Neue Medien: Online-Therapieangebote kritisch hinterfragen

Vor fragwürdigen Online-Angeboten im Gesundheitsbereich warnen die Ärzte und Psychotherapeuten in Bayern. „Werbeversprechen, wonach Drittanbieter unter Zuhilfenahme der Möglichkeiten des Internets eine leicht zugängliche, fundierte ärztliche oder psychotherapeutische Beratung und Therapie durchführen können, sind generell kritisch zu hinterfragen“, heißt es in einer Stellungnahme der Bayerischen Landesärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns und der Psychotherapeutenkammer des Landes.

„Die Basis einer ärztlichen oder therapeutischen Behandlung ist und bleibt das intensive, unmittelbare Vertrauens- und Kontaktverhältnis zum Patienten“, betonen die Verbände. Reine Online-Therapieangebote, die lediglich als Medizinprodukte gewertet würden, erfüllten diese Vorgabe keinesfalls. „Zu groß ist dabei die Gefahr von Fehldiagnosen oder des Missbrauchs sensibler Patientendaten“, warnen Kammern und KV.

Trotz dieser Warnung vor Missbrauch betonen die drei Organisationen die Chancen und Möglichkeiten der Online-Kommunikation für Patienten. Sie fordern daher die Politik auf, verbindliche Rahmenvorgaben für Gesundheitsangebote im Internet zu erlassen. „Dazu gehört die Gewissheit für die Patienten, dass die Indikationsstellung in jedem Fall durch einen Arzt oder Psychotherapeuten erfolgt und dass ihre persönlichen Daten gemäß strenger datenschutzrechtlicher Vorgaben sicher vor dem unbefugten Zugriff Dritter sind“, so Kammern und KV.

Beim Ausbau der Online-Angebote sollte zunächst vor allem der innerkollegiale Austausch und die Vernetzung des ambulanten und des stationären Sektors vorangetrieben werden. Rein kommerziell agierende Anbieter von Online-Medizin-Anwendungen seien hingegen „sehr kritisch zu hinterfragen“.

Deutsches Ärzteblatt: Neue Medien: Online-Therapieangebote kritisch hinterfragen (10.04.2015)

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Depressionen: Achtsamkeitsmeditation kann Rückfälle verhindern

Eine achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT), die speziell für die Rückfallprävention der Depression entwickelt wurde, hat in einer Vergleichsstudie im Lancet (1) vielen Patienten den Verzicht auf die ungeliebten Medikamente ermöglicht. Die MBCT (Mindfulness Based Cognitive Therapy) geht auf eine Idee des Oxford-Forschers John Teasdale zurück. Sie kombiniert Elemente der buddhistischen Meditation mit Erkenntnissen der kognitiven Verhaltenstherapie. Die Patienten erlernen in acht Gruppensitzungen Meditationstechniken. Sie sollen ihnen helfen, ein erneutes Versinken in ein grübelndes, negatives Denken zu verhindern, das ein Kennzeichen schwerer Depressionen ist. Gleichzeitig werden sie zu den Mechanismen der Depression geschult, damit sie einen drohenden Rückfall frühzeitig genug erkennen, um durch ihre Achtsamkeitsübungen gegenzusteuern.

Deutsches Ärzteblatt: Depressionen: Achtsamkeitsmeditation kann Rückfälle verhindern (10.05.2015)

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Kardiale Rehabilitation: „Koronarsport“ reduziert Morbidität und erhöht Lebensqualität

Die kardiale Rehabilitation hat viele Gesichter: Sportprogramme, Schulungen und psycho-logische Betreuung können die Standardtherapie ergänzen. In den letzten 15 Jahren ist die Zahl publizierter Cochrane Reviews zu diesem Thema gewachsen. Anderson et al. haben den Effekt in einer Übersicht systematischer Reviews (Umbrella Review) untersucht.

