Diagnostik „rund um die Arbeit“ bei psychischen ­Erkrankungen

Arbeitsplatzprobleme und Arbeitsängste führen häufig zu ­Arbeitsunfähigkeit und möglicherweise zu Beeinträchtigungen der weiteren ­Berufsbiografie. Im ersten Schritt sollten die ­Symptome, die Arbeitssituation und die Bewältigungsfähigkeiten genauer ­exploriert werden. Konkrete arbeitsbezogene Diagnostik erleichtert es, ­Therapieziele festzulegen und Behandlungsansätze zu finden.

Quelle: Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Arbeitswelt und psychische Störung

Auswirkung psychischer Störungen auf die Arbeitswelt

Sowohl die Zahl der Fälle als auch die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage), die auf psychische Erkrankungen zurückgehen, haben sich in den vergangenen 20 Jahren in etwa vedoppelt. Psychische Gesundheitsstörungen liegen ca. 10 % aller AU-Tage zugrunde. Bezogen auf die Fallzahlen von Arbeitsunfähigkeit stehen psychische Erkrankungen an 5. Stelle. Da sie pro Fall relativ lange Ausfallzeiten verursachen, stehen sie in der Statistik der AU-Tage pro Fall mit 23 Tagen an vorderster Stelle. Die bei Arbeitsunfähigkeit am häufigsten gestellte psychische Diagnose ist die depressive Episode.

Auch als Krankheitsursachen für den vorzeitigen Ruhestand stehen psychische Erkrankungen an der Spitze – noch vor Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Herz-Kreislauf-Systems. Im Jahr 2011 verursachten psychische Diagnosen 41 % aller Fälle von gesundheitsbedingter vorzeitiger Berentung. Diese Rate steigt seit Jahren.

Quelle: Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Arbeitswelten und psychische Störung

In den Medien ist zur zweifellos wichtigen Thematik „­Arbeitswelten und psychische Störung“ manch Unseriöses geschrieben ­worden, ­insbesondere unter dem Stichwort „Burnout“. Klärende ­Erörterungen sind daher hilfreich – hier in Form einer genaueren ­Skizzierung der Problemlage und einer knappen Darstellung ­aktueller ­wissenschaftlicher Erkenntnisse. Aus diesen kann ­abgeleitet werden: Mehr Prävention auf verschiedenen Ebenen ist nötig. Dazu kann auch die psychotherapeutische Arbeit beitragen.

Quelle: Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Freizeitaktivitäten – Sozial Aktive sind am seltensten depressiv

Sport tut der Seele gut? Stimmt. Aber etwas mit Freunden zu ­unternehmen, scheint einer US-amerikanischen Erhebung zufolge für das psychische Wohlbefinden noch besser zu sein.

Quelle: Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Arbeitswelt – ein blinder Fleck in der Psychotherapie?

Psychische Erkrankungen – die neue Epidemie?

In den letzen 20 Jahren hat sich der Anteil der Krankschreibungen wegen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen mehr als verdoppelt. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Frühberentungen ­wegen dieser Diagnosen kontinuierlich an, und etwa seit der Jahrtausendwende sind sie die häufigste Ursache für vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. 2014 mussten mehr als 65 000 Menschen wegen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden – mehr als wegen orthopädischer, kardiologischer und onkologischer Erkrankungen zusammen.

Quelle: Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Dokumentation von A bis Z – So gelingt sie rechtssicher

Eine ordnungsgemäße Dokumentation gehört zu den Berufspflichten von Psychotherapeuten. Die Pflicht zur Dokumentation ergibt sich aber auch als vertragliche Nebenpflicht aus dem Behandlungsvertrag. Wozu dient sie, wie ist sie zu erfüllen und welche Stolpersteine gibt es?

