrnehmung stellt eine bedeutsame Komponente der intrinsischen Schmerzregulation dar. Bei Gesunden provoziert ein akuter Schmerzreiz ein erhöhtes sympathisches Arousal, einhergehend mit einem Anstieg des mittleren arteriellen Blutdrucks. Arterielle Barorezeptoren registrieren solche phasischen Blutdruckveränderungen und projizieren diese Information zum dorsomedialen Nucleus tractus solitarii (dmNTS) im unteren Hirnstamm. Durch Verbindungen in weitere Hirnstammareale, aber auch in höhere kortikale Gebiete hat dies schließlich eine Regulation des Blutdrucks, aber auch die Modulation von Schlaf, Angst und Schmerz zur Folge. Bei Gesunden besteht daher eine inverse Beziehung von Blutdruck und Schmerzsensitivität, dieser Zusammenhang ist jedoch im chronischen Schmerz gestört. Es wird diskutiert, dass, bedingt durch Stress und Schmerzverhalten, klassische und operante Konditionierungsprozesse in einer Subgruppe von Patienten die Baroreflexsensitivität reduzieren und dadurch die Aktivität des dmNTS vermindern können. Das führt zur Reduktion der autonomen Regulationsfähigkeit und zu einer fehlenden intrinsischen Schmerzhemmung. Gleichzeitig wird die Funktion des Baroreflexes selbst durch kognitive und affektive Prozesse moduliert. In diesem Beitrag wird die Rolle des Baroreflexes als ein möglicher wichtiger Faktor in der Entstehung und Aufrechterhaltung von chronischem Schmerz dargestellt. Berücksichtigt werden dabei auch relevante Lernprozesse. Darauf aufbauend werden mechanismenbasierte individuelle Behandlungsansätze für Schmerzpatienten mit hypertoner Stressreaktivität kritisch diskutiert.

Quelle: Baroreflexsensitivität und chronischer SchmerzBaroreflex sensitivity and chronic pain | SpringerLink

Psychotherapie: Hilfe für traumatisierte Bundeswehrsoldaten

Um Soldaten nach belastenden Einsätzen bestmöglich zu unterstützen, hat die Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München und dem Bundeswehrkrankenhaus Berlin eine Smartphone-App entwickelt. Der „CoachPTBS“ zeigt Wege in die medizinische Behandlung auf, informiert über die Erkrankung und bietet Möglichkeiten zur Selbsteinschätzung.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt: Psychotherapie: Hilfe für traumatisierte Bundeswehrsoldaten

Mein Partner ist depressiv – was tun?

Woran kann ich erkennen, dass ein Angehöriger depressiv ist?

Hauptsymptome sind Antriebsverlust, Freudlosigkeit und gedrückte Stimmung. Betroffene haben keine Lust mehr auf Dinge, die sie früher gern gemacht haben und kapseln sich ab: Freunde und Bekannte sehen sie immer seltener. Dazu kommen Schlafstörungen, mangelndes Selbstwertgefühl, Konzentrationsstörungen, verminderter Appetit, Libidoverlust und verschiedene körperliche Symptome. Der Zustand dauert mehrere Wochen.
Was sollte ich dann tun?
Sie sollten mit dem Betroffenen sprechen. Sagen Sie, dass Sie Veränderungen an seiner Person bemerkt haben. Fragen Sie, ob Sie helfen können. Schlagen Sie beispielsweise einen Arztbesuch vor.

Quelle: Depression eines Angehörigen – Ratgeber – SPIEGEL ONLINE

Erfüllung von Informationsbedürfnissen onkologischer Patienten

Bei onkologischen Patienten gibt es kaum Erkenntnisse darüber, welche Fragen in Bezug auf die Narkose vorhanden sind und wie gut diese im Prämedikationsgespräch der Anästhesie erfüllt werden. Die Autoren setzten eine zuvor mit guten psychometrischen Kennwerten entwickelte anästhesiebezogene Fragenidentifikationsliste (FIL-A) bei an Krebs erkrankten Patienten in der Prämedikationsambulanz der Universitätsklinik Mainz ein (als Sollwert). Die Patienten gaben ihr Informationsbedürfnis auf 4 Skalen an: (1) „Narkoseablauf und -wirkung“ (FIL-A-A), (2) „Sicherheit der Narkose“ (FIL-A-S), (3) „Hinweise zu Verhaltensregeln vor der Narkose“ (FIL-A-V) und (4) „Narkosebezogenes ärztliches Handeln“ (FIL-A-H). Zusätzlich füllten sie das Angstinventar State Trait Operation Anxiety (STOA) aus. Nach Ende des Prämedikationsgesprächs bearbeiteten sie eine der FIL-A analogen Fragenbeantwortungsliste (FBL-A) als Istwert sowie erneut die STOA-Skala. Das Wichtigste für die Befragten waren Informationen über die Sicherheit der Narkose, dann über Narkoseablauf und -wirkung sowie das begleitende ärztliche Handeln. Am wenigsten wichtig waren ihnen Erklärungen zu Verhaltensmaßregeln vor der Narkose.

Quelle: Erfüllung von Informationsbedürfnissen onkologischer PatientenFulfilling the information needs of cancer patients | SpringerLink