Die Symptom-Checkliste-90-R und ihre Kurzversionen: Psychometrische Analysen bei Patienten mit psychischen Erkrankungen

Fragestellung: Trotz der beträchtlichen Verbreitung der Symptom-Checkliste 90-R (SCL-90-R) wurde wiederholt auf deren psychometrische Schwächen hingewiesen. Insbesondere die postulierte faktorielle Validität konnte in zahlreichen Studien nicht repliziert werden. Das Ziel der vorliegenden Studie bestand in der vergleichenden Prüfung der psychometrischen Eigenschaften der Skalen der SCL-90-R und der Skalen der Kurzversionen (einschließlich dem Globalen Schwereindex, GSI) Brief Symptom Inventory (BSI), Symptom-Checkliste-27 (SCL-27), Symptom-Checkliste-14 (SCL-14) sowie Symptom-Checkliste-Kurzversion-9 (SCL-K-9).Methode: Es wurden die Daten von n=8581 Patienten mit psychischen Erkrankungen untersucht. Die Patienten bearbeiteten die SCL-90-R und das Beck-Depressions-Inventar (BDI). Die Kurzversionen BSI, SCL-27, SCL-14 sowie die SCL-K-9 wurden post-hoc extrahiert und Aspekte der Reliabilität, Validität und der Änderungssensitivität untersucht.

Ergebnisse: Es zeigten sich keine bedeutsamen Unterschiede hinsichtlich der internen Konsistenz in den Skalen der SCL-90-R und den Skalen der Kurzversionen. Die Untersuchung der konvergenten Validität zeigte hohe Korrelationen zwischen dem BDI-Gesamtwert und der Depressivitätsskala der SCL-90-R sowie der Kurzversionen. Hinsichtlich der diskriminanten Validität ergaben sich mittlere Zusammenhänge zwischen dem BDI-Gesamtwert und den anderen Subskalen der SCL-90-R sowie den Skalen der meisten anderen Kurzversionen. Die mittels Konfirmatorischer Faktorenanalyse untersuchte dimensionale Struktur der SCL-90-R und ihrer Kurzversionen konnte für die Kurzversionen SCL-14 sowie SCL-K-9 bestätigt werden. Hinsichtlich der Änderungssensitivität zeigten sich keine bedeutsamen Unterschiede im Vergleich der Skalen der SCL-90-R zu den Skalen der untersuchten Kurzversionen.

Schlussfolgerung: Zusammengefasst zeigen die Skalen der Kurzversionen im Vergleich zu den Skalen der SCL-90-R größtenteils als zufriedenstellend zu bewertende psychometrische Eigenschaften auf. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die Kurzversionen BSI, SCL-27, SCL-14 und eingeschränkt die SCL-K-9 geeignet sind als Screeninginstrument einen breiten Bereich psychopathologischer Symptomatik zu erfassen.

Quelle: Thieme eJournals – Abstract

Das könnte Sie auch interessieren:

1 Kommentar

  1. boerdlein sagt:

    Hallo,

    daraus folgt ja, dass man sich den Aufwand mit der SCL-90 sparen und genausogut auch eine Kurzversion verwenden kann. Leider finde ich die SCL-27 oder die SCL-14 nirgends. Kennt jemand eine Bezugsquelle?

    Christoph Bördlein

(Comments are closed)