Quelle: Thieme E-Journals – PiD – Psychotherapie im Dialog / Abstract

Achtsamkeitsbasierte Therapie

Kernaussagen
  • Unter Achtsamkeit versteht man die absichtsvolle, bewusste und nicht wertende Lenkung der Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Augenblick. Grundsätzlich besitzt jeder diese Fähigkeit und ist in der Lage sie weiter zu kultivieren.
  • In den vergangenen Jahren wurden verschiedene verhaltenstherapeutische und -medizinische Verfahren entwickelt, die eine solche Achtsamkeitspraxis in unterschiedlichem Umfang integrieren.
  • Die innerhalb dieser Ansätze verwendeten formellen Achtsamkeitsübungen wurden mit nur geringen Veränderungen aus der mehr als 2500 Jahre alten Meditationstradition des Buddhismus übernommen, ihre Durchführung ist prinzipiell allerdings nicht an einen bestimmten spirituellen oder kulturellen Kontext gebunden.
  • Im Rahmen der formellen Übungen kann sich Entspannung und Wohlbefinden einstellen, dies ist jedoch nicht das Ziel. Als ebenso „wertvoll“ wird die bewusste Wahrnehmung unangenehmer Empfindungen betrachtet, da es im Rahmen der Achtsamkeitspraxis im Wesentlichen darum geht, eine offene und akzeptierende Haltung gegenüber (positiven und negativen) Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen zu entwickeln.
  • Die empirische Überprüfung achtsamkeitsbasierter Verfahren hat gezeigt, dass sich das regelmäßige Praktizieren formeller und informeller Achtsamkeitsübungen positiv auf die physische und psychische Gesundheit auswirkt, und dass achtsamkeitsbasierte Ansätze offensichtlich einen sehr breiten Indikationsbereich aufweisen.

Quelle: Thieme E-Journals – Psychiatrie und Psychotherapie up2date / Abstract

Diagnostik somatoformer Störungen

Somatoforme Beschwerden zeichnen sich durch anhaltende und die Betroffenen subjektiv sehr belastende Körperbeschwerden aus, für die auch nach angemessener somatischer Diagnostik keine ausreichende organmedizinische Erklärung gefunden werden kann.

Im Rahmen der Diagnostik gilt es, die Balance zwischen somatischer und psychopathologischer Diagnostik zu finden, ungünstige Verläufe rechtzeitig zu erkennen, die klinische Relevanz der Beschwerden abzuschätzen sowie komorbide Störungen zu erfassen. Auch sozial- und arbeitsmedizinische Aspekte müssen dabei ebenso im Blick behalten werden wie das Ursachenmodell der Patienten. Da dieses häufig einseitig somatisch ausgerichtet ist und die Patienten einer psychosomatischen Perspektive oft mit – zumindest initial – ablehnender Skepsis begegnen, hat sich ein wenig konfrontativer Gesprächsstil bewährt.

Die klinische Diagnostik basiert primär auf einer umfassenden Anamnese. Sie kann ggf. durch Fragebogenverfahren und strukturierte Interviews ergänzt werden.

Quelle: Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

Psychisch Kranke suchen sich häufig ebenfalls erkrankten Partner

Das Ziel der Studie war, bestimmte Aspekte der psychiatrischen Genetik besser zu verstehen. Darüber hinaus bestätigt diese Studie aber auch eine häufige klinische Beobachtung und hilft, das Ausmaß dieses Phänomens genauer einzuordnen. Die überzufällige Häufigkeit von 2 Partnern mit einer psychischen Erkrankung hat nämlich auch wichtige psychosoziale Auswirkungen für deren Kinder.

Quelle: Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract

Internet- und mobilebasierte Psychotherapie der Depression

Durch Therapeuten begleitete psychotherapeutische internet- und mobilebasierte Interventionen (IMI) stellen eine wissenschaftlich fundierte, wirksame Behandlung von Depression dar. Dabei sind die gefundenen Effektstärken vergleichbar mit denen von herkömmlicher Psychotherapie sowie medikamentöser Therapie. In der Praxis finden sich vornehmlich IMI auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie. Zunehmend mehr Projekte zur Implementierung von IMI werden derzeit erprobt. Deutschland hinkt im internationalen Vergleich anderen Ländern jedoch nach wie vor hinterher. Eine transparente Qualitätskontrolle zur Patientensicherheit und für den Datenschutz wäre für Leistungserbringer und -empfänger wünschenswert.

Quelle: Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract