Depression – Training zur Emotionsregulation verstärkt Effektivität der Verhaltenstherapie

Das Spektrum psychotherapeutischer Maßnahmen bei schwerer ­Depression wurde in den vergangenen Jahrzehnten deutlich ­erweitert. Trotzdem bleiben die Interventionen bei etwa der Hälfte der Patienten ohne erkennbare Wirkung, und viele der erfolgreich Therapierten erleiden Rückfälle. Ob eine Erweiterung des ­Therapiespektrums um ein Training zur Emotionsregulation die ­Prognose verbessern kann, haben M. Berking von der Universität Marburg und seine Kollegen aus Amsterdam und Boston untersucht.

Quelle: Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

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Gesundheitsbewertung – Der Einfluss chronischer Krankheiten auf die Patientenpräferenzen

Patienten neigen dazu, ihre eigene Gesundheit systematisch besser zu bewerten als Außenstehende. Unklar ist dagegen, ob die Präferenzen für hypothetische Gesundheitszustände zwischen Patienten mit bzw. ohne spezielle Erkrankungen abweichen. Das Ziel dieser Untersuchung war festzustellen, ob bestimmte Erkrankungen unter Verwendung eines generischen Fragebogens die Bewertung der Gesundheit beeinflussen.

Quelle: Thieme E-Journals – Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement / Abstract

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Evidenzbasierte Psychotherapie bei Patienten mit Substanzabhängigkeit und psychischer Komorbidität

Patienten mit Abhängigkeitserkrankung und komorbider psychischer Störung haben eine insgesamt schlechtere Prognose für den Verlauf beider Erkrankungen.

Über die Wahl wirksamer psychotherapeutischer Verfahren bei der Behandlung von Patienten mit dieser Komorbidität besteht häufig keine einstimmige Meinung. Vielmehr kommen bevorzugt Verfahren mit Wirksamkeitsprüfung auf dem Evidenzniveau IV zur Anwendung. In diesem Artikel wird daher eine aktuelle Übersicht über Empfehlungsstandards unter Berücksichtigung von wissenschaftlich evaluierten psychotherapeutischen Ansätzen bei Sucht und komorbider psychischer Störung gegeben. Ziel ist es, einen guten Überblick über die aktuelle Datenlage in diesem Bereich zu vermitteln und mögliche Empfehlungen auszusprechen.

Diskutiert werden die zur Suchterkrankung häufig auftretenden Komorbiditäten nach ICD-10 wie Schizophrenie, Depression, Angst- und Zwangsstörungen, Persönlichkeitsstörungen, ADHS und Suizidalität.

Der Einsatz von pharmakotherapeutischen Verfahren wird in diesem Artikel nicht diskutiert.

Quelle: Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

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Hirnstrukturelle Veränderungen bei der Schizophrenie

Kernaussagen
Hirnstrukturelle Veränderungen bei Schizophrenien sind diskret, weisen eine erhebliche interindividuelle Varianz auf und können deswegen nach aktuellem Kenntnisstand nicht zur Diagnosestellung einer Schizophrenie verwendet werden. Trotzdem erbringen Studien an größeren Kollektiven robuste Hinweise auf Veränderungen der Grauen Substanz in fronto-temporo-thalamischen Regionen und Anomalien der Weißen Substanz in frontalen und temporalen Netzwerken. Das Muster der betroffenen Regionen scheint über den Krankheitsverlauf stabil, jedoch beschreiben Studien eine Progredienz der Volumenveränderungen im zeitlichen Verlauf bzw. eine Assoziation mit klinischen Parametern. Genetische Faktoren scheinen diese Veränderungen zu beeinflussen, der Einfluss antipsychotischer Medikation wird gegenwärtig diskutiert.

Quelle: Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

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Warum stoppte 2007 der Rückgang der Suizidrate in Deutschland?

