Körperdysmorphe Störung: Symptome, Erklärungsansätze und Therapie

Ziel des Beitrags ist es, das Störungsbild der körperdysmorphen Störung (KDS) zu beschreiben und Neuerungen in den Diagnosekriterien und der Klassifikation aufzuzeigen. Es wird der aktuelle Kenntnisstand zur Epidemiologie, dem Verlauf und der Nosologie der Störung dargestellt. Zudem werden Modelle der Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung sowie wirksame Behandlungsmöglichkeiten beschrieben.

Thieme E-Journals – PPmP – Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie / Abstract

Chronische Herzinsuffizienz – Gebrechlichkeit als Prädiktor für das Überleben

Chronische Herzinsuffizienz ist eine Erkrankung, die meist ältere Patienten betrifft. Daher sind viele der Patienten auch von Gebrechlichkeit betroffen. Die Forscher um P. Gastelurrutia weisen in ihrer Studie zum Zusammenhang von Gebrechlichkeit und Prognose bei chronischer Herzinsuffizienz jedoch darauf hin, dass auch viele junge herzinsuffiziente Patienten darunter leiden.

Int J Cardiol 2014; DOI: 175: 62–66

Thieme E-Journals – PPmP – Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie / Abstract

Herzoperation – Psychologische Intervention entlastet

Psychologische Interventionen bei herzchirurgischen Eingriffen reduzieren die psychische Belastung von Patienten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Metaanalyse von S. Koranyi et al., die im Mai in der Cochrane Database of Systematic Reviews veröffentlicht wurde. Operationen am offenen Herzen gehen häufig mit psychischen Belastungen einher, wie bspw. vermehrten Ängsten und erhöhter Depressivität.

Thieme E-Journals – PPmP – Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie / Abstract

Ambulante psychosoziale Krebsberatung – Ergebnisse einer nutzerbasierten Studie zu Beratungsanliegen und Zufriedenheit mit der Beratung

Hintergrund: Der vorliegende Beitrag behandelt Ergebnisse einer nutzerbasierten Studie zu Beratungsanliegen und deren Erfüllung im Verlauf der ambulanten psychosozialen Beratung sowie zur Zufriedenheit mit der Beratung aus Sicht der Ratsuchenden.

Methode: Die Auswertungen basieren auf Angaben von 1 930 Krebspatienten oder Angehörigen, die in 26 ambulanten, von der Deutschen Krebshilfe e. V. für einen begrenzten Zeitraum geförderten Beratungsstellen versorgt und im Rahmen eines Querschnittansatzes schriftlich postalisch befragt worden waren.

Thieme E-Journals – PPmP – Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie / Abstract

Geschlechtsunterschiede in der psychischen Belastung von Patienten mit Lungenkarzinom und deren Partnern

Im Rahmen einer prospektiven, nicht-kontrollierten Beobachtungsstudie wurde der Einfluss des Geschlechts, von Resilienz sowie Partnerschaftszufriedenheit auf die psychische Belastung von Patienten mit Lungenkarzinom und deren Partnern untersucht. Weibliche Patienten und Partner wiesen schlechtere Werte in der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie eine geringere Resilienz und Partnerschaftszufriedenheit auf als männliche Patienten und Partner. Psychischer Distress steht sowohl bei Patienten als auch bei Partnern in signifikant negativer Beziehung mit Resilienz sowie Partnerschaftszufriedenheit. Es konnte ein partieller Mediationseffekt von Resilienz und Partnerschaftszufriedenheit auf den Geschlechtsunterschied im psychischen Distress nachgewiesen werden. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse sollten insbesondere Frauen, sowohl als Patientin als auch als Partnerin eines Krebspatienten, vermehrte psychoonkologische Unterstützung erfahren.

Thieme E-Journals – PPmP – Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie / Abstract

Langfristige Effekte einer kognitiv-behavioralen Intervention auf die Schmerzverarbeitung in der stationären orthopädischen Rehabilitation von chronisch unspezifischem Rückenschmerz und Depressivität

Verbesserungen psychischer Beeinträchtigungen waren bislang bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Rückenschmerzen und Depressivität in der stationären orthopädischen Rehabilitation lediglich festzustellen, wenn zusätzlich zu medizinischen Standardbehandlungen noch psychotherapeutische Interventionsmodule implementiert wurden. Es wurde untersucht, ob dieser Befund auf die Schmerzverarbeitung (schmerzbedingte psychische Beeinträchtigung, Schmerzbewältigung) übertragbar ist. Hierfür wurde an einer konsekutiven Stichprobe mit N=84 geprüft, ob sich ein Schmerzbewältigungstraining mit und ohne Depressionsbewältigungsmodul kurz-, mittel- und langfristig unterschiedlich auswirkt. Beide Bedingungen verbesserten langfristig die Schmerzbewältigung. Somit ist eine Standardrehabilitation ausreichend, um die Schmerzbewältigung langfristig zu verbessern. Allerdings legen weitere Studien nahe, dass für eine Verbesserung psychischer Symptome störungsspezifische psychotherapeutische Behandlungselemente implementiert werden müssen.

