Psychosoziale Informationsbedürfnisse multimorbider Brustkrebspatientinnen in nordrhein-westfälischen Brustzentren

Einleitung: Die Bedeutung einer adäquaten Informationsversorgung von Brustkrebspatientinnen (BP) ist hinreichend bekannt. In dieser Studie wurden die unerfüllten psychosozialen Informationsbedürfnisse von multimorbiden BP untersucht.

Methodik: Die Studie erfasst die unerfüllten psychosozialen Informationsbedürfnisse von 4166 BP, die an einem der 50 nordrhein-westfälischen Brustzentren behandelt worden sind. Der in der poststationären postalischen Befragung eingesetzte Kölner Patientenfragebogen für Brustkrebs 2.0 erfasst die Informationsbedürfnisse mit einer adaptierten Version der „Cancer patient information needs“-Skala. Mittels univariater Analyse, unter Verwendung des χ2-Tests, wurde überprüft, ob multimorbide BP signifikant andere psychosoziale Informationsbedürfnisse hatten als BP ohne weitere Begleiterkrankungen.

Ergebnisse: Allgemein ergaben sich bei den BP hinsichtlich Beruf (20,7 %), Alltag (26,8 %), Erkrankung (27,4 %) und Therapie (35,7 %) eher geringe und bez. des Gesundheitsverhaltens (54,2 %) größere unerfüllte Informationsbedürfnisse. Multimorbide BP hatten bez. des Berufs signifikant geringere und hinsichtlich der Therapie signifikant größere unerfüllte Informationsbedürfnisse im Vergleich zu BP ohne Begleiterkrankungen. Nierenerkrankungen und psychische Begleiterkrankungen waren mit besonders großen Informationsbedürfnissen assoziiert (p < 0,05).

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse unserer Studie sollen den in der onkologischen Versorgung Tätigen die Komplexität und Heterogenität der Informationsbedürfnisse von Brustkrebspatientinnen verdeutlichen und helfen, die Informationsversorgung patientenorientierter zu gestalten.

Thieme E-Journals – Senologie – Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie / Abstract

Alltagsaktivität und gesundheitswirksame körperliche Aktivität bei erwachsenen Menschen mit Adipositas

Bewegungsmangel ist einer der wesentlichen Risikofaktoren bei der Entstehung von Übergewicht und Adipositas. Um einen substantiellen gesundheitlichen Nutzen zu erreichen, sollten Erwachsene wöchentlich mindestens 150 min aerobe Aktivität mit mittlerer bzw. 75 min mit höherer Intensität erreichen und zusätzlich muskelkräftigende Übungen durchführen. Diese Empfehlung stellt die Untergrenze und nicht das Optimum dar. Um deutlich an Gewicht zu verlieren, ist ein wesentlich höheres Ausmaß an körperlicher Aktivität erforderlich. Bewegungsprogramme können einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Die österreichischen Pilotprojekte „Aktiv Bewegt“ und „GEHE-Adipositas“ konnten zeigen, dass sich Frauen und Männer mit Adipositas für strukturierte Bewegungsprogramme interessieren und diese auch nutzen. Wichtig dabei waren klare Qualitätskriterien, die Abgrenzung zu herkömmlichen Programmen für bereits aktive und fitte Personen, sowie die Information über eine(n) ÄrztIn oder andere Gesundheitsberufe.

Alltagsaktivität und gesundheitswirksame körperliche Aktivität bei erwachsenen Menschen mit Adipositas – Springer Professional Media, Bereich Medizin

Essen und Brechen aus Frust und Scham – Bulimia nervosa

Wiederholte „Fressanfälle“, gefolgt von selbstinduziertem Erbrechen oder Abführmittel-Missbrauch, um ja nicht dick zu werden, kennzeichnen die Bulimie. Welche Ursachen stecken hinter diesem Verhalten? Welche Therapiemöglichkeiten gibt es aktuell?

Essen und Brechen aus Frust und Scham – SpringerMedizin

Kraftlackel-Wahn – Essstörungen bei jungen Männern nehmen zu.

Nur ein Viertel aller Betroffenen holt sich Hilfe. Das zeigen Zahlen einer Studie zur mentalen Gesundheit unter Schülern.

