Landespsychotherapeutentag Baden-Württemberg 2018 – Psychotherapie in Institutionen – Herausforderungen und Perspektiven

(LPK BW) Der Landespsychotherapeutentag 2018 richtet seine Aufmerksamkeit auf die Vielfalt der Tätigkeitsfelder sowie die zukünftigen Herausforderungen der Psychotherapie in Institutionen. Psychotherapeutische Kompetenz in Institutionen wird sehr geschätzt und ist nicht mehr wegzudenken — nicht zuletzt hat sich die Anzahl der Stellen in dieser Zeit vervielfacht. Eine spannende Frage, wie sich das Berufsfeld weiterentwickeln wird.

Incl. Vortrag und Arbeitsgruppe zum Thema Rehabilitation

Tagungsprogramm Landespsychotherapeutentag 2018 - Stuttgart (35 Downloads)

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Musiktherapie kann helfen, Depressionen zu lindern

Ziele Ziel der Studie war es, die Effekte einer Musiktherapie im Vergleich zu anderen Behandlungsansätzen bzw. zu verschiedenen Arten der Musiktherapie bei Patienten mit Depressionen zu evaluieren.

Methodik Design Systematische Übersichtsarbeit (Cochrane Review) mit Metaanalyse über randomisierte und kontrollierte Studien.Ein- und Ausschlusskriterien Zwei Autoren schlossen unabhängig voneinander randomisierte und kontrollierte klinische Studien ein, die Musiktherapie versus andere Therapieansätze, wie z. B. Psychotherapie zur Behandlung von Patienten mit Depressionen, untersuchten.

Messungen Zielvariablen waren die sowohl patientenseitig als auch fremdeingeschätzten depressiven Symptome innerhalb von drei Monaten, Nebenwirkungen, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität.

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Gesundheitsförderung und Resilienz

Stressassoziierte psychische Erkrankungen wie Depressionen gehören zu den häufigsten Leiden unserer Zeit. Die Frage, was Menschen trotz belastender Lebensereignisse gesund erhält, ist Gegenstand der Resilienzforschung. Dieser Beitrag beleuchtet verschiedene Definitionen von Resilienz als Konzept der Gesundheitsförderung, skizziert die bisherige Resilienzforschung und stellt Ansätze zur Resilienzförderung vor.

Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine ernste, aber behandelbare psychische Erkrankung. Psychotherapie ist Behandlung der Wahl, eine psychopharmakologische Behandlung der BPS ist nicht evidenzbasiert. Die Schulung medizinischen Personals in Diagnostik und Behandlung von Patienten mit BPS ist dringend notwendig, um Stigmatisierung zu reduzieren und eine adäquate ambulante Versorgung dieser Patientengruppe zu gewährleisten.

Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

Evidenzbasierte Therapie somatoformer Störungen

Patienten, die unter anhaltenden Symptomen leiden, für die keine körperliche Ursache gefunden werden kann, sind in ihrer Lebensführung eingeschränkt. Die körperlichen Symptome lassen Behandler und Betroffene häufig lange an einem rein somatischen Störungsverständnis festhalten. Durch ein gestuftes Versorgungsangebot und die Erarbeitung eines biopsychosozialen Störungsmodells kann diesen Patienten geholfen werden.

Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

Multimodale Schmerztherapie bei traumatisierten Patienten

In Schmerzzentren werden häufig Patienten mit Traumatisierung in Kindheit und Jugend und teilweise auch anhaltenden posttraumatischen Belastungsstörungen behandelt. Die Traumatisierung wird oft erst im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie (MMST) erkannt. Die Mitarbeiter von Schmerzeinrichtungen, die eine MMST anbieten, sollten über den Umgang und die Behandlung von traumatisierten Schmerzpatienten geschult werden. Ein zweizeitiges Behandlungsverfahren wird vorgeschlagen: Nach einer MMST sollte eine weiterführende traumatherapeutisch fokussierte psychosomatische Behandlung angeschlossen werden.

Thieme E-Journals – Zeitschrift für Komplementärmedizin / Abstract

Schlafstörungen und Beeinträchtigungen des Schlafs als Nebenwirkungen von Psychopharmaka: eine Bewertung der Daten aus Fachinformationen

Gegenstand und Ziel Psychopharmakotherapie hat bei der Behandlung zahlreicher psychischer Störungen einen großen Stellenwert. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) beeinflussen dabei die Compliance und Verträglichkeit. Auch Beeinträchtigungen des Schlafs können als UAW einer Psychopharmakotherapie auftreten. Schlafstörungen sind mit einem erhöhten Risiko für körperliche und psychische Erkrankungen assoziiert und beeinträchtigen Kognition, Impulskontrolle, Emotionsregulation und Stimmung. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die systematische Darstellung der Art und des Risikos für Schlafstörungen/Beeinträchtigungen des Schlafs durch häufig verordnete Psychopharmaka.

Methodik Auf der Basis des Arzneiverordnungs-Reports 2016 wurden die in Deutschland verordnungsstärksten Psychopharmaka identifiziert. Die Fachinformationen (FI) der zugehörigen Originalpräparate wurden im Hinblick auf Nennung und Häufigkeitsangaben von Schlafstörungen/Beeinträchtigungen des Schlafs gemäß der International Classification of Sleep Disorders 3 (ICSD-3) untersucht.

