Ausstiegsversuche und Hilfsmittelnutzung unter Rauchern in Deutschland: Ergebnisse aus dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2012

Ziel der Studie: Aktuelle Prävalenzen der Ausstiegsversuche und der Nutzung von Hilfsmaßnahmen in einer repräsentativen Stichprobe in der rauchenden deutschen Bevölkerung sollen dargestellt und vor dem Hintergrund älterer Daten aus dem Jahr 2000 diskutiert werden.

Methodik: Die Stichprobe des Epidemiologischen Suchtsurveys 2012 wurde zufällig aus den Einwohnermelderegistern gezogen und umfasst 9084 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Die Befragung erfolgte schriftlich, telefonisch und über das Internet; die Responserate lag bei 53,6%. Die Häufigkeit unternommener Aufhörversuche und der Nutzung von Hilfsmitteln wurde unter aktuellen Rauchern bzw. aktuellen und ehemaligen Rauchern ermittelt.

Continue reading ‚Ausstiegsversuche und Hilfsmittelnutzung unter Rauchern in Deutschland: Ergebnisse aus dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2012‘

Die (neuro-)psychologische Rehabilitation nach Schlaganfall: Eine bundesweite Befragung zu Strukturen und Praxis in der stationären und ambulanten neurologischen Rehabilitation

Ziel der Studie: Strukturen und Praxis der psychologischen Abteilungen in neurologischen Reha-Einrichtungen mit dem Schwerpunkt Schlaganfall werden detailliert dargestellt.

Methodik: Es erfolgte eine bundesweite Befragung der psychologischen Abteilungen in neurologischen Reha-Einrichtungen.

Ergebnisse: Bezüglich der Stellensituation der psychologischen Abteilungen zeigen sich große Unterschiede zwischen den Einrichtungen. Rehabilitanden nach Schlaganfall weisen ein breites Spektrum komplexer Problemlagen auf. Der Hauptteil der psychologischen Tätigkeit entfällt auf Diagnostik bzw. Indikationsstellung, Einzelinterventionen sowie kognitives Training.

Schlussfolgerung: Die komplexen Problemlagen neurologischer Rehabilitanden erfordern ein fundiertes (neuro-)psychologisches Wissen. Um Behandler bei der Indikationsstellung und der Wahl bedarfsgerechter Interventionen zu unterstützen, werden im Rahmen des der Befragung zugrunde liegenden Projektes Praxisempfehlungen für psychologische Interventionen in der Rehabilitation von Patienten nach Schlaganfall entwickelt.

Thieme E-Journals – Die Rehabilitation / Abstract

Kosteneffektive Langzeitnachsorge in der kardiovaskulären Rehabilitation: Fünf-Jahres-Follow-up der SeKoNa-Studie

Hintergrund: Die Maßnahmen der stationären Rehabilitation nach kardiovaskulären Ereignissen sind in Deutschland, trotz hoher Kosten, unzureichend nachhaltig. Daher sind Nachhaltigkeit und Kosteneffektivität Gegenstand dieser 5-Jahres-Analyse.

Methodik: Studienbeginn war September 2004, 1 Jahr Rekrutierungsphase und 3 Jahre telefonische Nachsorge als Intervention. Für die Nachbeobachtung dieser unizentrischen, randomisierten und kontrollierten Studie an 600 Probanden (Interventionsgruppe [IG]: 271 Patienten; Kontrollgruppe [KG]: 329 Patienten) sind Daten zur Mortalität, Alters- und Erwerbsminderungsberentung zum Zeitpunkt 31.12.2013 von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Rheinland anhand des Versichertenkontos abgefragt worden (3 Jahre Intervention und durchschnittliche Nachbeobachtung 5 Jahre).

Die Auswertung der Daten erfolgte nach dem Intention-to-Treat- und Per-Protocol-Ansatz. Bemessungsgrundlage für die Höhe der Rentenauszahlungen für die einzelnen Rentenarten (Teil- und Vollerwerbsminderung) sind deren statistische Durchschnittswerte des Jahres 2013.

Continue reading ‚Kosteneffektive Langzeitnachsorge in der kardiovaskulären Rehabilitation: Fünf-Jahres-Follow-up der SeKoNa-Studie‘

Interdisziplinäre Zusammenarbeit als ein Merkmal erfolgreicher Rehabilitationseinrichtungen – Ergebnisse aus dem MeeR-Projekt

Frage: Inwieweit unterscheiden sich erfolgreiche und weniger erfolgreiche Reha-Einrichtungen hinsichtlich der Ausgestaltung interdisziplinärer Zusammenarbeit?

