Strategien der Emotionsregulation bei sozial ängstlichen Kindern und Jugendlichen

Theoretischer Hintergrund: Bisherige Studien lassen vermuten, dass Kinder und Jugendliche mit sozialer Angststörung nicht nur emotionale Kompetenzdefizite in der Erkennung und im Ausdruck von Emotionen aufweisen, sondern auch Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation bestehen.
Fragestellung: Unterscheiden sich Kinder und Jugendliche mit sozialer Angststörung und sozial nicht ängstliche Kinder und Jugendliche in ihren adaptiven und maladaptiven Emotionsregulationsstrategien?
Methode: Erhebung der Emotionsregulationsstrategien von sozial ängstlichen (mit und ohne Diagnose, n = 59 vs. n = 36) und sozial nicht ängstlichen Kindern und Jugendlichen (n = 146) mittels standardisiertem Fragebogen FEEL-KJ.
Ergebnisse: Kinder und Jugendliche mit sozialer Angststörung berichten von signifikant weniger adaptiven und mehr maladaptiven Emotionsregulationsstrategien im Vergleich zu einer Kontrollgruppe.
Schlussfolgerungen: Auffälligkeiten in der Regulierung negativer Emotionen scheinen mit sozialen Ängsten assoziiert zu sein.

Strategien der Emotionsregulation bei sozial ängstlichen Kindern und Jugendlichen – Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie – Volume 43, Number 1 / 2014 – Hogrefe Verlag

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Direkte Veränderungsmessung in der Psychotherapie – Der Bochumer Veränderungsbogen-2000 (BVB-2000)

Theoretischer Hintergrund: Verfahren zur direkten Veränderungsmessung bestimmen den Psychotherapieerfolg in ökonomischer Ein-Punkt-Messung. Hierzu wurde der Bochumer Veränderungsbogen-2000 (BVB-2000) als überarbeitete und gekürzte Variante des Veränderungsfragebogens des Erlebens und Verhaltens (VEV; Zielke & Kopf-Mehnert, 1978) entwickelt.
Fragestellung: Der BVB-2000 soll einer testtheoretischen Reanalyse mit Fokus auf die konvergente Validität unterzogen werden. Kritische Veränderungswerte auf Basis der Werte einer klinischen Wartekontrollgruppe sollen die Möglichkeit bieten den Therapieerfolg auch in Einzelfällen zu bestimmen.
Methode: Die Psychotherapie von N = 205 Patienten wird mit verschiedenen Instrumenten zur Therapieerfolgsmessung inklusive des BVB-2000 begleitet. Auf Basis einer Wartekontrollgruppe (N = 88) werden kritische Veränderungswerte für den BVB-2000 berechnet.
Ergebnisse: Der BVB-2000 weist eine hohe interne Konsistenz auf (α = .96; 26 Items) und zeigt durchgängig statistisch bedeutsame Zusammenhänge mit anderen Therapieerfolgsmaßen vor allem der Zielerreichung. Kritische Veränderungswerte ermöglichen die Einschätzung des Therapieerfolgs im Einzelfall.
Schlussfolgerungen: Der BVB-2000 ist ein verständliches, ökonomisches, reliables und valides Instrument zur Psychotherapieerfolgsmessung.

Direkte Veränderungsmessung in der Psychotherapie – Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie – Volume 42, Number 4 / 2013 – Hogrefe Verlag

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Die gemeinsamen und spezifischen Komponenten von Depression und Angst

Theoretischer Hintergrund: Mit Fragebögen erfasste Depressions- und Angstwerte sind häufig hoch korreliert. Nach dem Tripartite Modell von Clark und Watson (1991) ist diese Kovariation auf die gemeinsame Komponente negativer Affekt zurückzuführen. Eine bessere Differenzierung depressiver und ängstlicher Symptome sei über den depressionsspezifischen geringen positiven Affekt und das angstspezifische
physiologische Hyperarousal möglich.
Fragestellung: Ziel dieser Studie ist die Überprüfung dieses Modells und die Bestimmung übergeordneter angst- und depressionsspezifischer Faktoren.
Methode: Die Evaluation des Modells erfolgte anhand von Fragebögen zu Depression, Angst und Affekt an einer Stichprobe von 1110 gesunden Erwachsenen (48 % weiblich; Alter: M = 25.43; SD = 6.07).
Ergebnisse: Eine Hauptachsenanalyse erbrachte eine zweifaktorielle Lösung, welche sich ebenfalls in den Strukturgleichungsmodellen abbildete und die Konstrukte Depression und Angst repräsentiert. Beide Faktoren waren mit negativem Affekt assoziiert, nur die Komponente Depression war durch das Fehlen von positivem Affekt gekennzeichnet. Die angstspezifische Komponente Hyperarousal konnte nicht nachgewiesen werden.
Schlussfolgerungen: Implikationen für weiterführende Studien, insbesondere hinsichtlich der Weiterentwicklung des Modells, werden diskutiert.