Ergebnisse Es wurden n = 64 FI untersucht. Bei der überwiegenden Zahl wurde mindestens eine Schlafstörung aufgeführt (50/64; 78 %). In den Kategorien Insomnien (52 %), Parasomnien (33 %) und schlafbezogene Bewegungsstörungen (20 %) wurde am häufigsten mindestens eine FI mit entsprechender UAW gefunden; schlafbezogene Atmungsstörungen (6 %) und Hypersomnien zentralnervösen Ursprungs (5 %) waren selten aufgeführt; zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen wurden nicht gefunden. In den FI der vier verordnungsstärksten Wirkstoffe (Citalopram > Venlafaxin > Mirtazapin > Sertralin) war Insomnie aufgeführt. Nahezu alle untersuchten Hypnotika (Ausnahme: Chlorahlydrat) waren mit Albträumen assoziiert.

Schlussfolgerung(en) Die meisten der in Deutschland häufig verordneten Psychopharmaka können Schlafstörungen/Beeinträchtigungen des Schlafs induzieren. Bei den vier verordnungsstärksten Wirkstoffen handelte es sich um Antidepressiva und in den zugehörigen FI war jeweils Insomnie aufgeführt. Bei der Behandlung mit Psychopharmaka sollte auf das Auftreten von Schlafstörungen als eine mögliche Nebenwirkung geachtet werden.

Thieme E-Journals – Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie / Abstract

Langzeitwirksamkeit von Expositionsbehandlung bei anhaltender Trauerstörung

Nach einem Todesfall entwickeln bis zu 7 % der Betroffenen prolongierte Trauersymptome mit hoher Krankheitslast. Es gibt einige empirische Belege für die Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie bei anhaltender Trauerstörung. Die Langzeiteffekte solcher Interventionen sind bisher jedoch nicht ausreichend systematisch beforscht. Richard A. Bryant und Kollegen analysieren in der hier referierten Follow-up-Untersuchung zur Bryant et al. (2014) Studie die Effekte von Expositionsbehandlung in Kombination mit kognitiver Verhaltenstherapie bei anhaltender Trauerstörung im 2-Jahresnachbeobachtungsintervall. …

Thieme E-Journals – Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie / Abstract

Anorexia nervosa: Diagnostik und Behandlung

Die Anorexia nervosa ist eine psychische Erkrankung, die vor allem junge Menschen in einer wichtigen Entwicklungsphase betrifft. Etwa 90% der Betroffenen sind Mädchen oder junge Frauen. Wegen der hohen Morbidität und Mortalität sind eine frühe Erkennung und Behandlung von zentraler Bedeutung. Dieser Beitrag gibt eine Übersicht über die Symptomatik, den Umgang mit den Patientinnen und Patienten sowie die Grundzüge der Behandlung.

Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

Was bestimmt die Wirksamkeit eines Achtsamkeitstrainings

Mit achtsamkeitsbasierten Interventionen gelingt es die Stressreaktivität zu dämpfen. Allerdings ist wenig über die Mechanismen bekannt, die diese Wirkung bedingen. Amerikanische Wissenschaftler vermuteten, dass das Potential der Achtsamkeitsintervention von der Akzeptanz abhängt.

Thieme E-Journals – Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie / Abstract

Warum sind Suizide stationärer Patienten so belastend?

Suizide haben verheerende Folgen für die betroffenen Familien, Freunde und die Gesellschaft. Sie belasten auch Therapeuten stark [9]. Manche weigern sich daher, suizidalen Patienten eine Behandlung anzubieten, oder beenden die Behandlung, wenn die Patienten Suizidalität äußern [3]. Was sind die Gründe für die hohe Belastung durch Suizide? Suizidopfer sind meist körperlich gesund. In vielen Fachgebieten außerhalb der Psychiatrie sterben mehr Patienten. Dort geht dem Tod jedoch oft ein bekannter und sichtbarer natürlicher Krankheitsprozess voraus. Der Tod nach Schlaganfall oder Leberzirrhose beispielsweise ist dadurch leichter hinnehmbar. Suizide dagegen sind selbst initiiert und werden demzufolge prinzipiell als vermeidbar angesehen. Vergleichbares wird bei posttraumatischen Belastungsstörungen beobachtet: Von Menschen initiierte Handlungen wirken stärker traumatisierend auf die Opfer als die Auswirkungen von Naturkatastrophen. Der Therapeut kennt persönliche Details und Probleme des Patienten und ist damit typischerweise sehr viel näher an der Person als Therapeuten in anderen Fachgebieten. Dementsprechend wirkt hier der Tod belastender. Der Therapeut fühlt sich oftmals verletzt und ist enttäuscht, dass der Patient sich ihm trotz aller Bemühungen nicht anvertraut hat. Da die Möglichkeit der Prädiktion eines Suizids oft überschätzt wird [5], können nach einem Suizid Zweifel an der eigenen klinischen Kompetenz aufkommen. Sorgen um juristische Konsequenzen nach einem Suizid können belasten. Und schließlich belasten Kognitionen wie „Was hätte ich anders machen müssen?“. Weitere Gründe ließen sich sicherlich finden. Bei der Bewältigung eines Suizids hilft es, sich die hier genannten Gründe zu vergegenwärtigen. Manche beruhen jedoch auf falschen Annahmen und kognitiven Verzerrungen. …

Thieme E-Journals – Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie / Abstract