Thieme E-Journals – DMW – Deutsche Medizinische Wochenschrift / Abstract

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Nachteulen werden schneller krank

Wer lebt eigentlich gesünder – Frühaufsteher oder Langschläfer? Einer koreanischen Studie zufolge sind es erstere. Denn „Nachteulen“ leiden bei gleicher Schlafmenge häufiger an Diabetes, dem metabolischem Syndrom und Sarkopenie als „Lerchen“. Die Forscher vermuten, dass der Biorhythmus eine wichtige Rolle bei der Regulation des Stoffwechsels spielt.

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Familärer Stress fördert Diabetes

Kinder, die schwere familiäre Ereignisse erleben, haben ein dreifach erhöhtes Risiko an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer schwedischen Studie mit fast 10 500 Familien. Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass Schicksale wie Scheidung der Eltern, Krankheits- oder Todesfälle zu erhöhten Stressleveln bei den Kindern führen. So kommt es bei ihnen zu einem Cortisolanstieg und einer verstärkten Insulinresistenz.

Thieme E-Journals – DMW – Deutsche Medizinische Wochenschrift / Abstract

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Depression ändert mtDNA

Frauen, die an einer Depression leiden, haben eine größere Menge an mitochondrialer DNA (mtDNA) als ­Gesunde. Das fanden britische Forscher heraus. In ihrer Studie analysierten sie die Genome von fast 6000 Frauen mit schwerer Depression und verglichen sie mit denen Gesunder. Das Ergebnis: Die Menge der mtDNA nahm bei Depressionen zu. Unter Stress arbeiten Mitochondrien weniger effizient. Möglicherweise versuchen die Zellen den Energieausfall aufzufangen, indem sie eine größere DNA-Menge produzieren.

Thieme E-Journals – DMW – Deutsche Medizinische Wochenschrift / Abstract

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Verhaltensbasierte Prävention chronischer Krankheiten – wie kann sie gelingen?

Hintergrund: Tabakrauchen, gesundheitsriskanter Alkoholkonsum, Übergewicht und Bewegungsmangel tragen zu mehr als 50 % von Herzinfarkten bei und bilden die häufigsten vermeidbaren Entstehungsfaktoren von Krebserkrankungen. Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen ließen sich verringern durch Prävention zusätzlich zur medizinischen Versorgung. Ziel dieses Beitrags ist die Elemente darzustellen, die Prävention ausmachen: Teilnehmerraten, Interventionsprogramme und Ergebnisse. Ergebnis-Kriterien umfassen die Intentionen zur Verhaltensänderung, die Verhaltensweisen selber, die gesamte Lebenszeit und die Zeit der Freiheit von chronischer Krankheit und Behinderung.

Ergebnisse: Der Stand internationaler Evidenz zeigt, dass Präventionsleistungen auf nationaler Ebene Umweltänderungen und direkte Interventionen umfassen sollten. Umweltänderungen beinhalten Reduktion der Attraktivität von und Schutz der Menschen vor gesundheitsriskanten Produkten. Direkte Intervention schließt besonders Beratungen ein. Diese Leistungen führen zu Reduktionen inzidenter Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Die Evidenz zur Wirksamkeit von Prävention stellen Verlaufsstudien, Modellrechnungen zu Risikofaktoren und Krankheiten sowie Kontrollgruppenstudien bereit. Alle drei Analyse-Ansätze belegen Erfolge der Prävention. Die Zusammenarbeit von Prävention und medizinischer Versorgung trägt zu Synergien bei.

Folgerung: Es besteht ein Handlungsdefizit. Bewährte oder als wirksam belegte Leistungen sollten in die Praxis umgesetzt, die Kooperation zwischen Prävention und medizinischer Versorgung gefördert werden.