In Deutschland gab es 3 Perioden, die sich bezüglich der Suizidrate unterscheiden: Nach einem moderaten Abfall der Suizidrate zwischen 1998 und 2003 folgte zunächst ein stärkerer Abfall zwischen 2003 und 2007 und dann ein Anstieg der Rate zwischen 2007 und 2010. Der Abfall der Suizidrate könnte auf eine bessere Diagnostik und Behandlung von depressiven Erkrankungen zurückzuführen sein. Der erneute Anstieg könnte durch eine Erhöhung der Diagnosen einer Depression oder psychischen Störung bedingt sein. Diese Erhöhung ist assoziiert mit der Erhöhung der Suizidfälle durch Überfahren. Eine mögliche Erklärung für diesen Trend könnte z. B. der Suizid von Robert Enke durch Überfahren von einem Zug sein. Die Prävention des Werther-Effekts ist hier eine wichtige Maßnahme. Der Umgang mit Suiziden von Prominenten – insbesondere durch die Presse – ist ein wichtiger Punkt bei der Suizidprävention.

Quelle: Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

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Mediale Berichterstattung über den Suizid von Robert Enke

Medienberichte über den Suizid prominenter Personen sind mit einem Folgeanstieg der populationsbezogenen Suizidrate assoziiert. Von verschiedenen Organisationen wurden daher Leitfäden für die mediale Berichterstattung über Suizide vorgelegt. In der vorliegenden Untersuchung wurde am Beispiel des Suizids von Robert Enke († 2009) untersucht, inwieweit diese Medienempfehlungen in Deutschland umgesetzt wurden.
Analysiert wurden sämtliche Artikel, die im Monat nach Enkes Suizid in zehn der auflagenstärksten deutschen Zeitungen und Zeitschriften publiziert wurden. Insgesamt konnten 169 Artikel identifiziert werden. Die Inhaltsanalyse verweist darauf, dass Medienempfehlungen zur Berichterstattung über Suizide im Fall von Robert Enke nur unzureichend berücksichtigt wurden: 77,5 % der Artikel wiesen mindestens ein Merkmal unangemessener Berichterstattung auf und 51,5 % der Artikel wiesen kein Merkmal präventiver Berichterstattung auf. Im Rahmen einer Clusteranalyse ließen sich fünf Berichterstattungsmuster identifizieren, die sich in ihrer inhaltlichen Ausrichtung und im Ausmaß, in dem präventive Inhalte präsentiert werden, deutlich voneinander unterscheiden. Berichte in der Boulevardpresse unterschieden sich nur geringfügig von Artikeln in anderen Zeitungen.
Praktische Implikationen des Befundmusters werden diskutiert.

Quelle: Mediale Berichterstattung über den Suizid von Robert Enke – Zeitschrift für Gesundheitspsychologie – Volume 21, Number 3 / 2013 – Hogrefe Verlag

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Patienten mit Gewalterfahrungen in der Kindheit

Gewalterfahrungen in der Kindheit sind häufige, schwere Belastungsfaktoren in der Anamnese unserer Patienten und werden uns in allen Bereichen der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik immer wieder berichtet. Wir sind uns bewusst, dass diese traumatischen Erfahrungen störungsspezifische Behandlungsverfahren benötigen. Es gibt eine gute Studienlage zur Evidenz der Therapien, so ist diese für eine traumafokussierte Therapie z. B. bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) sehr gut belegt.

Quelle: Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

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Medikamentöse Behandlungsstrategien bei chronischen Schmerzen

Kernaussagen
  • Chronischer Schmerz ist multifaktoriell.
  • Eine effiziente Arzt-Patienten-Kommunikation ist der Schlüssel zum erfolgreichen Schmerzmanagement.
  • Kenntnisse der Schmerzphysiologie sollten Basis der Behandlungsentscheidungen sein.
  • Der Einsatz der Medikamente sollte nach pathophysiologischen Erkenntnissen und spezifischen Medikamentenwirkungen erfolgen.
  • Das Wissen über antihyperalgetische Wirkstoffe, wie z. B. Antidepressiva und Antikonvulsiva, nimmt beständig zu.
  • Das Verständnis des Teufelskreises „chronischer Schmerz“ in der pharmakologischen Schmerzbehandlung ist wichtig.
  • Ziel sollte eine mechanismenorientierte Schmerztherapie sein, die an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst wird.

