Ziel dieser Studie war die konfirmatorische Analyse der faktoriellen Struktur der etablierten Assessmentinstrumente ODI, SF-12 und HADS-D mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse in einer Stichprobe von n=184 Rehabilitanden mit muskuloskelettalen Erkrankungen. Für die 3 Messinstrumente konnten jeweils gute bis akzeptable globale und lokale Modellpassungen nachgewiesen werden. Der ODI und die HADS-D konnten theoriekonform modelliert werden, wiesen jedoch vereinzelt geringe Item-Konstrukt-Assoziationen auf. Für den SF-12 konnten die 2 zentralen Konstrukte „Körperliche Gesundheit“ und „Psychische Gesundheit“ als Faktoren zweiter Ordnung nach Definition der Unterkonstrukte „Körperliche Rollenfunktion“, „Emotionale Rollenfunktion“ und „Wohlbefinden“ bestätigt werden. Diese Studie bestätigte demnach die gute bis zufriedenstellende faktorielle Struktur der Assessmentinstrumente für orthopädische Rehabilitanden. Zudem konnten auf Item- und Strukturebene Hinweise auf spezifische Konstruktdefinitionen in der Population muskuloskelettal erkrankter Rehabilitanden gewonnen werden.
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Es gibt daher immer noch Optimierungspotenziale, die dazu beitragen sollen, die Wiedereingliederungsquote nach psychosomatischer Rehabilitation zu verbessern. Dazu gehört eine bessere Vorbehandlung, eine valide Diagnostik und die Berücksichtigung spezifischer beruflicher Problemlagen einzelner Rehabilitandengruppen wie Migranten und Langzeitarbeitsunfähige in Rehabilitation und Nachsorge.