Rund 200.000 Menschen erkranken hierzulande mindestens einmal in ihrem Leben an einer Essstörung. Der Großteil der Betroffenen ist weiblich, doch neue Zahlen aus einer Befragung unter Österreichs Schülern zeigen einen erschreckenden Anstieg bei den Buben und Burschen. Fast 15 Prozent der männlichen Jugendlichen haben demnach ein Risiko, an einer Essstörung zu erkranken. Von Anorexie, Bulimie oder auch Binge Eating betroffen sind vor allem sehr junge Menschen, 90 bis 97 Prozent sind Mädchen bzw. junge Frauen. Doch die Gefahr, daran zu erkranken, hat in den vergangenen Jahren bei den männlichen Jugendlichen zugenommen. Mittlerweile liegt das Risiko für eine Essstörung bei Burschen bei 14,6 Prozent, das zeigten Ergebnisse der Studie „Mental Health in Austrian Teenagers (MHAT)“, bei der seit 2013 über 3.600 Schüler im Alter von zehn bis 18 Jahren zu ihrer psychischen Gesundheit befragt wurden. Die Zahl der betroffenen männlichen Jugendlichen lag bisher unter zehn Prozent.

Kraftlackel-Wahn – Springer Professional Media, Bereich Medizin

Spezifische Vorteile der Ambulanten Rehabilitation – veranschaulicht an den Praxismodellen „BeReKo“ und „RehaFit“

Der Arbeitsmarkt der Zukunft kann den Bedarf an leistungsfähigen Mitarbeitern nicht decken. Das MedPlus
Center der BKK Salzgitter und die Audi BKK haben mit den Gesundheitsprogrammen „BeReKo“ und „RehaFit“
vernetzte Strukturen geschaffen, mit denen die Arbeitsfähigkeit langfristig gefördert wird. Das ARC
Braunschweig nimmt im Rahmen dieser Programme eine wesentliche Funktion ein. Hierbei werden die Vorteile
einer ambulanten Rehabilitationseinrichtung sichtbar.

Thieme E-Journals – B&G Bewegungstherapie und Gesundheitssport / Abstract

Gibt es eine Pflicht zur Gesundheit? Zu den ethischen Grenzen medizinischer Prävention

Eine Pflicht zur Gesundheit im Sinn eines kategorischen Imperativs: „Du musst dein Leben ändern!“ (P. Sloterdijk) gibt es nicht. Sehr wohl jedoch eine moralische Verantwortung dafür, das eigene Leben in vernünftiger Weise so zu gestalten, dass die damit eröffneten Entfaltungsmöglichkeiten im Rahmen der eigenen Möglichkeiten verwirklicht werden (I. Kant). Am Beispiel der prädiktiven Medizin wird verdeutlicht, warum das Recht auf Nichtwissen eine verantwortete Weise der Selbstbestimmung im Umgang mit den Wissensbeständen der modernen Biomedizin sein kann. Dadurch werden Grenzziehungen bei der Prävention möglich, welche die Lebensqualität der Betroffenen bewahren und dem Einzelnen die „Annahme seiner selbst“ (R. Guardini) ermöglichen.

Thieme E-Journals – Das Gesundheitswesen / Abstract

Rehabilitationsziele von Patienten mit koronarer Herzerkrankung und chronischen Rückenschmerzen – Eine inhaltliche Analyse freitextlicher Zielnennungen

Hintergrund und Ziele: Die partizipative Vereinbarung von Rehabilitationszielen gilt als wichtiger Behandlungsschritt der Rehabilitation. Als Barriere wird in der Praxis häufig die patientenseitige Fähigkeit, eigene Zielvorstellungen zu entwickeln, diskutiert. Hier wird der Frage nachgegangen, ob Rehabilitanden im Vorfeld der stationären Rehabilitation Reha-Ziele haben und wenn ja, welche.

Methodik: Ausgangspunkt der Untersuchung bildeten die freitextlich erfassten Reha-Ziele von 198 Rehabilitanden mit koronarer Herzerkrankung und 254 Rehabilitanden mit chronischen Rückenschmerzen. Es erfolgte eine qualitative kategoriengeleitete Auswertung sowie eine quantitative Häufigkeitsanalyse.

Ergebnisse: Der Großteil der Befragten formulierte vor Reha-Beginn persönliche Reha-Ziele. Ziele der „Krankheitsbewältigung“ waren dabei diagnoseübergreifend bedeutsam.

Schlussfolgerung: Die von den Rehabilitanden formulierten Zielvorstellungen eignen sich als Ausgangspunkt für eine partizipative Zielvereinbarung.

Thieme E-Journals – Die Rehabilitation / Abstract

Reha abgelehnt – und dann?

Hintergrund: Etwa ein Drittel aller Reha-Anträge bei der Deutschen Rentenversicherung werden abgelehnt. Es wird vermutet, dass sich Versicherte, deren Antrag abgelehnt wurde, gesundheitlich oder beruflich ungünstig entwickeln. Bislang finden sich keine publizierten Untersuchungen zur Gruppe der Antragsteller[1] mit abgelehntem Antrag.