Quelle: Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

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Pharmakotherapie der Depression

Kernaussagen

Depressionen sind häufige, schwerwiegende Erkrankungen mit hohen psychosozialen Konsequenzen. Bis zu 4 % der mindestens einmal hospitalisierten Patienten sterben durch Suizid. Nur 20 – 30 % der depressiven Störungen verlaufen monophasisch, dennoch haben Depressionen bei konsequenter Ausschöpfung der verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten eine gute Prognose.

Das wichtigste Ziel der Depressionsbehandlung ist die Remission. Antidepressiva sind bei mittel- bis schwergradigen Episoden indiziert. Eine engmaschige Kontrolle des Therapieerfolgs mittels therapeutischem Drug-Monitoring sowie Psychometrie mittels Fremd- und Selbstbeurteilungsbögen ist ebenso obligat wie eine sorgfältige Nebenwirkungsüberprüfung. Die Wirklatenz von Antidepressiva liegt bei ca. 14 Tagen. Eine Besserung in dieser Zeitspanne ist prädiktiv für den finalen Behandlungserfolg. Ein unzureichendes Ansprechen kann viele Ursachen haben, die zunächst abgeklärt werden müssen. Danach stehen weitere pharmakologische Therapiestrategien (Dosiserhöhung, Switch, Augmentation und Kombination von Antidepressiva) zur Verfügung.

Nach Eintreten einer Remission ist das Antidepressivum für mindestens 6 Monate in der Dosis weiter einzunehmen, in der eine Remission erreicht wurde. Unter bestimmten Risikokonstellationen mit hoher Rezidivwahrscheinlichkeit kann eine Weitereinnahme über Jahre nach Abwägung von Nutzen und Risiko notwendig sein.

Quelle: Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

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Soziale Angststörung

Kernaussagen

Störungsbild

In sozialen Leistungs- und Interaktionssituationen wird die Befürchtung ausgelöst, dass eigenes Verhalten oder körperliche Symptome von anderen Menschen als peinlich bewertet werden. In solchen Situationen erleben Betroffene massive Angst und weisen ausgeprägtes Vermeidungsverhalten auf, das zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität führt. Unbehandelt verläuft eine Soziale Angststörung meist chronisch.

Diagnostik

Eine frühzeitige Diagnose mit anschließender Behandlung kann der Chronifizierung und Entwicklung sekundärer psychischer Störungen (wie Depression und Sucht) vorbeugen. Die Diagnose wird durch die Ähnlichkeit des Störungsbilds mit nicht pathologischen sozialen Ängsten und anderen psychischen Störungen sowie durch die hohe Komorbiditätsrate erschwert. Mithilfe strukturierter klinischer Interviews und störungsspezifischer Verfahren zur Selbst- und Fremdbeurteilung kann die Diagnose gesichert werden.

Ätiologie

Bei einer Sozialen Angststörung kann von einer biologischen Disposition sowie einer Dysfunktion des serotonergen Systems mit erhöhter Aktivierung von Amygdala ausgegangen werden. Umwelteinflüsse wie negative Lebensereignisse sowie sozial traumatisierende Erfahrungen können ebenfalls zur Entstehung der Störung beitragen. Kognitive Erklärungsansätze bieten eine gute Möglichkeit, die Aufrechterhaltung der Störung zu verstehen und somit effektive Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Therapie

Bisherige Untersuchungen konnten zeigen, dass die kognitive Verhaltenstherapie nach Clark und Wells die besten Effekte erzielte und sich sowohl der Pharmakotherapie als auch allen anderen Psychotherapien gegenüber als überlegen erwies. Deswegen gilt sie nach aktuellem Stand als erste Wahl zur Behandlung der Sozialen Angststörung. Bei einer pharmakologischen Therapie von Sozialer Angststörung wird die Gabe von SSRI empfohlen.

Quelle: Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

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