Methodik: Die Ergebnisse stammen aus dem Projekt MeeR (Merkmale einer erfolgreichen Reha-Einrichtung). Basierend auf Qualitätssicherungsdaten der Deutschen Rentenversicherung Bund wurde eine Fall-Mix-adjustierte Rangliste von Reha-Einrichtungen bezogen auf deren Erfolg auf Rehabilitanden-Ebene gebildet. Auf der Grundlage von Visitationen in 3 Einrichtungen der unteren und 3 der oberen 10% der Rangliste erfolgte eine qualitative Kontrastierung.

Ergebnisse: In als erfolgreich definierten Einrichtungen ist das Ausmaß interdisziplinärer Zusammenarbeit höher. Die ärztliche Dominanz ist weniger stark ausgeprägt und die Möglichkeit der Teilnahme an interdisziplinären Besprechungen umfassender.

Schlussfolgerung: Die Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit kann einen zentralen Baustein für die Verbesserung der Ergebnisqualität von Reha-Einrichtungen darstellen.

Thieme E-Journals – Die Rehabilitation / Abstract

Hängt der Erfolg arbeitsbezogener Leistungen in der Rehabilitation neurologischer Erkrankungen von der Wiedereingliederungsprognose ab? Eine Re-Analyse von 2 kontrolliert randomisierten Studien

Ziel: Der Beitrag untersucht, ob neurologische Patienten mit schlechterer Reintegrationsprognose (RTW-Prognose) stärker von einer medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitationsmaßnahme (MBOR) profitieren.

Methoden: Re-Analyse einer gepoolten Stichprobe zweier randomisiert kontrollierter Längsschnittstudien (N=442; Erhebungszeitpunkte: Reha-Beginn, 15 Monate nach Reha). Die differentielle Wirkung der MBOR wurde in Abhängigkeit von der RTW-Prognose mittels multipler linearer Regressionsmodelle überprüft. Als primäre Outcomes dienten die Fehlzeiten im Follow-up sowie die Körperliche und Psychische Summenskala des SF-36. Sekundäre Outcomes wurden über Strategien der Krankheitsbewältigung und arbeitsbezogene Einstellungen abgebildet.

Continue reading ‚Hängt der Erfolg arbeitsbezogener Leistungen in der Rehabilitation neurologischer Erkrankungen von der Wiedereingliederungsprognose ab? Eine Re-Analyse von 2 kontrolliert randomisierten Studien‘

CHIP Deutschland: Einfluss eines Lebensstil-Schulungsprogramms zur Primär- und Sekundärprävention von Typ 2 Diabetes auf das Ernährungsverhalten und die Bedeutung sozialkognitiver Variablen

Hintergrund: Eine Ernährungsweise mit moderater Fett- und hoher Ballaststoffzufuhr kann das metabolische Risiko bei Diabetikern senken. Die Studie untersucht, ob sich das Ernährungsverhalten der Probanden durch ein intensives Lebensstil-Schulungsprogramm verbessert und welche sozial-kognitiven Variablen als Einflussfaktoren für die Änderung des Ernährungsverhaltens und einer möglichen Gewichtsreduktion identifiziert werden können.

Patienten und Methoden: Es wurden Probanden mit manifestem Diabetes oder einem erhöhten Erkrankungsrisiko eingeschlossen (Intervention: N=43; Kontrolle: N=40). Der Studienzeitraum umfasste die Interventionsphase mit einem einführenden, individuellen Coaching, einem 8-wöchigen intensiven Lebensstilprogramm und einem persönlichen Abschlusscoaching sowie eine anschließende 10-monatige Follow-Up-Phase. Neben anthropometrischen, Vital- und Laborparametern (z. B. Gewicht, HbA1c, FINDRISK) wurden die HAPA-Verhaltensstadien (Unentschiedene, Vorbereitende, Aktive), die Ergebniserwartung, Handlungsplanung und Selbstwirksamkeit in Bezug auf das Ernährungsverhalten erfasst.