Die gemeinsamen und spezifischen Komponenten von Depression und Angst – Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie – Volume 42, Number 4 / 2013 – Hogrefe Verlag

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Therapeutischer Misserfolg in der ambulanten Psychotherapie

Theoretischer Hintergrund: Zum Thema therapeutischer Misserfolg in der Psychotherapie fehlen methodisch gut vergleichbare Studien, sodass Forschungsbedarf besteht.

Fragestellung: Ziele der vorliegenden Arbeit sind eine Replikation der Studie zur Häufigkeit therapeutischen Misserfolgs von Jacobi, Uhmann und Hoyer (2011) sowie die Erweiterung der Definition therapeutischen Misserfolgs.

Methode: Wir analysierten die Daten von 1866 konsekutiven Patienten hinsichtlich Non-Response, Verschlechterung, auffälligen und hoch-symptomatischen Therapieabschlusswerten. Als Messinstrumente kamen der BSI, BDI und der GAF zum Einsatz.

Ergebnisse: Verschlechterungen (i. S. einer Untermenge therapeutischen Misserfolgs) traten mit 0.9 – 3.8 % selten auf, therapeutischen Misserfolg fanden wir bei 17.1 % der Stichprobe. Es zeigten sich Zusammenhänge zum Schweregrad der psychopathologischen Belastung und zur Anzahl der vorhandenen Störungen, außerdem fanden sich Störungsbilder bei denen es häufiger zu therapeutischem Misserfolg kam.

Schlussfolgerungen: Es bedarf weiterer Studien zur Identifikation von Prädiktoren therapeutischen Misserfolgs.

Therapeutischer Misserfolg in der ambulanten Psychotherapie – Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie – Volume 42, Number 4 / 2013 – Hogrefe Verlag

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Veränderungsmessung – Methodische Vorschläge für Forschung und klinische Praxis

Aus einer Bestandsaufnahme der Methodendiskussion zur Veränderungsmessung werden pragmatische Empfehlungen für die statistische Modellbildung abgeleitet. Dabei wird unterschieden zwischen größeren Forschungsprojekten mit klassischen Gruppendesigns und kleinen, aber ökologisch hochvaliden Datenmengen aus der Versorgungspraxis. Im ersten Fall werden mixed-model-ANOVA und Strukturgleichungsmodelle als einheitlicher, aber hochflexibler Ansatz empfohlen. Für die in der Regel einzelfallbezogene therapiebegleitende Forschung werden Verfahren für kurze Messfolgen auf Basis von ja/nein-Daten vorgestellt, die keine spezialisierte Software erfordern und dem klinischen Praktiker die Anbindung an die Forschung ermöglichen. Verschiedene Optionen der Datensammlung für die klinische Praxis werden aus Sicht sowohl des Forschers als auch des Praktikers erörtert.

Veränderungsmessung – Methodische Vorschläge für Forschung und klinische Praxis – Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie – Volume 62, Number 2 / 2014 – Verlag Hans Huber

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Veränderungsmessung und klinische Praxis

Die Erfassung von Veränderungen ist in der klinisch-psychologischen und psychiatrischen Forschung und Praxis von zentraler Bedeutung. Auch wenn es bis heute keine befriedigende und allgemein akzeptierte Problemlösungen gibt, sind pragmatische Vorgehensweisen in Forschung und Praxis nötig. Interessante Problemlösungen und innovative Ansätze werden skizziert und systematisiert.

