E-Mail-Kommunikation: Liberale Bestimmungen für Psychotherapeuten

Der Austausch per E-Mail zwischen Therapeuten und Patienten hat zahlreiche Vorzüge, aber auch rechtliche Risiken. Auf letztere weisen die Juristen Dr. Sebastian Almer und Dr. Maximilian Warntjen der Sozietät Ulsenheimer Friederich Rechtsanwälte aus München hin. Sie machen dar- auf aufmerksam, dass der Einsatz neuer Medien in der Psychotherapie in den (Muster-)Berufsordnungen von ärztlichen und Psychologischen Psychotherapeuten unterschiedlich geregelt ist. Beide Berufsordnungen beinhalten die Pflicht zur persönlichen Behandlung, lassen aber durchaus Raum für den Einsatz elektronischer Kommunikationsmittel wie E-Mails.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt: Archiv „E-Mail-Kommunikation: Liberale Bestimmungen für Psychotherapeuten“ (10.03.2010)

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Bolognaprozess – Bachelor und Master – oder wer darf/kann was?

Durch den sogenannten Bologna-Prozess wurde die Ausbildung an den Hochschulen nachhaltig verändert. Die bisherigen Diplom-Studiengänge wurden umgewandelt in ein zweistufiges System mit einem Bachelor-Abschluss (in der Regel nach 6 Semestern) und einen Master-Abschluss (nach weiteren 4 Semestern). Beide Abschlüsse können im Prinzip an allen Hochschulen (ehem. Fachhochschulen) und Universitäten, sowie zB auch der Dualen Hochschule (ehem. Berufsakademie) in Baden-Württemberg gemacht werden. Weiterlesen

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Forschungsgutachten zur Ausbildung von Psychologischen PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen

Da ich immer wieder von KollegInnen angesprochen werde, die noch nichts von dem Forschungsgutachten zur Ausbildung von PP und KJP gehört haben, möchte ich eine kurze Zusammenfassung geben, obwohl das Gutachten bereits im Mai 2009 an die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt übergeben wurde.

Ein unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Strauß etabliertes nationales Forschungsnetzwerk hat vom Bundesministerium für Gesundheit den Auftrag zur Erstellung eines Gutachtens zur Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten/zur Psychologischen Psychotherapeutin und zum Kinder- und Jugendlichentherapeuten/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in Deutschland erhalten.
In dem Forschungsgutachten soll das aus Expertinnen und Experten aller beteiligten Professionen zusammengesetzte Netzwerk die Qualität der bisherigen Ausbildung von Psychotherapeuten bewerten und Empfehlungen zur möglichen Neugestaltung erarbeiten. Weiterhin sollen Qualität und Inhalte der Ausbildung in einen internationalen Vergleich gestellt werden.

Quelle: Uniklinikum Jena – Forschungsgutachten (Download des Forschungsgutachtens 430 Seiten mit 17 MB und des Begleitbandes mit 16MB)

Eine Zusammenfassung des Gutachtens gibt es auf der Seite der dgvt.

Mögliche Konsequenzen aus dem Gutachten werden ebenfalls u.a. bei der dgvt diskutiert, sowie im Bericht über das Symposium der BPtK und Materialien u.a. zur Anhörung bei der Bundespsychotherapeutenkammer gibt es bei der PiAAG.

Die Kammer in Hessen hat in einer Veranstaltung am 30.01.2010 über die möglichen neuen Aufgaben der PsychotherapeutInnen diskutiert.

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Behandlungsräume: Die Einrichtung therapiert mit

Die Einrichtung und Dekoration eines Behandlungsraums kann die Atmosphäre, in der eine Therapie stattfindet, mitbestimmen. Dieser Umstand wird jedoch kaum berücksichtigt. Studien über die Wirkung des Interieurs zeigen aber, dass sowohl gesunde als auch erkrankte Menschen erheblich davon beeinflusst werden. Beispielsweise wiesen japanische Psychologen nach, dass Klienten eine abgeschwächte Beleuchtung in Beratungsräumen und Sprechzimmern gegenüber einer hellen bevorzugen. Die befragten Klienten konnten sich besser entspannen, und es fiel ihnen leichter, etwas von sich zu erzählen, wenn das Licht gedämpft war. Zudem empfanden sie die Atmosphäre angenehmer, und der Therapeut oder Berater machte auf sie einen positiveren Eindruck.

Patienten sollten sich wie zu Hause fühlen
Entscheidend zum Wohlbefinden von Patienten trägt auch die Dekoration eines Raums bei. Verschiedene Patientenumfragen kamen zum Ergebnis, dass Räume weder überladen noch kahl oder nüchtern sein sollten. Es sollten sich vielmehr Gegenstände in überschaubarer Anzahl darin befinden, die die meisten Patienten aus ihrem Alltag kennen, wie Bilder, Kalender, Pflanzen, Vorhänge, Teppiche, Vasen und Kissen. Allerdings sollte auf betont stilvolles, vornehmes oder extravagantes Inventar verzichtet werden.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt: Archiv „Behandlungsräume: Die Einrichtung therapiert mit“ (10.03.2010)

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„Süchtige“ Computer- und Internetnutzung

Kernaussagen

  1. Pathologischer Internetgebrauch entsteht, wenn Menschen durch den zunehmenden Verlust der Kontrolle über ihre Internetnutzung bedeutsam in ihrem Leben beeinträchtigt werden. Diese Störung kann sich auf unterschiedliche Onlineaktivitäten (z. B. Onlinecomputerspiel, Chat) beziehen, weist Suchtsymptome auf und ist am ehesten mit dem pathologischen Spielen und anderen Impulskontrollstörungen vergleichbar. Weiterlesen
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Rauschtrinken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Zahlreiche Studien in industrialisierten europäischen und nichteuropäischen Ländern beschäftigten sich mit der besorgniserregenden Zunahme des Konsums von alkoholischen Getränken (z. B. alkoholischer Mixgetränke, sog. „Alkopops“) und Rauschtrinken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Rauschtrinken wurde mit ausgeprägten sozialen und gesundheitlichen Folgen in Verbindung gebracht. Jugendlicher Alkoholmissbrauch und Rauschtrinken ist häufig, aber das Ausmaß des Problems sowie spezielle Risikofaktoren die zu Rauschtrinken führen sind weitestgehend unbekannt. Weiterlesen

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Einstellung der Bevölkerung zu Alkoholkranken

Was weiß man über die Haltung der Bevölkerung zu Alkoholkranken? Übersicht über alle zwischen 1948 und 2008 publizierten repräsentativen Bevölkerungserhebungen zu diesem Thema. Alkoholkranke werden meist selbst für ihre Erkrankung verantwortlich gemacht. Sie werden stärker als z. B. Patienten mit Schizophrenie oder Depression abgelehnt. Bisher fehlen Untersuchungen, die Zusammenhänge zwischen bestimmten Vorstellungen über Alkoholkranke und deren Diskriminierung aufzeigen.

Quelle: Thieme eJournals – Abstract

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Burn-out: Risikofaktoren bei Therapeuten

Die Berufe des Psychologen und Psychotherapeuten gehen mit einem erhöhten Burn-out-Risiko einher. Australische Psychologinnen haben untersucht, welche Rolle berufliche Faktoren dabei spielen. Sie fragten 190 klinische Psychologen und Psychotherapeuten nach spezifischen Belastungen im Beruf und fanden vier Faktoren: Einstellungen, Inflexibilität, Verantwortung und Kontrolle. Beispielsweise führte die Einstellung, dass Patienten in der Therapie nicht zu sehr beansprucht werden oder keinesfalls leiden sollten, zu intensiven Bemühungen, jegliche Art von Aufregung von den Patienten fernzuhalten. Die Befragten erlebten dies auf Dauer als belastend. Aber auch inflexible, dogmatische Haltungen, beispielsweise die Ansicht, dass man das Therapieverfahren nicht wechseln und nicht vom Schema abweichen dürfe, werden als Belastung empfunden. Stress löste außerdem die Vorstellung aus, für die Genesung des Patienten und den Therapieerfolg allein verantwortlich zu sein oder die Therapie nicht ständig unter Kontrolle zu haben.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt: Archiv „Burn-out: Risikofaktoren bei Therapeuten“ (10.03.2010)

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Kann man chronische Depression effektiv psychotherapeutisch behandeln?

Evidenzbasierung psychotherapeutischer Ansätze

Chronische Depression gilt in der klinischen Praxis als besonders schwer behandelbar. Die Befundlage zu dieser Annahme ist jedoch unbefriedigend. Die wenigen existierenden Effektivitätsstudien zu verschiedenen Formen von Psychotherapie bei chronischen Depressionen (z. B. KVT, IPT, CBASP) zeigen tatsächlich, dass die Wirksamkeit eines rein psychotherapeutischen Vorgehens bei chronischen Depressionen begrenzt zu sein scheint; es gibt jedoch Hinweise auf additive Effekte im Rahmen einer Kombinationsbehandlung mit Psychopharmaka. Weiterlesen

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Brustkrebstherapie: Entscheidungen gemeinsam treffen

Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs müssen trotz dieser psychischen Ausnahme­situation wichtige Entscheidungen treffen. Wie eine Studie der Berlin School of Public Health zeigt, spielt die Arzt-Patienten-Beziehung dabei eine wesentliche Rolle.

Die informierte Entscheidung des Patienten gilt ethisch und rechtlich als Standard in der medizinischen Praxis. Welche Faktoren den Patienten dabei beeinflussen, ist bisher in Deutschland wenig erforscht. Eine qualitative Studie, gefördert durch die Deutsche Krebshilfe, untersuchte die Entscheidungs­prozesse von Brust­krebs­patientinnen unter Berück­sichtigung von subjektiven Einstellungen, dem sozialen Umfeld und den Angeboten des Versorgungs­systems. Darüber hinaus sollten die Patientinnen angeben, welche Rolle sie bei der Entscheidung einnahmen und welche sie dabei bevorzugt hätten.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt: Archiv „Brustkrebstherapie: Entscheidungen gemeinsam treffen“ (10.03.2010)

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