Continue reading ‚CHIP Deutschland: Einfluss eines Lebensstil-Schulungsprogramms zur Primär- und Sekundärprävention von Typ 2 Diabetes auf das Ernährungsverhalten und die Bedeutung sozialkognitiver Variablen‘

Fibromyalgie: Bewertung der Somatic Symptom Disorder

In der 5. Auflage des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-V) wurde u. a. die „Somatic Symptom Disorder“ (SSD) eingeführt, die das Kapitel der somatoformen Störungen neu konzeptualisiert und u. a. die früheren Diagnosen einer Somatisierungsstörung, undifferenzierten Somatisierungsstörung und Schmerzstörung ersetzen soll. Die Relevanz des Konzepts der SSD in der Schmerzmedizin haben Mediziner aus dem Saarland am Beispiel des Fibromyalgiesyndroms (FMS) untersucht.

Thieme E-Journals – Journal Club Schmerzmedizin / Abstract

Neue Reha-Therapiestandards der DRV sind erschienen

Die überarbeiteten Reha-Therapiestandards der DRV sind nun online verfügbar. Die Druckversionen sind für März 2016 geplant.

Hier können die pdf-Versionen heruntergeladen werden:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/3_Infos_fuer_Experten/01_Sozialmedizin_Forschung/02_reha_qualitaetssicherung/reha_therapiestandards/indikationen_index_node.html

 

Schmerzverlauf nach operativer orthopädischer Intervention

Hintergrund: Die Anzahl endoprothetischer Eingriffe ist stets zunehmend. Dabei hat das postoperative Schmerzmanagement für den Patienten einen hohen Stellenwert. In der vorliegenden Studie wird untersucht, welche Faktoren den postoperativen Schmerz beeinflussen können und wie sich der Schmerz in den ersten 7 Tagen nach Implantation einer Knietotalendoprothese entwickelt.
Material und Methoden: In die prospektive Studie wurden 28 Personen eingeschlossen. Bei allen wurde die Implantation einer Kniegelenktotalendoprothese unter Regionalanästhesie (Psoaskompartment- und N.-ischiadicus-Katheter) mit zusätzlicher Propofolsedierung durchgeführt. Postoperativ wurde die Schmerzentwicklung der Patienten genau beobachtet und in Form von Schmerzscores dokumentiert. Für die Erhebung der Schmerzscores wurde die numerische Rating-Skala (NRS) angewendet. Zudem wurden anthropometrische Daten und perioperative Parameter mit den Schmerzscores korreliert.

Continue reading ‚Schmerzverlauf nach operativer orthopädischer Intervention‘

Tumorschmerz und palliative Schmerztherapie

In Deutschland lebt etwa eine halbe Million Menschen mit Tumorschmerzen. Bei etwa 20–40 % der Patienten gehören diese zu den häufigsten Erstsymptomen der Tumorerkrankung. Die Prävalenz steigt im Verlauf auf etwa 90 % bei Tumorpatienten auf einer Palliativstation an. Die Versorgung im Bereich Tumorschmerz geschieht oft interdisziplinär in den verschiedenen ambulanten und stationären Strukturen einer schmerz- oder palliativmedizinischen Betreuung. Aufgrund einer guten Verfügbarkeit von Opioiden und einer auch im europäischen Vergleich hohen Zahl an spezialisierten Diensten der Hospiz- und Palliativversorgung nimmt Deutschland neben Großbritannien eine besondere Rolle ein. In Deutschland besteht dabei ein großer Bedarf hinsichtlich des Ausbaus sowie der weiteren Koordination und Vernetzung dieser Dienste, der durch das Hospiz- und Palliativgesetz gefördert werden soll. Im Bereich der Lehre wurden an deutschen Universitätskliniken die Querschnittbereiche QB 13 (Palliativmedizin) und QB 14 (Schmerzmedizin) eingerichtet, um auch die Behandlung von Tumorschmerzen im Medizinstudium besser zu verankern. Forschung im Bereich Tumorschmerz beschäftigt sich mit Versorgungsaspekten wie der europaweiten Verfügbarkeit von Opioiden, befasst sich aber auch mit grundlagenwissenschaftlichen Themen. Zu letzteren gehören die genetische Variabilität als Prädiktor für die Wirksamkeit von Opioiden und die Neurobiologie von Tumorschmerzen.

Tumorschmerz und palliative Schmerztherapie – Springer