Thieme E-Journals – PPmP – Psychotherapie · Psychosomatik · Medizinische Psychologie / Abstract

Replikation der psychometrischen Gütekriterien des ICF-PsychA&P

Ziel der Studie: Ziel der psychosomatischen Rehabilitation ist die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit, die mithilfe der Interna­tionalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) detailliert beschrieben werden kann. Für den Routineeinsatz eignen sich auf der ICF basierende Assessmentinstrumente. In diesem Beitrag werden die Testeigenschaften des Selbsteinschätzungsinstruments zur Erfassung von Aktivitäten und Partizipation bei Patienten mit psychischen Störungen (ICF-PsychA&P) dargestellt.

Methodik: Beschrieben wird die psychometrische Überprüfung der 31-Item-Version des ICF-PsychA&P an einer Stichprobe von n=1 270 Patienten in stationärer psychosomatischer Rehabilitation.

Ergebnisse: Der ICF-PsychA&P erfasst mit insgesamt 31 Items die Subskalen Funktionsfähigkeit, Kommunikation, Mobilität, Beziehungen, Freizeit und Interaktion. Die Skalenstruktur wurde konfirmatorisch überprüft und es zeigten sich gute interne Konsistenzen für die 6 Subskalen und den Gesamtwert.

Schlussfolgerung: Mit dem ICF-PsychA&P können Aktivitäten und Teilhabe von Patienten in psychosomatischer Rehabilitation reliabel und valide im Selbstbericht erfasst werden.

Thieme E-Journals – Die Rehabilitation / Abstract

Placebo and Nocebo Effects in Chronic Pain Patients

Placebo, as well as nocebo, effects have been primarily investigated in studies with healthy volunteers exposed to acute experimental pain. Yet with regard to chronic pain patients, there is emerging evidence for significant placebo effects but not for nocebo effects. Expectations of pain relief are known to contribute to placebo effects, and lately the influence of emotional feelings has also been investigated. In this line of research, an experiential method has been applied to capture the emotional feelings that chronic pain patients experience during placebo and nocebo interventions. The findings indicate that the patients’ expectations of treatment effects are highly embedded in their emotional feelings. Hence, in order to optimize placebo factors in the clinical treatment of patients, it may be pivotal to investigate and enhance both expectancies and emotional feelings about treatments.

Placebo and Nocebo Effects in Chronic Pain Patients – Zeitschrift für Psychologie – Volume 222, Number 3 / 2014 – Hogrefe Publishing

Erwerbsminderungsrenten infolge psychischer Erkrankungen

In den letzten Jahren ist ein deutlicher Anstieg der Erwerbsminderungsrenten (EWMR) infolge psychischer Erkrankungen zu verzeichnen. Die Ursachen für diese Entwicklung sind weitgehend unbekannt, und somit öffnet sich ein weites Feld für Spekulationen aus der Perspektive der jeweiligen „stakeholder“, ohne dass es dafür irgendwelche belastbaren Nachweise gäbe. Es stellt sich die Frage, ob Aspekte der demografischen Entwicklung in Deutschland für diese Anstiege verantwortlich sein können.

Bei einem mittleren Zugangsalter für EWMR bei psychischen Erkrankungen von knapp 50 Jahren geraten gleichsam als verzögerte Folgen der geburtenstarken Jahrgänge ab 1955 immer mehr Erwerbstätige in ein kritisches Zeitfenster für EWMR bei psychischen Erkrankungen (48 bis 54 Jahre).

Erwerbsminderungsrenten infolge psychischer Erkrankungen – Springer

Paarbeziehung bei Tumorerkrankungen

Eine Krebserkrankung wirkt als psychosozialer Stressor und betrifft nicht nur die erkrankte Person, sondern auch das Leben von Partnern, Kindern, Verwandten und engen Freunden. Die psychische und physische Funktionsfähigkeit der Angehörigen beeinflusst auch ihre Fähigkeit, für die Patienten zu sorgen. Angehörige und hier insbesondere die Partner der Patienten sind daher in die psychoonkologischen Beratungskonzepte zu integrieren. Paarinterventionen verbessern nachweislich die Kommunikationsfähigkeit der Partner im Hinblick auf die individuellen Ängste und die oftmals veränderten Rollen innerhalb der Partnerschaft. Das Paar lernt, Stress gemeinsam zu bewältigen im Sinne einer „We-Disease“. Auch der Übergang von der direkten medizinischen Therapiephase in die „Normalität“ mit Wiederaufnahme sexueller Aktivität fällt dem Paar durch erfolgreiches dyadisches Coping leichter als Paaren ohne psychoonkologische Paarintervention.

Thieme E-Journals – PSYCH up2date / Abstract