Konflikte zwischen Privat- und Berufsleben bei Führungskräften

In Anlehnung an Belastungs- und Ressourcen-Modelle sowie die Person-Environment-Fit-Theorie untersucht die vorliegende Studie die Dreifach-Interaktion von Privatleben-Arbeits-Konflikten (sog. Family-to-Work Conflict; FWC), individueller Präferenz zur Abgrenzung des Privatlebens von der Arbeit (sog. Segmentierung) sowie organisationalen Möglichkeiten zur Segmentierung in ihrer Wirkung auf die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben sowie die emotionale Erschöpfung als abhängige Variablen.
Anhand einer Stichprobe von 250 Führungskräften eines internationalen Unternehmens der Automobilindustrie konnte gezeigt werden, dass Führungskräfte bei einem hohen FWC zufriedener mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und weniger erschöpft sind, wenn ihre hohe Segmentierungspräferenz auf hohe Segmentierungsmöglichkeiten trifft.
Ein Mangel an Segmentierungsmöglichkeiten wirkt sich dann positiv auf den Zusammenhang zwischen FWC und emotionaler Erschöpfung aus, wenn dieser mit hohen Segmentierungspräferenzen einhergeht. Basierend auf diesen Ergebnissen wird Organisationen nahegelegt, eine Segmentierung zwischen Privatleben und Arbeit auf organisationaler Ebene unter Berücksichtigung individueller Präferenzen zu stärken.

Konflikte zwischen Privat- und Berufsleben bei Führungskräften – Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie A&O – Volume 58, Number 2 / 2014 – Hogrefe Verlag

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Typgerecht entspannen – Ist der VAK-Test valide um Entspannungstechnikpräferenzen zu bestimmen?

Entspannungstechniken sind sehr beliebt, aber nicht jedem gefällt jede Technik gleichermaßen gut. Statt alle Techniken selbst ausprobieren zu müssen, wäre ein Prognoseinstrument zur
Technikpräferenzbestimmung hilfreich. Dazu entwickelte Ehret-Wemmer (2009) den visuell-auditiv-kinästhetischen (VAK) Test, der im Sinne des Konzepts des neurolinguistischen Programmierens zum
bevorzugten Repräsentationssystem jedem Repräsentationstypus (V, A oder K) typgerechte Entspannungstechniken zuordnet. Die Validität des VAK-Tests wird in dieser Studie überprüft. Es sollten positive Korrelationen zwischen den VAK-Testwerten und den typkorrespondierenden Technikbewertungen in einer Gruppe von Entspannungskursteilnehmenden auftreten.
Die Vorhersagen wurden nicht bestätigt. Die Präferenzen zeigen sich von VAK-unabhängigen Faktoren wie Entspannungswirkung, Technikspezifika und Übungsausführungsaspekten beeinflusst,
die in zukünftigen Studien im Sinne positiver und negativer Vorerfahrungen systematisch berücksichtigt werden sollten. Bei Novizen erscheint der Einsatz eines kurzen Praxistests zur Untersuchung von Präferenzen sinnvoll.

Typgerecht entspannen – Zeitschrift für Gesundheitspsychologie – Volume 22, Number 1 / 2014 – Hogrefe Verlag

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Fibromyalgie – Psychoedukation senkt Kosten

Fibromyalgie geht mit hohen Behandlungskosten und Arbeitsausfällen bei den betroffenen Patienten einher. Ein spanisch-englisches Autorenteam prüfte bei über 200 Patienten die Wirksamkeit einer Psychoedukation und wertete deren Kostenreduktion für das Gesundheitswesen sowie für die gesamte Sozialversicherung aus.

Clin J Pain 2013; 29: 702–711

Thieme E-Journals – Aktuelle Rheumatologie / Abstract

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Rheumatische Erkrankungen – Trotz Rheuma im Job

Rheumapatienten bleiben heute trotz ihrer Erkrankung häufiger beruflich aktiv als noch vor 10 bis 15 Jahren. Sowohl die Arbeitsunfähigkeitsdauer als auch die Zahl der Erwerbsminderungsrenten ging bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen seit 1997 stetig zurück. Dieser Trend ist bei Rheumakranken deutlich stärker ausgeprägt als bei der Gesamtheit aller Krankheiten, was auf einen Zusammenhang mit verbesserten medikamentösen und nicht medikamentösen Therapiestrategien hinweist, betont Professor Dr. Wilfried Mau, Direktor des Instituts für Rehabilitationsmedizin der Universität Halle-Wittenberg.

Thieme E-Journals – Aktuelle Rheumatologie / Abstract

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Diagnostik und Differenzialdiagnostik der Tumor-Fatigue

Viele Patienten sind von Tumor-Fatigue betroffen. Sie geht mit dem belastenden Gefühl unüblicher, intensiver Müdigkeit und Erschöpfung einher und kann zu erheblichen Leistungseinbußen bis hin zur Erwerbsunfähigkeit führen. Trotzdem ist sie nach wie vor unterdiagnostiziert. Die Diagnose ist jedoch Voraussetzung für die Therapie und Rehabilitation. Wie kann man sich der Diagnose „Tumor-Fatigue“ annähern?

Fast jeder Tumorpatient klagt zu irgendeinem Zeitpunkt seiner Tumorerkrankung über Müdigkeit, Erschöpfung oder Energiemangel. Solche Beschwerden zeigen sich auf körperlicher, kognitiver und affektiver Ebene und werden unter dem Sammelbegriff „tumor-assoziierte Fatigue“ (cancer-related fatigue, CrF) subsumiert. Sie stehen meist nicht in Zusammenhang mit vorangegangener Anstrengung und lassen sich durch Ausruhen kaum beeinflussen. Die Beschwerden können selbst limitierend sein, aber auch chronifizieren und nach abgeschlossener Tumortherapie noch jahrelang persistieren. Je nach Art und Ausprägung ist der Leidensdruck bei Patienten und Angehörigen beträchtlich.

Diagnostik und Differenzialdiagnostik der Tumor-Fatigue – Springer Professional Media, Bereich Medizin

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Einflussfaktoren auf Erfolg und Misserfolg beim Elfmeterschießen

Der spezielle Beitrag zur WM

Elfmeterforschung kann dazu dienen, grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien in einem realitätsnäheren Umfeld zu überprüfen oder anwendungsorientierte Erkenntnisse zu gewinnen. Bei vielen Studienergebnissen stellt sich die Frage, inwieweit diese Erkenntnisse auch bei Elfmeterschießen bei Europa- und Weltmeisterschaften von Relevanz sind. Sechs mögliche Einflussfaktoren (Trikotfarbe „Rot“, Schussbein, Erfahrung, Nationalität, Schussreihenfolge, Schussrichtung) werden anhand einer retrospektiven Analyse aller vergangener Elfmeterschießen bei WM- und EM-Turnieren seit 1982 überprüft. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass drei Faktoren – Nationalität,  Schussreihenfolge und Schussrichtung – einen tatsächlichen Einfluss auf die Erfolgswahrscheinlichkeit bei Elfmeterschießen der beiden größten Fußballturniere haben. Die anwendungsbezogene Relevanz von experimentell gewonnenen Ergebnissen in Elfmetersituationen wird abschließend kritisch diskutiert.

Einflussfaktoren auf Erfolg und Misserfolg beim Elfmeterschießen – Zeitschrift für Sportpsychologie – Volume 21, Number 2 / 2014 – Hogrefe Verlag

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Berufliches Selbstverständnis, Ressourcen, Belastungen und berufliche Zufriedenheit von Psychologen in rehabilitativen Einrichtungen

Die Psychologen aus rehabilitativen Einrichtungen aller Indikationsbereiche wurden zu ihrer derzeitigen berufsbezogenen Situation befragt. Hierbei wurden die folgenden Bereiche berücksichtigt: (a) berufliches Selbstverständnis, (b) berufliche Ressourcen und Belastungen, (c) berufliche Zufriedenheit.
Die Befragung richtete sich an die Psychologen aller rehabilitativen Einrichtungen in Deutschland. Es wurden insgesamt 1 461 Rehabilitationseinrichtungen aller Indikationsbereiche angeschrieben, aus denen sich 623 Psychologen an der Befragung beteiligten. Teilweise können die aktuellen Daten mit Referenzdaten aus älteren Befragungen verglichen werden.
Das berufliche Selbstverständnis hat sich in den vergangenen 10 Jahren nur wenig geändert. Nach wie vor haben Beratung und Psychotherapie im Einzelsetting sowie Gruppeninterventionen einen zentralen Stellenwert. Die Arbeitszufriedenheit und die beruflichen Ressourcen wurden insgesamt positiv bewertet. Den höchsten Vorhersagewert für die allgemeine Zufriedenheit mit der Arbeit hat das Qualifikationspotenzial der Arbeit, das die Möglichkeiten umfasst, im Beruf weiterzukommen, Fähigkeiten weiterzuentwickeln und Neues zu lernen.
Es ergeben sich konkrete Hinweise darauf, welche Ressourcen gestärkt werden sollten, um die Arbeitszufriedenheit der Psychologen in der medizinischen Rehabilitation zu fördern. Insbesondere sollte über die Schaffung besserer Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Psychologen in rehabilitativen Einrichtungen nachgedacht werden.

Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

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Psychische Folgen von Unfällen und deren Versorgung

Die Notfallpsychologie und Psychotraumatologie befassen sich mit den psychischen Folgen von Extremereignissen, ihrer Prävention und Behandlung. Unfälle zählen zu den häufigsten potenziell traumatisierenden Ereignissen in der Allgemeinbevölkerung, die zu schweren psychischen Folgebeschwerden und -störungen führen können. Unfälle ereignen sich plötzlich, unvorhersehbar und sind mit einer Gefährdung von Gesundheit, Identität und Leben verbunden. 5–30 % der Unfallopfer entwickeln kurz- oder langfristige Folgebeschwerden mit Krankheitswert. Für die Betroffenen sind – insbesondere chronisch anhaltende – psychische Symptome mit schwerem Leid, gravierenden Auswirkungen auf ihre Funktionstüchtigkeit und Lebensqualität verbunden. Weiterlesen

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Fixierungen im somatischen Krankenhaus – häufiger als in der Psychiatrie?

Kürzlich wurde eine interessante Studie publiziert, die erstmals die Häufigkeit von Fixierungen in somatischen Kliniken in Deutschland untersuchte. Die Autoren verwendeten die Methode der Multi-Moment-Beobachtung: Die Untersucher besuchten 61 chirurgische, internistische und Intensivstationen von vier somatischen Akutkrankenhäusern innerhalb von 3 Monaten nach einem Zufallsprinzip drei Mal, vormittags, nachmittags und abends (bis 21:30 Uhr). Jeweils notierten sie, wie viele Patienten freiheitseinschränkende Fixierungen hatten.

Quelle: Thieme E-Journals – Psychiatrische Praxis / Abstract

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Adaptation des Composite International Diagnostic Interview (CIDI) zur Erfassung komorbider psychischer Störungen in der Onkologie: das CIDI-O

Der vorliegende Beitrag beschreibt die Entwicklung des für die Onkologie adaptierten Composite International Diagnostic Interview (CIDI) zur Diagnostik komorbider psychischer Störungen bei Patienten mit Tumorerkrankungen. Im Beitrag werden spezifische Probleme bei der Diagnostik psychischer Störungen bei Krebspatienten skizziert, wie insbesondere die Überlappung körperlicher und psychischer Symptome sowie die bislang mittels strukturierter und standardisierter Verfahren unzureichende Erfassung von Anpassungsstörungen und krebsbezogener Traumata. Davon ausgehend werden die vorgenommenen Modifikationsstrategien beschrieben, die zur Konzeption des CIDI-Onkologie (CIDI-O) führten. Vorrangige Zielsetzung dieser Adapta­tion ist eine Erweiterung des Diagnosespektrums des CIDI um die Erfassung stressbedingter psychischer Belastungen und Störungen im Zusammenhang mit einer Tumorerkrankung.

Quelle: Thieme E-Journals – PPmP – Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie / Abstract

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