Methode: Von N=2 075 eingeschlossenen Antragstellern erhielten 345 Personen einen Ablehnungsbescheid. Für die weiteren Befragungen wurden für diese Personen solche mit einer Antragsbewilligung gematcht (Propensity-Score-Matching). Am Ende der Studie lagen für 173 Versicherte mit abgelehntem Antrag und 223 Versicherte mit bewilligtem Antrag auswertbare Datensätze zu allen 3 Messzeitpunkten (bei Antragstellung, nach 4 und nach 10 Monaten) vor. Die Verläufe der beiden Gruppen wurden mithilfe von Varianzanalysen mit Messwiederholung analysiert.

Ergebnisse: Bei Antragstellung zeigen sich im gesundheitlichen und beruflichen Bereich keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Auch die Ausschöpfung ambulanter Therapien im Jahr vor der Reha-Antragstellung ist bei Personen mit bewilligtem bzw. abgelehntem Antrag ähnlich. 4 Monate nach Antragstellung ergibt sich für die Gruppe mit bewilligtem Antrag ein leichter Vorteil, vereinzelt zeigen sich auch signifikante Unterschiede. Die Inanspruchnahme ärztlicher und nichtärztlicher Behandlung gestaltet sich bei beiden Gruppen ähnlich. 10 Monate nach Reha-Antragstellung weisen beide Gruppen weitere Verbesserungen auf. Unterschiede bei Arztbesuchen und bei nichtärztlichen Therapeuten sind nicht festzustellen.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Vermutung, dass bei Versicherten, deren Antrag abgelehnt wurde, mit einem ungünstigen gesundheitlichen oder beruflichen Verlauf gerechnet werden muss, ließ sich in vorliegender Studie nicht bestätigen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Auf welche Faktoren sich diese positiven Entwicklungen zurückführen lassen, können wir auf der Basis der vorliegenden Studie nicht beantworten.

Thieme E-Journals – Die Rehabilitation / Abstract

Patientenschulung in der medizinischen Rehabilitation – eine Einführung

Rehabilitation und Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen im Bereich der Haltungs- und Bewegungsorgane ist nachhaltig und erfolgreich, wenn die Patienten nicht nur eine angemessene Physiotherapie erhalten, sondern wenn es ihnen auch gelingt, ihren Lebensstil angemessen zu gestalten. Dies betrifft im Wesentlichen das Bewegungsverhalten im Alltag, aber auch Ernährung und den Umgang mit Belastungen und Stress und einige andere Themen. Ärztliche und therapeutische Anleitung und Beratung ist darauf gerichtet, dem Patienten den Sinn, das heißt den Bedarf, aber auch die Möglichkeiten von notwendigen Verhaltensänderungen nahezubringen. Das ist häufig keine leichte, aber umso wichtigere Aufgabe. Sie wird inzwischen in immer mehr Kliniken systematisch und in strukturierter Form umgesetzt. Unter der gemeinsamen Überschrift „Patientenschulung“ finden sich patientenorientierte Gruppenprogramme, die darauf gerichtet sind, notwendiges Krankheitswissen zu erläutern und insbesondere auch die relevanten Handlungsfertigkeiten zu vermitteln und zur Umsetzung zu motivieren.

Thieme E-Journals – Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin / Abstract

Fibromyalgie-Schulung – Eine partizipative Weiterentwicklung unter Berücksichtigung der S3-Leitlinie

Patientenschulung wird in der S3-Leitlinie der AWMF 2012 zum Fibromyalgie-Syndrom als Basismaßnahme in der Behandlung empfohlen. Bisherige Schulungsansätze aus dem nationalen und internationalen Bereich wurden gesichtet und analysiert. Zur Erfassung des Bedarfs aus der Betroffenenperspektive wurde eine qualitative Erhebung mit Fokusgruppen vorgenommen. Darauf basierend erfolgte eine partizipative Weiterentwicklung eines standardisierten Schulungsprogramms mit curricularem Aufbau. Die inhaltlichen Aussagen zu Diagnostik und Therapie orientieren sich an der S3-Leitlinie der AWMF 2012, die Konzeption und Gestaltung an den Qualitätskriterien und Empfehlungen des Zentrum Patientenschulung in Würzburg. Der selbstverantwortliche Umgang der Betroffenen mit der Erkrankung war das übergeordnete Ziel der neuen Schulung. Neben der Vermittlung leitliniengerechter, erkrankungsspezifischer Informationen durch interaktive und patientenorientierte Methoden wurden auch Lebensstiländerungen und konkrete Handlungsplanung in den Mittelpunkt gerückt. Die Akzeptanzbefragung und die Ergebnisse des Fragebogens heiQ-Program zeigen eine hohe Zufriedenheit mit dem Programm. Der Einsatz in verschiedenen Settings (ambulant, stationär) erscheint sinnvoll.

Thieme E-Journals – Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin / Abstract