Thieme E-Journals – DMW – Deutsche Medizinische Wochenschrift / Abstract

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Assoziation zwischen Bewegungsmangel und Krebs

Zunehmender Fernsehkonsum und eine wachsende private und berufliche Computernutzung haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Menschen ihre Zeit in verstärktem Maß sitzend verbringen. Bei Erwachsenen trifft dies auf 50–60 % des Tages zu. Sitzend verbrachte Zeit ist ein unabhängiger Risikofaktor für chronische Erkrankungen und Mortalität. D. Schmid und M. F. Leitzmann untersuchten nun im Rahmen einer Metaanalyse, wie sich Fernsehen und eine sitzende Lebensweise auf das Krebsrisiko auswirken.

Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

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Outcome-basierte Einrichtungsvergleiche in der stationären kardiologischen Rehabilitation – Ergebnisse aus dem Projekt EVA-Reha® Kardiologie

Hintergrund: Bei Einrichtungsvergleichen von kardiologischen Rehabilitationskliniken wird die Ergebnisqualität aufgrund erschwerter Quantifizierbarkeit bislang vernachlässigt. Im Folgenden wird ein mehrfaktorielles Modell zur Messung des individuellen Rehabilitationserfolgs vorgestellt. Dieses Modell soll sowohl eine interne als auch externe Qualitätssicherung ermöglichen.

Methodik: Von 01/2010 bis 12/2012 wurden 5 123 Patienten in 21 Kliniken konsekutiv in die prospektive multizentrische Registerstudie EVA-Reha®Kardiologie eingeschlossen. Die Änderungen von 13 Qualitätsindikatoren aus den Bereichen kardiovaskuläre Risikofaktoren, körperliche Leistungsfähigkeit und subjektive Gesundheit während der Rehabilitation wurden mittels Einteilung in Schweregrade anhand von Empfehlungen von Fachgesellschaften oder Assessments bewertet. Es wurden ausschließlich interventionsbedürftige Parameter eines Patienten beurteilt und Veränderungen nur bewertet, wenn sie eine klinisch relevante Grenze überschreiten, die Minimal Important Difference (MID). Die 13 Qualitätsindikatoren wurden in einem multiplen Ergebniskriterium (MEK) zusammengeführt.

Ergebnisse: Für alle Patienten (71,7±7,4 Jahre, 76,9% Männer) konnte das im arithmetischen Mittel 5,6 Indikatoren umfassende MEK gebildet werden. Nach Adjustierung für soziodemografische und klinische Basisparameter bei Reha-Beginn wurde anhand der Mittelwerte der Residuen die Rangfolge der Kliniken ermittelt. Für die einzelnen Kliniken wurden die Ergebnisse der Qualitätsindikatoren detailliert denen der Vergleichskliniken gegenübergestellt.

Schlussfolgerung: Mit der beschriebenen Methode können die Ergebnisqualität in der kardiologischen Rehabilitation quantifiziert und outcome-basierte Einrichtungsvergleiche vorgenommen werden.

Thieme E-Journals – Die Rehabilitation / Abstract

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Psychische Störungen und Rehabilitation

Psychische Störungen sind heute ein aktuelles Thema der Diskussionen in Wissenschaft und Fachöffentlichkeit, in Politik und Medien. Ihre Bedeutung für Rehabilitation und Erwerbsminderung ist und bleibt hoch, ungeachtet der Tatsache, dass es kaum Belege für einen realen Anstieg der Prävalenz der psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung gibt. Auch das diesjährige Rehabilitationswissenschaftliche Kolloquium der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW) greift die Diskussion mit dem Rahmenthema „Psychische Störungen – Herausforderungen für Prävention und Rehabilitation“ auf. Die wachsende Bedeutung von psychischen Störungen für Rehabilitation und Erwerbsminderung hat die Deutsche Rentenversicherung im letzten Jahr dazu bewogen, ihre Standpunkte und Strategien in einem umfassenden Positionspapier zusammenzufassen. Die Krankenversicherung und die Bundespsychotherapeutenkammer haben ebenfalls Vorschläge zur Verbesserung der Versorgungssituation veröffentlicht.

Thieme E-Journals – Die Rehabilitation / Abstract

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