Veränderungsmessung und klinische Praxis – Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie – Volume 62, Number 2 / 2014 – Verlag Hans Huber

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Instrumente zur standardisierten Diagnostik von nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten (NSSV) im deutschen Sprachraum

Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) tritt im Jugendalter mit Prävalenzraten von weltweit ca. 19 % relativ häufig auf. NSSV kann dabei ohne weitere psychopathologische Auffälligkeiten, aber auch sehr häufig komorbid zu verschiedenen psychischen Störungen auftreten. NSSV stellt einen zudem einen Risikofaktor für suizidales Verhalten dar, was eine spezifische Diagnostik unerlässlich macht. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über Instrumente im deutschen Sprachraum und eine praktische Handreichung geben. Standardisierte Instrumente zur Erfassung selbstverletzenden Verhaltens wurden primär für die wissenschaftliche Forschung konstruiert. Sie eignen sich jedoch auch im klinischen Alltag zur differenzierten Diagnostik, Verlaufskontrolle und Therapieevaluation. Dazu liegen im deutschen Sprachraum verschiedene evaluierte Fragebögen und ein Interview vor.

Instrumente zur standardisierten Diagnostik von nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten (NSSV) im deutschen Sprachraum – Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie – Volume 62, Number 1 / 2014 – Verlag Hans Huber

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Brustkrebspatientinnen mit minderjährigen Kindern – Psychosoziale Belastung und Unterstützungswünsche

Hintergrund und Fragestellung: Viele Frauen mit Brustkrebs sind infolge von Krankheit und Therapie psychisch stark belastet. Bei Brustkrebspatientinnen mit minderjährigen Kindern können diesbezügliche Problemlagen kumulieren. Allerdings gibt es zu hierzu kaum Forschungsbefunde. Deshalb untersucht diese Studie Ängstlichkeit und Depressivität von Brustkrebspatientinnen mit minderjährigen Kindern. Methodik: 70 Brustkrebspatientinnen (Alter: M = 40,8, SD = 5,9) mit minderjährigen Kindern nahmen an der Querschnittsstudie teil. Nach der Akutbehandlung wurden Ängstlichkeit und Depressivität (HADS) sowie die Unterstützungswünsche erfasst. Es erfolgte ein Vergleich mit Frauen aus der Allgemeinbevölkerung sowie mit Brustkrebspatientinnen mit erwachsenen Kindern.

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Interaction Between Working Memory and Long-Term Memory

Individual differences in working memory have been related to interactions between working memory and long-term memory (LTM). The present study examined this interaction in children with and without language impairment. We used two listening span tasks and two nonword repetition tasks. The results suggest a strong interaction among age, language status, and task complexity. Children with specific language impairment showed consistently poor performance across
tasks and indicated a weakness in using long-term knowledge to support working memory performance. The findings show that these children do not benefit from various manipulations designed to enhance working memory performance via LTM support due to a combination of inefficiencies in maintaining and updating items in working memory and retrieving information from LTM, in part because of their poor resistance to interference.

Interaction Between Working Memory and Long-Term Memory – Zeitschrift für Psychologie – Volume 222, Number 2 / 2014 – Hogrefe Publishing

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Schlafwandeln und andere Non-REM-Parasomnien

Parasomnien umfassen eine große Gruppe unterschiedlicher motorischer Phänomene während des Schlafes. Entsprechend der Interna­tionalen Klassifikation von Schlafstörungen II (ICSD II) werden Parasomnien in Formen unterteilt, die aus dem Non-REM-Schlaf heraus auftreten und Formen, die aus dem REM-Schlaf auftreten. Als andere Parasomnien werden die Formen bezeichnet, bei denen keine feste Zuordnung zu einem Schlafstadium möglich ist. Schlafwandeln, Schlaftrunkenheit und der Pavor nocturnus sind die klinisch wichtigsten Formen der Non-REM Parasomnien. Hauptmerkmal dieser Formen ist der Beginn aus dem Schlafstadium Non-REM 3, dem durch hohen Anteil an Deltaaktivität gekennzeichneten Tiefschlaf. Die Gesamtprävalenz der Non-REM-Parasomnien bei Erwachsenen wird mit ca. 4% angegeben. Damit ist diese Form der Parasomnien eine klinisch relevante, aber vermutlich unterdiagnostizierte Gruppe von Schlafstörungen.
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